Von Quito über die Anden bis tief in das Amazonasgebiet: Wir erkunden Ecuador als Familie, wandern am Kratersee, treffen Kichwa-Familien und erleben die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt des Regenwaldes. Ein Reisebericht voller besonderer Begegnungen und Abenteuer.
Unsere Reise durch Ecuador mit Kindern
2. Teil: Von Baños über den Chimborazo bis nach Guayaquil
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Djoser entstanden.
Im ersten Teil unseres Berichts über unsere Ecuador-Rundreise mit Djoser Family sind wir in der Hauptstadt Quito angekommen, durch die Anden gereist und haben ein paar sehr spannende Tage im Regenwald verbracht. Im zweiten Teil der Reise lest ihr, wie es weiterging: Vom Regenwald sind wir über Baños, Guamote und Cuenca bis nach Guayaquil gereist.
Tag 8: Vom Regenwald nach Baños
Heute bläst das Muschelhorn schon um 6:30 Uhr zum Frühstück. Wir haben eine längere Reise vor uns. Wehmütig verabschieden wir uns von der Yacuma Eco Lodge und von unserem Guide Chichico, der nicht nur unsere Jungs, sondern auch uns schwer beeindruckt hat mit seiner Machete und seinen Überlebenskünsten im Dschungel. Seine Kollegen und er bringen uns noch ein Stück den Río Napo flussaufwärts, wo wir wieder in unseren Bus umsteigen und die Schotterpiste, die wir schon vom Hinweg kennen, zurück bis zur Hauptstraße fahren. Die zwei Tage tief im Regenwald haben uns alle sehr gefallen und uns ist allen klar, dass wir ohne Tourguide niemals ein so vielfältiges Programm hätten erleben können.
Heute kommen wir in einer neuen Provinz an, Pastaza, wo wir auch einen guten Blick auf den gleichnamigen Fluss haben. Wir fahren weiter in die Provinz Tungurahua.
Wir machen einen Zwischenstopp und essen köstliche, frisch zubereitete Empanadas. Im offenen Lokal können wir den Köchinnen bei der Zubereitung zuschauen. Gut gestärkt laufen wir hinüber zum Eingang des Wasserfalls El Pailón del Diablo (Teufelsschlucht) und laufen den steilen Weg hinunter und kraxeln dann wieder hinauf. Von einer Hängebrücke aus hat man einen sehr guten Blick auf den gigantischen Wasserfall, der tosend in die Tiefe braust. Wir klettern noch ein wenig höher, teilweise auf allen Vieren durch niedrige Höhlengänge. Echt abenteuerlich!
Zurück im Bus, fahren wir noch eine kurze Weile bis zu einem nächsten Aussichtspunkt, von dem aus man auf einen weiteren imposanten Wasserfall, die Cascada Manto de la Novia, also Brautschleier, blickt und über das Tal mit Canopy oder Gondel hinüber und wieder zurück fahren kann. Den meisten von uns sind die Konstruktionen nicht ganz geheuer. Milan traut sich aber gemeinsam mit dem gleichaltrigen Noah, bäuchlings über das Tal zu schweben.
Nachmittags kommen wir in der quirligen Stadt Baños an und beziehen unsere Zimmer im Hotel Alisamay, das sogar einen Pool und einen Jacuzzi hat (wobei der Jacuzzi kostenpflichtig ist und der Pool eiskalt, sodass die Jungs lieber den offenen Fitnessbereich nutzen). In dem Städtchen gibt es verschiedene Wäschereien, wo ihr eure Klamotten waschen könnt. Zum Essengehen und Souvenirs kaufen gibt es auf den Hauptstraßen unzählige Möglichkeiten.
Tag 9: In und um Baños
Wir frühstücken alle zusammen im gemütlichen Frühstücksraum des Hotels und brechen um 9:30 Uhr zu einem kleinen Ausflug im Bus auf. Der Himmel ist blau, die Luft klar und wir haben einen richtig guten Blick auf den sehr aktiven, schneebedeckten Tungurahua Vulkan auf 5323 Metern Höhe. Wir besuchen den kleinen Park La Casa del Arból. Bei einem gigantischen Blick über die Anden und auf dem Vulkan Tungurahua kann man hier nicht nur die schöne Pflanzenwelt erkunden und mit etwas Glück Fotos von Kolibris machen, sondern auch ein bisschen übers Tal schaukeln und mit einer Seilbahn fahren.
Beim nächsten Stopp, unweit, haben wir von einer gläsernen Plattform einen tollen Blick auf Baños und die umliegenden Berge und Vulkane. Auch hier wird Action geboten und auch hier machen Milan und Noah mit, in ihrer Mitte unsere jüngste Mitreisende mit ihren 8 Jahren. In einer gigantischen Schaukel schaukeln sie übers Tal. Für noch mehr Action verdreht der Schaukelmaster die Schaukel am Ende noch. Was für ein Spaß!
Der letzte Stopp ist ein kleiner Freizeitpark mit ebenfalls einmaligem Ausblick auf die Berge, Vulkane und das Tal. La Mano de la Pachamama ist nicht nur der Aussichtspunkt in Form einer riesigen Hand. Es gibt auch ein Labyrinth, ein Bällebad und einen Hüpfburgenparcours, die im Eintrittspreis mit inbegriffen sind.
Am Nachmittag schlendern wir durch Baños, kaufen Obst in der authentischen Markthalle, essen lokales Almuerzo (ein spätes Mittagessen) in einem kleinen Lokal und lassen uns durch den lebendigen Ort treiben.
Tag 10: Wandern auf 5.000 Metern und weiter nach Guamote
Um 10 Uhr verlassen wir das Hotel Alisamay und die Stadt Baños und bald auch die Provinz Tungurahua. Wir fahren weiter in den Anden, bis wir die Provinz Chimburazo, benannt nach dem Vulkan, erreichen. In der alten Hauptstadt Riobamba ist heute, am Samstag, viel los. Wir passieren indigene Märkte, wo Obst, Gemüse und Kleintiere verkauft werden. Am Straßenrand hängen ganze Schweine. Wir besuchen einen einheimischen Viehmarkt. Ein buntes Treiben, aber nichts für Vegetarierinnen und Vegetarier und zarte Gemüter.
Wir fahren weiter, immer höher in die Anden, bis auf 4.800 Meter hoch. Von hier aus heißt es, die letzten 200 Höhenmeter bis auf 5000 Meter zu Fuß zurückzulegen. 200 Höhenmeter klingt vielleicht wenig, ist in dieser Höhe aber eine ganz schöne Herausforderung, die nur ein Teil unserer Gruppe auf sich nimmt. Hier oben ist die Luft ganz schön dünn und wir nicht gewöhnt an solche Höhen. Wir gehen ganz langsam und machen häufig Pausen. Das Herz pocht, der Kopf dröhnt und die Beine sind wackelig. Überschätzt euch bitte nicht und dreht um, wenn es zu heftig wird. Ich habe auf dem Weg einige sich Überhebende gesehen (nicht nur Touristen) und andere, die den Weg hinunter gestützt werden mussten. Auf dem Weg zurück hat mir vor allem die eisige Kälte in dieser Höhe zu schaffen gemacht. Handschuhe und Mütze machen bei einstelligen Temperaturen kaum über 0 Grad hier durchaus Sinn. Dafür werden wir beim Abstieg mit einem sensationellen Blick auf den Gipfel des Vulkans Chimborazo belohnt, als es plötzlich aufklart. 6263 Meter hoch ist er, vom Erdmittelpunkt aus gerechnet sogar der höchste Berg der Welt.
Auf der Weiterfahrt entdecken wir plötzlich eine riesige Herde Alpakas, Lamas und Vicuñas, die am Fuße des Chimborazo grasen. Das perfekte Fotomotiv!
Tag 11: Markttag in Alausí, Besuch der Inkaruinen und Ankunft in Cuenca
Nach einem sehr leckeren Frühstück und dem Kauf ein paar hübschen Mitbringsel brechen wir um 8:30 Uhr mit dem Bus auf. Die Jungs hatten sich als Frühstückszeit 6:30 Ihr statt 7:30 Uhr gemerkt und sind entsprechend schon lange wach. Macht nichts, heute reisen wir weit bis Cuenca und im Bus können sie sich ausruhen.
Nach etwa einer Stunde machen einen Stopp in der indigenen Stadt Alausí. Heute, am Sonntag, ist hier Markt. Es macht richtig Spaß, darüber zu schlendern, Obst und Gewürze zu kaufen und die schönen indigenen Trachten anzuschauen. Anhand der Hüte erkennt man den Status der indigenen Familien, große Pfauenfeder bedeutet viel Reichtum. Auf dem Markt gibt es wirklich alles. Außer frischem Obst und Gemüse auch warmes Essen, Kochtöpfe, Schafe, Mäusefallen, Batidomixer, Klamotten und Schuhe. Die Jungs interessieren sich aber hauptsächlich für das Fußballturnier ungefähr 10-jähriger Jungs in einer Halle direkt am Markt, in die wir zufällig hineingeraten. Andi und ich lassen uns durch den Ort treiben und laufen den Hügel hoch zur Petrusstatue, von der aus man einen guten Blick auf den Ort und die umliegenden Berge hat. Jetzt fährt der historische Zug ein, eine Touristenattraktion. Wir laufen schnell zum Bahnhof, um die Abfahrt nicht zu verpassen. In einer urigen Bäckerei decken wir uns noch mit Leckereien zum Mittagessen ein, bevor wir unsere Reise fortsetzen.
Wir besuchen die Inkaruinen Ingapirca. Die Ausgrabungsstätte ist allerdings schon viel älter als die Inkazeit. Sie stammen noch aus der Zeit der Volksgruppe der Cañaris. Die andere Seite stammt von den späteren Inkas. Jessica führt uns herum und erklärt uns alles. Wir sehen ovale Speicher, aus Flusssteinen gebaut, ein nachgebautes kleines Lehmhaus, in dem 12 Menschen zusammengelebt haben. Wir sehen das Steingrab einer Cañari Prinzessin. Hier lag die damalige Hauptstadt Machu Picchu, 200 Kilometer Luftlinie zum Machu Picchu in Peru entfernt. Auch der Tempel war, wie alles hier, in ovaler Form errichtet, als Symbol von Weiblichkeit und Pachamama. Reste der Keller der Cañaris, eine alte Incastraße. Vulkansteine, die für die unterschiedlichen Gebäude genutzt wurden. Grundmauern der Inkahäuser, der Sonnentempel.
Am frühen Abend kommen wir in der Stadt Cuenca an, mit vollem Namen Santa Ana de los quatro ríos de Cuenca, der mit einer halben Million Einwohnern drittgrößten Stadt Ecuadors. Unser Hotel Hostería Durán im Stadtteil Baños ist ein sehr schickes Wellnesshotel. Wir beziehen unsere gemütlichen, großen Zimmer und freuen uns, dass wir gleich drei Nächte hierbleiben werden. Wir gehen alle zusammen um die Ecke noch etwas essen. Der Tag war lang und wir haben wieder viele neue Eindrücke von diesem wahnsinnig vielfältigen Land gewonnen. So gehen wir früh schlafen.
Tag 12: heiße Quellen, Cajas Nationalpark und Altstadt von Cuenca
Wellnesshotel heißt, dass euch der Spa Bereich der Hostería Durán ab 6:30 Uhr zur Verfügung steht. Das Schwimmbecken ist heute Nacht neu befüllt worden. Um 6:15 Uhr aufgestanden, schnell geduscht, rein in Badeanzug und Badekappe (die ist hier übrigens für alle Pflicht und man bekommt eine mit dem Bademantel dazu), Schwimmbrille auf und rein in den Pool zum Bahnenschwimmen. Der Pool hat mindestens 17 Meter Länge. Aber ups! Das Wasser ist heißer als jede Badewanne. Klar wussten wir, dass es Thermalquellen sind, aber mit über 50 Grad hatten wir nicht gerechnet. Außer Andi und mir ist noch der 13-Jährige einer mitreisenden Familie hier, der sich auch aufs Bahnenschwimmen gefreut hatte. Ansonsten fröhliche ecuadorianische ältere Herrschaften, die die Ruhe am Morgen in den wirklich heißen Quellen genießen. Okay, also Entspannung statt Frühsport, auch gut. Die Schwimmbrille hätte ich mir sparen können. Nachdem wir es ungefähr 5 Minuten in dem heißen Bad ausgehalten haben, probieren Andi und ich den Raum mit dem Schlammbad. Wir reiben uns ordentlich von unten bis oben ein, lassen das Ganze 10 Minuten einwirken und fühlen uns danach wie neugeboren mit ultraweicher Babyhaut. Ich übertreibe nicht! Danach noch kurz ein Wechselbad in 40 und 8 Grad, dann zum üppigen Frühstücksbuffet, bei dem wirklich nichts fehlt. Es gibt sogar eine warme, süße Fruchtsuppe, die mit Kardamom gewürzt zu sein scheint und mich an ein Rezept aus meiner Kindheit erinnert, Obstsuppe mit Klößen von Oma Liselotte.
Um 8:30 Uhr starten wir mit unserem Tagesausflug in den Cajas Nationalpark auf 3950 Meter Höhe. Auf dieser Höhe wachsen nur noch Büsche und ein paar eingeführte Kiefern. Von hier aus ist der Pazifik nur 60 Kilometer Luftlinie entfernt. Jessica erklärt uns die Pflanzenwelt der tundraartigen Landschaft, zeigt uns Papierbäume und Wasserpflanzen, auf denen wir stehen wie auf einem Teppich, drei verschiedene Baldrianarten, Johanniskraut, Andentulpen, Bromelien und die Nationalpfanze Feuerlanze, während wir um einen der vielen Seen herumlaufen, auf dem Andenenten schwimmen.
Weiter geht’s in die Altstadt von Cuenca. Wir starten mit einem Besuch der neuen Kathedrale, gegenüber der alten Kathedrale, die heute als Museum dient, dazwischen liegt der kleine Park Calderón. Wir lassen uns durch die Gassen treiben, kehren zum Mittagessen in ein Lokal ein, besuchen die Markthalle, eine Chocolatería, in der es auch sehr leckeres Eis gibt. Es gibt in Cuenca auch viele hübsche kleine Lädchen zum Schaufensterbummeln.
Am Nachmittag haben wir noch Zeit, den Thermalbereich der Hostería Durán nochmal ausgiebig zu besuchen. Hier ist viel los. Im warmen Becken tummeln sich nicht nur Hotelgäste wie wir, sondern hauptsächlich Einheimische aus Cuenca, die freundlich interessiert an uns Touristen sind. Im Dampfbad befragen und fünf ältere Herren ausgiebig über unsere Herkunft, Reiseroute und Kosten einer solchen Reise. Am Ende beglückwünschen sie uns, dass wir hier sein können. Recht haben sie.
Tag 13: Handwerkskunst der Anden und Entspannen im Spa
Man kann sich daran gewöhnen, den Tag mit einem Bad in heißen Quellen zu beginnen.
Nach dem Frühstück fahren wir zu einer Hutmanufaktur und Museum. Ausschließlich Frauen flechten die Panamahüte aus Palmblättern. Man kann einen gewöhnlichen Hut an einem Tag flechten, aber einen besonders feiner dauert viel länger, ungefähr ein halbes Jahr, da die Palmblätter immer weiter gespalten werden müssen. Ein solcher Hut ist dann natürlich richtig teuer. Der Panamahut stammt nicht aus Panama und heißt trotzdem so, vermutlich aufgrund eines Missverständnisses. Die Hüte werden aus Ecuador in über 150 Länder exportiert.
Wir sehen die Maschinen, in denen die Hüte gekocht, gefärbt und fermentiert werden. In einem Raum werden Hutbänder in allen Farben genäht. Am Ende können wir Hüte in sämtlichen Farben, Formen und Größen anprobieren. Am Ende kaufen wir aber lieber die Miniaturhütchen als Schlüsselanhänger und Kühlschrankmagneten im Souvenirshop. Sehr hübsche Mitbringsel! Unser 13-Jähriger ist extra vom Bus aus nochmal zurück in den Museumsshop gelaufen, weil ein Fußballfreund seinen Miniatur-Panamahut auf Snapchat entdeckt hatte und nun auch unbedingt einen haben wollte.
Danach besuchen wir eine Schalmanufaktur, in der die traditionellen Makanas hergestellt werden. Die hier arbeitende Monica zeigt uns, wie die Schals gewebt werden. Sie schützen vor Hitze und Kälte und auch Babys werden darin getragen. Makana ist ein Kichwa Wort und bedeutet handgewebt. Sie arbeiten mit verschiedenen Materialien, Baumwolle, Bambus, Wolle, Seide und Alpakawolle. Mit Agavenfasern werden Formen wie Blumen oder Kolibris gewebt. In Keramikgefäßen werden die Schals für 15-30 Tage mit Naturfarben, zum Beispiel Johannisbrot, Nüssen oder Indigo, fermentiert. Monicas Kollege erklärt uns den Webstuhl. Das Weben einer Makana dauert 4-5 Tage. Die Fransen werden in Makrameetechnik geknüpft. Am Ende sehen wir die fertigen Produkte, zum Beispiel Hochzeitsschals und Makanas als Teil der Cuenca Tracht. Die Makanas zeigen auch den Status an. Je feiner gewebt, desto höher der Status. Wir sehen Schals für Frauen und Männer aus unterschiedlichen Materialien, auch aus Seide. Die Schals sind wunderschön und natürlich nehmen wir einen als Andenken mit.
Chordeleg ist ein kleines Andenstädtchen, das für seine vielen Schmuck- und Souvenirläden bekannt ist. Wir schlendern durch die Lädchen, kaufen noch das ein oder andere Bastdöschen, schauen uns den bunten Schmuck und den Hauptplatz mit der Kirche an. Dann gibt es statt Mittagessen einen Milchshake für alle. Ich bin dem 10-jährigen Moritz nämlich noch einen Oreo Milchshake (sein Lieblingsgetränk) schuldig. Das hatte ich ihm versprochen, wenn er einen lebendigen rohen Riesenwurm, der uns im Amazonasgebiet angeboten wurde, isst. Und was soll ich sagen?
Nachmittags haben wir Zeit, um noch einmal die Hostería Durán zu genießen. Zum Hotel gehört auch der Spa Novaquaein kleines Stückchen weiter den Berg hinauf. Die Jungs müssen zuhause bleiben, denn es ist ein Spa ausschließlich für Erwachsene und sehr schick. Andi und ich starten im warmen Thermalpool, sehr angenehm und entspannend. Wir probieren die warm-kalten Wechselbäder und danach etwas, das wir noch nie gesehen haben. Wir steigen in jeweils eine geschlossene Holzbox, aus der oben nur unser Kopf herausschaut. Von unten steigt angenehm warmer Dampf hoch, dessen Temperatur man selbst regeln kann. Insgesamt verbleiben wir hier 15 Minuten und alle 5 Minuten schüttet uns ein Mitarbeiter einen Eimer kaltes Wasser über zuerst den Rücken, dann die Brust und schließlich den Kopf. Danach fühlen wir uns richtig erfrischt. Das Dampfbad probieren wir auch noch aus und legen uns anschließend mit einer Schlammmaske ins heiße Wasser der Grotte, die ganz oben auf dem Berg liegt und das schöne Areal überblickt. Das Allerbeste jedoch ist die Rückenmassage, die wir uns gönnen. Jetzt sind wir so richtig entspannt. Es gibt auch ein sehr leckeres gastronomisches Angebot im Novaqua Spa. Hier könnt ihr es euch den ganzen Tag gutgehen lassen. Wenn es dunkel wird, habt ihr einen Wahnsinnsblick in die Berge und auf die Lichter des Stadtteils Baños, wunderschön.
Zum Abschluss unseres dreitägigen Aufenthalts in der Hostería Durán gehen wir abends zusammen in der Gruppe im feinen Hotelrestaurant essen. Die Karte ist groß und vielfältig und die Preise sehr fair für das sehr leckere Essen, hübsch serviert und groß die Portionen. Wer will, kann sich zum „Nachtisch“ noch einen Piña Colada aus frischen Ananas im riesigen Kelch gönnen. Unsere Mitreisenden haben sehr davon geschwärmt.
Tag 14: Weiterfahrt durch die Anden bis nach Guayaquil
Um 6:30 Uhr sind wir wieder die ersten im Thermalpool und in den warm-kalten Wechselbädern des Hotel. Auch eine letzte Schlammkur muss sein, übrigens auch sehr wirkungsvoll bei jugendlichen Hautproblemen. Diese morgendlichen Rituale werden wir vermissen!
Nach dem letzten leckeren Frühstück in der Hostería Durán reisen wir um 8:30 Uhr weiter. Noch ein letzter Fotostopp mit Blick auf die schöne Stadt Cuenca, die sowohl bei Einheimischen als auch bei Ausländern als sichere Großstadt sehr beliebt ist. Man kann es schon nachvollziehen, dass sich reiche Amerikaner hier zur Ruhe setzen.
Wir halten am Mirador Tres Cruces auf 4.167 Metern Höhe im Cajas Nationalpark, den wir ja schon ein bisschen kennengelernt haben. Hier oben bläst der Wind recht frisch, aber der Himmel ist blau und wir haben einen fantastischen Blick über die Anden. Der Aussichtspunkt Tres Cruces ist der Punkt, an dem das Wasser auf der einen Seite in der Atlantik und auf der anderen Seite in den Pazifik abfließt. Der Cajas Nationalpark besteht aus vielen Seen, die alle miteinander verbunden sind und durch Abflüsse auch mit den beiden Ozeanen.
Nach der Weiterfahrt über den Wolken und einer Mittagsrast in den Wolken fahren wir langsam wieder hinab in deutlich flachere Gefilde und damit wieder in den Regenwald. Vorbei an Kakao-, Zuckerrohr- und Bananenplantagen und auf die Panamericana in Richtung Kolumbien. Wir kommen an Reisfeldern und Mangobäumen vorbei und erreichen die Provinz Guayas. Dann erreichen wir Guayaquil, die größte Stadt Ecuadors, im 16. Jahrhundert gegründet und seither mehrfach abgebrannt, da die Häuser früher aus Bambus gebaut wurden. Guayaquil ist die einzige Stadt in Ecuador mit Favelas. Wir passieren den internationalen Flughafen und fahren unter der Seilbahn hindurch, die den Einwohnern als Transportmittel dient.
Wir checken im Hotel Unipark ein, nachdem uns Jessica eingängig eingebläut hat, wie vorsichtig wir in dieser Metropole als offensichtliche Touristen sein müssen. Ohne Kameras, Handys und nur mit Kleingeld in den Hosentaschen und immer in der großen Gruppe wollen wir trotzdem nochmal raus. Direkt gegenüber des Hotels befindet sich der kleine Leguanpark. Auf kleiner Fläche hängen die Tiere hier überall herum. Auch sehr viele Tauben haben sich dazugesellt, die einheimische Touristen sehr gerne füttern. Wir laufen ein Stück bis ans Wasser, die Jungs wollen aber lieber schnell wieder zurück ins Hotel Gym.
Wir essen abends gemeinsam im Hotel und freuen uns auf die morgige Weiterreise auf die Galapagosinseln, von der wir euch bald im dritten Ecuador-Reiseteil berichten.
Jetzt in den Podcast reinhören: Familienreise durch Ecuador
Im Podcast nehmen wir euch mit auf unsere Familienreise durch Ecuador und erzählen von unseren Erlebnissen unterwegs. Von Quito und dem Äquator über Otavalo und Cotacachi bis zum Kratersee Cuicocha und weiter ins Amazonasgebiet. Wir berichten von der Reise mit Djoser Family, besonderen Erlebnissen und unseren Erfahrungen beim Reisen durch Ecuador mit Kindern und Teenagern.
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