Namibia

von Christin 9 Min. Lesezeit 0 Kommentare

Namibia mit Kindern: Unsere Rundreise mit dem Mietwagen

Zwischen Safari, Dünen und entspannten Tagen in Lodges.

Namibia Afrika mit Kindern

Wir haben schon einige Fern- und Abenteuerreisen hinter uns und waren auf der Suche nach einem neuen, spannenden Ziel, das gleichzeitig mit den Bedürfnissen und Ansprüchen unserer beiden Kinder vereinbar ist. Sonne, Tiere, Entschleunigung und Ruhe – da wir Südafrika schon gesehen haben, haben wir uns dieses Mal für Namibia entschieden. Um es gleich vorwegzunehmen: Wir haben eine kleinkindtaugliche Rundreise gemacht, da unsere Kinder zum Zeitpunkt der Reise sechs und knapp zwei Jahre alt waren.

Wir haben uns gegen eine vorgeplante Reise über eine Agentur entschieden und den kompletten Aufenthalt selbst recherchiert und gebucht. Einige Ausflugsziele bzw. Routen in Namibia waren für uns tabu, denn wir wollten keinerlei Malariarisiko eingehen. Da wir in der Regenzeit durch Namibia reisten (Januar 2026), spielt das Thema Malaria in einigen Regionen eine wichtige Rolle. Nachdem wir etwa im September festgelegt hatten, dass wir im Winter nach Namibia reisen würden, wollte ich mich bei einem Tropenarzt bezüglich Malaria und anderer Krankheiten beraten lassen. Ich war ziemlich geschockt, als mir mitgeteilt wurde, dass ich aufgrund einer langen Warteliste frühestens im Februar einen Termin zur Beratung bekommen könnte. Leicht panisch habe ich dann bei meinem Hausarzt angerufen und ihm die Situation geschildert – und siehe da: Er bot mir an, mit meinen Reiseunterlagen und den vier Impfpässen vorbeizukommen, damit er sich alles anschauen konnte. Nach etwa einer Woche war seine Prüfung abgeschlossen. Unser Hausarzt hat überraschenderweise eine Zusatzausbildung in Tropenmedizin und – wie er es nannte – „schnelle Kontakte“ zum Tropeninstitut. Nachdem sowohl unser Hausarzt als auch unser Kinderarzt angesichts unserer geplanten Route unbesorgt waren, konnten wir uns endlich an die Buchung der Reise machen.

Inhalt 9 Abschnitte
  1. Unser Flug nach Namibia
  2. Unsere erste Lodge
  3. Weiter Richtung Süden
  4. Kgalagadi Transfrontier Park
  5. Wein mitten in Namibia
  6. Swakopmund und Sandwich Harbour
  7. Unser Abschluss in Windhoek
  8. Noch ein paar Tipps für eure Namibia-Reise
  9. Unser Fazit: Namibia mit Kindern

Unser Flug nach Namibia

Unseren Flug haben wir über Skyscanner gebucht. Hier kurz die Zahlen, Daten und Fakten: Wir zahlten für zwei Erwachsene und zwei Kinder (zwei und sechs Jahre) für die Direktflüge über Nacht von Frankfurt nach Windhoek und zurück knapp 3.000 Euro. Wir waren von der Fluggesellschaft positiv überrascht. Wir hatten viel Beinfreiheit, leckeres Essen – auch das Kids-Menü sowie mein vegetarisches Essen waren super –, ein gutes Entertainment-Programm und auf beiden Flügen wirklich sehr freundliche und engagierte Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, die auch die Sonderwünsche unserer Kinder gerne erfüllt haben. Sogar relativ ausgeschlafen kamen wir früh morgens in Windhoek an und konnten sehr unkompliziert unseren Mietwagen am Flughafen entgegennehmen. Auch die beiden Kindersitze waren sauber und machten einen guten Eindruck. Nach langem Hin und Her hatten wir uns für einen 2x4 Toyota Urban Cruiser entschieden und diesen über CHECK24 bei Europcar gebucht. Die meiste Zeit unseres Urlaubs sind wir im wahrsten Sinne des Wortes „gut gefahren“ mit unserem 2x4. Wir hatten uns im Vorfeld unsere Reiseroute bei Google Maps angeschaut und Kontakt zu den Lodges aufgenommen, um uns bezüglich der jeweiligen Anfahrt zu erkundigen. Dennoch würden wir im Nachhinein etwas tiefer in die Tasche greifen und einen 4x4 mieten. Gerade in der Regenzeit können Straßen überflutet oder schlammig sein, sodass ein Fahrzeug mit Allradantrieb deutlich mehr Sicherheit und Flexibilität bietet. Vergesst außerdem nicht, euch bei der Mietwagenbuchung bzw. -übernahme die notwendigen Unterlagen für einen Grenzübertritt ausstellen zu lassen – warum ihr diese dringend braucht, erkläre ich weiter unten. Und noch etwas: Checkt das Auto unbedingt gründlich bei der Übergabe! Bei uns fehlte das Wagenrad. Das hätte uns bei einer Panne bei 40 Grad Celsius, mutterseelenallein irgendwo in der Savanne, zum Verhängnis werden können.

Unsere erste Lodge

Wir starteten also am frühen Morgen mit unserem Mietwagen und machten uns auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft. Aufgrund der Nähe zum Flughafen und der tollen Bewertungen hatten wir uns für die Okambara Elephant Lodge entschieden. Dort angekommen wussten wir sofort, warum die Empfehlungen so positiv waren. Die Lodge ist traumhaft schön angelegt. Wir hatten ein Familienzimmer direkt am Haupthaus, das im afrikanischen Stil eingerichtet war und aus zwei getrennten, sehr geräumigen Schlafbereichen sowie einem Badezimmer bestand. Wir hatten Halbpension gebucht und das Buffet ließ keine Wünsche offen. Auch unsere Kinder wurden immer fündig und satt. Ein Großteil des Essens stammte aus eigenem Anbau. Jeden Abend wurde uns das Menü in drei Sprachen vorgestellt – auf Deutsch, Englisch und natürlich als Highlight auf Klick. Anschließend wurde noch ein bisschen gesungen und getanzt, was vor allem unsere zweijährige Tochter begeisterte. Der Besitzer der Lodge, Christian Schmitt, war jeden Tag vor Ort und hat uns bei allen Fragen und Anliegen unglaublich gut unterstützt. Auch die geführten Safaris waren absolut empfehlenswert. Unseren Guides war es sehr wichtig, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und gleichzeitig die Natur und die Tiere zu respektieren. Sie konnten uns sämtliche Fragen beantworten und wir haben uns zu jeder Zeit sicher und gut aufgehoben gefühlt. Die Lodge verfügt über einen großen Pool. Zudem gibt es verschiedene Wanderwege – unter anderem zu einem Wasserloch, an dem wir Antilopen gesehen haben. Auch auf dem Grundstück selbst tummeln sich zahlreiche Tiere, sodass es unseren Kindern nie langweilig wurde.

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Weiter Richtung Süden

Nach drei wunderbaren Nächten machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Süden. Wir legten einen praktischen Zwischenstopp in Mariental ein, um zu tanken und einzukaufen. Dabei besichtigten wir auch noch den Hardap-Staudamm. Hier ist anzumerken, dass Tankstellen und Supermärkte in manchen Regionen Namibias nur recht selten vorkommen. Plant eure Tagesetappen deshalb im Voraus und markiert euch Tankstellen und Einkaufsmöglichkeiten auf eurer Karte. Wir hatten zudem einen Kühlrucksack dabei, damit wir Lebensmittel aus den Supermärkten auch über längere Strecken transportieren konnten. Auch wenn ihr dafür eventuell ein paar Kilometer Umweg in Kauf nehmen müsst, würden wir euch empfehlen, regelmäßig größere Orte oder Knotenpunkte anzusteuern und dort alles aufzufüllen, was ihr benötigt – vor allem Kraftstoff, Wasser und Lebensmittel.

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Kgalagadi Transfrontier Park

Nach unserer Nacht in Mariental machten wir uns auf den Weg zur nächsten Lodge in der Nähe des Kgalagadi Transfrontier Parks. Nach einer langen und einsamen Fahrt wurden wir auch dort sehr freundlich begrüßt. Wir hatten zwei kleine Steinhäuschen direkt nebeneinander. In dieser Unterkunft hatten wir Selbstverpflegung gebucht. Unsere Häuschen waren mit allem ausgestattet, was notwendig war: Kühlschrank, Gasherd, Wasserkocher, Geschirr – es hat uns an nichts gefehlt. Die Lodge verfügt über einen Pool und es können verschiedene Arten von Pirschfahrten gebucht werden. Wir haben eine Fahrt auf eigene Faust in den Nationalpark unternommen. Für uns als zwei Erwachsene mit zwei Kindern war der Grenzübertritt allerdings mit relativ viel Aufwand verbunden. Da wir dabei die Grenze nach Südafrika passierten, benötigten wir die entsprechenden Unterlagen der Autovermietung, sämtliche zum Mietwagen gehörenden Dokumente, unsere Reisepässe sowie die erforderlichen Dokumente für die Kinder. Auch die Einreiseformalitäten nahmen einige Zeit in Anspruch. Insgesamt dauerte es bei uns etwa 45 bis 60 Minuten, bis wir schließlich in den Park fahren konnten. Auch bei der Ausreise solltet ihr ausreichend Zeit für die Grenzformalitäten einplanen. Für uns war das insgesamt ziemlich viel Aufwand – und leider war zu unserem Reisezeitpunkt trotz Regenzeit kaum ein Wasserloch richtig gefüllt, sodass wir verhältnismäßig wenige Tiere gesehen haben. Eines meiner absoluten Highlights dort war dafür der unglaubliche Sternenhimmel. Wir haben uns spät abends die Campingstühle vor unsere Unterkunft gestellt und einfach stundenlang nach oben in den Nachthimmel geschaut. Irgendwann konnten wir die Sternschnuppen gar nicht mehr zählen – so viele waren es. 

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Wein mitten in Namibia

Nach drei sehr entspannten Tagen führte unsere Fahrt erneut über Mariental zur Neuras Wine & Wildlife Estate – einem der wenigen Weingüter Namibias. Nach einer leckeren und üppigen Weinprobe, tollen Stunden am Pool und einer Gepardenfütterung ging unsere Fahrt weiter nach Swakopmund.

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Swakopmund und Sandwich Harbour

Swakopmund ist wunderschön, gepflegt und allein aufgrund seiner Lage am rauen Atlantik definitiv einen Besuch wert. Es gibt eine schöne Einkaufsmeile, einige Sehenswürdigkeiten und einen grandiosen Blick auf das weite und wilde Meer. Von dort aus haben wir eine geführte Tour zum Sandwich Harbour im Namib-Naukluft-Nationalpark gemacht. Wir wurden von unserem Fahrer in Walvis Bay abgeholt und erlebten mehr als vier Stunden unglaublichen Spaß, atemberaubende Ausblicke und spektakuläre Dünenfahrten. Der Fahrer ging hervorragend auf unsere Bedürfnisse mit Kleinkind ein, konnte uns jede Frage beantworten und war ein exzellenter und sicherer Dünenfahrer. Diese Tour können wir absolut empfehlen. 

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Unser Abschluss in Windhoek

Zum Abschluss fuhren wir weiter nach Windhoek, um dort noch einige Stunden zu verbringen, bevor wir am Nachmittag zum Flughafen aufbrechen mussten. Für uns persönlich war die Stadt leider eher enttäuschend. Wir erlebten einige Bereiche als schmutzig, begegneten vielen bettelnden Kindern und fühlten uns teilweise durch Personen bedrängt, die uns ansprachen oder Fotos von uns machen wollten. Auch bei den Sehenswürdigkeiten hatten wir uns etwas mehr erhofft. Deshalb waren wir letztendlich froh, dass wir nicht mehr als vier bis fünf Stunden für Windhoek eingeplant hatten. 

Noch ein paar Tipps für eure Namibia-Reise

Ihr könnt in Namibia an sehr vielen Orten mit Karte bezahlen. Etwas Bargeld solltet ihr trotzdem dabeihaben, beispielsweise für Trinkgeld beim Tanken oder für Parkplatzwächter. Südafrikanische Rand werden vielerorts genauso akzeptiert wie Namibia-Dollar. Mit Euro als Zahlungsmittel kommt ihr dagegen nicht weit. Ob Leitungswasser bedenkenlos getrunken werden kann, solltet ihr am besten direkt bei der jeweiligen Lodge oder Unterkunft erfragen. Wir haben uns dabei immer an die Empfehlungen vor Ort gehalten. Da es auf manchen Streckenabschnitten nur wenige Einkaufsmöglichkeiten gibt, hatten wir auch einige haltbare Lebensmittel dabei. Vor einer Reise solltet ihr euch allerdings unbedingt über die aktuellen Einfuhrbestimmungen Namibias informieren, da insbesondere für Lebensmittel tierischen oder pflanzlichen Ursprungs Beschränkungen gelten können. Für uns war es auf jeden Fall hilfreich, für längere Fahrtstrecken ausreichend Snacks, Getränke und Lebensmittel dabeizuhaben.

Namibia mit Kindern
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika
Namibia mit Kindern Rundreise durch Afrika

Unser Fazit: Namibia mit Kindern

Unser Fazit über Namibia ist absolut positiv. Die Landschaft ist atemberaubend – kein Bild aus dem Internet kam auch nur ansatzweise an die Schönheit heran, die wir vor Ort erlebt haben. Die Menschen, denen wir begegnet sind, waren sehr freundlich, kinderlieb, hilfsbereit und offen gegenüber Touristen und Gästen. Die Supermärkte waren sehr gut ausgestattet, auch was Babyartikel und Dinge des täglichen Bedarfs angeht. Das Essen war während unserer gesamten Reise fantastisch und selbst anspruchsvolle Esser dürften problemlos etwas finden. Und um noch ein paar Fragen zu beantworten, die uns tatsächlich vor und während unserer Reise von Bekannten gestellt wurden: Nein, Namibia ist nicht grundsätzlich ein gefährliches Reiseland. Nein, hinter jeder Ecke lauern nicht automatisch Skorpione, Giftschlangen oder Malaria. Natürlich gibt es – wie bei jeder Fernreise – Risiken und regionale Besonderheiten, über die man sich vorab informieren sollte. Mit einer guten Vorbereitung, einer sinnvoll geplanten Route und dem nötigen Respekt vor Land, Natur und Entfernungen haben wir Namibia jedoch als außergewöhnliches und faszinierendes Reiseziel erlebt. 

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