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Robinson Club Agadir

All inclusive im Schlaraffenland

Robinson Club Agadir Marokko Reisen mit Kindern

Warum nicht auch mal Cluburlaub machen? Nach Atlasgebirge und Sahara keine schlechte Idee, im Robinson Club Agadir zu entspannen und sich all inclusive verwöhnen zu lassen.

"Ihr macht Club Urlaub?!" Diese erstaunte Frage hören wir von verschiedenen Seiten, als wir von unseren Plänen berichten. Stimmt ja auch, denn schließlich sind wir diejenigen, die bisher über Cluburlauber gelästert haben. Wir haben schon Vorbehalte. Das Kontrastprogramm zu Riad in Marrakesch und Berberzelt in der Wüste reizt uns aber auch. Die Jungs sind schon seit Tagen ganz aufgeregt und fragen pausenlos, ob der Robinson Club denn sowas ähnliches wie das Silly Billy in Köln sei (ein riesiger Indoorspielplatz).

Von Weitem sehen wir ein großes Areal mit vielen verschiedenen Gebäuden und mein erste Gedanke ist: Mein Gott, ist das riesig, wieviele Leute machen denn hier gleichzeitig Urlaub? Unweigerlich muss ich an Prora auf Rügen denken, was natürlich völlig übertrieben ist, denn 4 1/2 Kilometer sind die Gebäude natürlich nicht lang.

Robinson Club Agadir Reisen mit Kindern
Monumentaler Eingang im Robinson Club Agadir
Robinson Club Agadir Reisen mit Kindern
Zentrales Gebäude mit Rezeption, Shops und Bazar

Wir beziehen unser großzügiges 2x2 Doppelzimmer mit Verbindungsflur und zwei Bädern und zwei Terrassen mit sehr schönem Ausblick auf Gräser, Sanddünen und Geräuschen von Meeresrauschen und Möwen und entspannen sofort. Der Club liegt zum Glück ganz im Süden der Bucht von Agadir, die ziemlich zugebaut ist, wie wir es erwartet hatten. Allerdings muss man dazu sagen, dass viele der Hotelanlagen höchstens zweistöckig gebaut sind und sich auch vom Stil her ganz gut in die Landschaft einfügen. So auch die in Anlehnung an den maurischen Stil gebauten Robinsonkomplexe. Hier hat man zudem im Süden komplett freien Blick auf Dünen und Natur, und da ist unser Apartment gelegen, was für ein Glück.

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Doppelzimmer im Robinson Club
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Unsere Terrasse
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Wir genießen den freien Blick auf die Dünen

Nein halt, bevor wir das Zimmer beziehen, gehen wir in der Strandbar Mittagessen. Eine 1 1/2 Liter Flasche stilles Wasser und Wasser mit Kohlensäure wartet schon auf jedem Tisch, für uns ein echter Luxus. Überhaupt, alles inklusive zu haben und sich um nichts kümmern zu müssen, genießen wir sehr.

Das Essen ist fantastisch, vor allem das Abendessen der absolute Hammer. Im ersten Moment finden wir es befremdlich, dass es getrennte Speisesäle für Familien und Nicht-Familien gibt. Allerdings sehen wir schnell die Vorteile für alle Beteiligten ein. Wir sind sehr fasziniert, wie die Köche, die zum großen Teil live kochen, es hinkriegen, so leckeres, hochwertiges und schön dekoriertes Essen für eine so große Anzahl Menschen zu zaubern. Die Jungs dürfen alles haben, sogar jeder zwei Kugeln Eis zum Nachtisch, Milan nimmt gleich noch eine dritte nach. Von Spaghetti Bolognese und Pizza für die Jungs über Garnelenpuffer mit Avocado und süß-saurer Soße, frisch filettiertem und gegrilltem Seeteufel und Wokgerichten bis zu Kaiserschmarren und karamellisierten Bananen zum Nachtisch gibt es wirklich alles. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht überfressen. Ich könnte hier fett werden. Zum Glück habe ich zumindest ein bisschen vorgesorgt und war vorm Abendessen noch Laufen.

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Das Auge isst mit
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Schlemmen macht hier großen Spaß

Auch eine Erfahrung an sich:
Wer sich außer nach Bewegung auch nach männlicher Aufmerksamkeit sehnt, sollte gegen 17.30 vom Robinson Club aus die Bucht entlang Richtung Norden bis zum Ende und zurück joggen, das dauert eine knappe Stunde. Die andere Richtung ist aus einem Grund, den ich noch nicht verstanden habe, verboten. Militärisches Sperrgebiet? Zumindest wurde ich von drei Militärs direkt zurückgepfiffen mit ihren Trillerpfeifen. Hatte mich schon gefreut, die einzige Joggerin weit und breit zu sein am menschenleeren Strand. Na gut, also die andere Richtung. Die ist eher überbevölkert, allerdings nicht von Touristen, sondern ausschließlich von marokkanischen Männern, die größtenteils in Gruppen Fußball spielen. Viele nehmen Kontakt zu mir auf, indem sie freundlich grüßen, Späße machen, eine kurze Strecke mitlaufen und mich anfeuern. Ich habe das Ganze nicht als aufdringlich, sondern als humorvoll erlebt und mich keinesfalls angemacht oder gar bedroht gefühlt. Ich laufe also Zickzack, weiche Bällen aus und bekomme einiges mit vom nachmittäglichen Agadirer Strandleben.

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Der Strand von Agadir

Am ersten Abend, nachdem Milan und Mato endlich um 22.00 eingeschlafen sind, sitzen Andi und ich noch lange auf der Terrasse, schmieden neue Reisepläne und genießen ein Gin Tonic von der Bar.

Unser Apartment ist so angenehm kühl, ruhig und dunkel, dass wir am nächsten Morgen so lange schlafen, dass wir das Frühstück bis 10.00 schon gar nicht mehr schaffen und froh sind, dass es das Langschläferfrühstück bis 11.00 gibt. Allerdings verpasse ich so den Pilateskurs um 11.00, an dem ich eigentlich teilnehmen wollte. So satt wie ich nach dem extrem leckeren Frühstück bin, macht eine Teilnahme ohnehin keinen Sinn. Naja, nachher ist ja noch AquaFit, Power Yoga, der Pool ist groß genug, um darin Bahnen zu schwimmen und wenn das alles nicht klappt, kann ich immer noch mal am Strand Laufen gehen.

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Im "Garten" vor unserer Terrasse
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Großzügige Pool-Landschaft
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Blick über den Robinson Club Agadir

Das Frühstück ist übrigens das leckerste und abwechslungsreichste, was ich jemals gegessen habe. Auch für Müsliesser und Obstfreaks wie mich gibt es eine wahnsinnige Auswahl. Neben dem obligatorischen, sehr leckeren Birchermüsli z.B. auch ein warmes laktosefreies Müsli, eine Riesenauswahl an Obst, Smoothies und Gemüsedrinks, Ingwerwasser, etc. ein absoluter Traum! Und endlich mal wieder richtigen Kaffee!

Jedenfalls können wir immer mehr nachvollziehen, was Menschen dazu veranlasst, im Robinson Cluburlaub zu machen.

Heute schaffen wir es auch, die Jungs dazu zu überreden, zunächst zum Strand und später erst zum Pool zu gehen. Der breite Sandstrand ist toll, die Jungs springen begeistert mit mir in die Wellen und bauen Burgen. Das Wasser ist nicht so kalt wie befürchtet und die Lufttemperatur und Sonneneinstrahlung heute so, dass man es gut eine Zeitlang in der Sonne aushalten kann und sich auch beim Laufen durch den feinsandigen Strand nicht gleich die Füße verbrennt.

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Beachclub
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Blick vom Meer auf den Club
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Es gibt immer was zu tun

Und so geht der Tag weiter: abwechselnd Strand (wir liegen auf Liegen unter Sonnenschirmen mit Blick aufs Meer und gehen zum Burgenbauen und in die Wellen werfen runter zum Strand), Pool und etwas Sport (Andi Cycling, ich Yoga), dazwischen immer wieder das sehr, sehr leckere Essen. So lässt es sich hier wirklich gut aushalten. Die Kinder amüsieren sich im Garten des Roby Clubs, der sehr schön und kindgerecht angelegt ist und viel bietet, nicht nur Schaukeln, Kletterflugzeug, Sandkasten mit Baggern, sondern auch einen Streichelzoo. Die Attraktion heute Morgen: die junge Eselin Tanja und ihre Mutter, die ein Fell wie Kuscheltiere haben. Frei laufende Schildkröten und Ziegen in einem tipptopp gepflegten Gehege (so wie hier alles tipptopp gepflegt ist) gibt es hier auch. Am Maxi-Programm des Roby Clubs teilzunehmen traut sich Milan nach langem Hin und her leider nicht. Mato würde gerne, ist aber noch zu jung. So wechseln Andi und ich uns mit der Betreuung auf dem Roby Spielplatz ab.

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Spielplatz im Roby Club
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Selbst einen Streichelzoo gibt es hier

Und so geht es auch am dritten und letzten Cluburlaubstag für uns weiter: Ausschlafen, ausgiebig frühstücken, Strand, Pool, Mittagessen in der Strandbar, Spielplatz, Pool, etwas Sport, Duschen, Abendessen, Kinder ins Bett bringen, Absacker auf der Terrasse. Das könnte zwar ewig so weitergehen, allerdings merken Andi und ich beide am dritten Tag, dass uns dieser gleichförmige, perfekt organisierte, stressfreie Rhythmus müde und lethargisch macht und wir uns, wenn auch wehmütig, auf die Weiterreise freuen. Andi fasst es so zusammen: "Ab morgen müssen wir wieder selbst jagen!".

Über die Stadt Agadir können wir leider nichts berichten. Zu faul waren wir und das Angebot des Robinson Clubs zu groß, als dass wir einen Fuß vor die Tore der Anlage gesetzt hätten. So scheint es hier den meisten Gästen zu gegen. Im Nachhinein etwas schade, denn die Stadt hat sicher einiges zu bieten. Aber vielleicht kommen wir ja nochmal wieder.

Robinson Club Agadir Reisen mit Kindern
Robinson Club Agadir

Unser Fazit:

Für ein paar Tage sorglose, luxuriöse Entspannung mit etwas Sport, Pool und Meer und vor allem sehr leckerem Essen, sehr nettem, aufmerksamem Service und viel Abwechslung und Spaß für die Kinder eine super Option. Hier bleibt wirklich kein Wunsch unerfüllt und alles ist perfekt organisiert. Das hat ein bisschen was von einem Leben unter einer Käseglocke. Für Urlauber, die rundumsorglos betreut werden, deutsch sprechen, sich abends fein machen und keine Überraschungen erleben wollen, der perfekte Urlaub.

Einen kompletten zweiwöchigen Urlaub im Club zu verbringen, können wir uns nach wie vor nicht vorstellen. Da würde uns die Abwechslung, das Urige und das Kennenlernen von Land und Leuten mit immer neuen Überraschungen fehlen. Für ein paar Tage oder eine Woche müssen wir unsere Vorurteile revidieren: wir werden einen Kurzurlaub im Robinson Club garantiert als Bestandteil einer Rundreise wieder in Betracht ziehen und uns hier verwöhnen lassen. Auch ohne Vergleiche zu anderen Clubs ziehen zu können: Der sehr herzliche und professionelle Service, die perfekte Organisation, das umfangreiche Programm und das Weltklasseessen haben uns überzeugt.

Wir danken dem Robinson Club Agadir für die freundliche Einladung. Unsere Meinung wird dadurch nicht beeinflusst.

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Abendstimmung mit Aussicht auf die benachbarten Dünen

Kommentare

Ich habe den Bericht mit großer Spannung gelesen, denn alle, wirklich alle meiner Freunde waren schon in einem Robinson Club. Manche fliegen jedes Jahr immer in denselben, kann ich mir erst recht nicht vorstellen.
Irgendwann müssen wir aber auch mal Urlaub in einem Robinson machen, mein Mann hat sogar schon 2x für Robinson gearbeitet (Griechenland und Fuerte).
Viele Grüße,
Martina

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