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Winter auf Rügen

5 Tipps für den Familienurlaub

Ausflugstipps für Familien auf Rügen
Werbung: Wir wurden von Adler Schiffe, dem Deutschen Meeresmuseum und dem Naturerbe Zentrum zu Recherchezwecken eingeladen.
Unsere Berichterstattung und Meinung bleiben hierdurch wie immer unbeeinflusst.

Die Weihnachtstage 2018 verbringen wir auf der Ostseeinsel Rügen. Da unsere Jungs nur bedingt mit ausgedehnten Strandspaziergängen zu begeistern sind, müssen also andere Freizeitaktivitäten her. Unser Suite Hotel (hier geht's zum Bericht) hat mit dem Kinderangebot und vor allem dem Indoor-Fußballplatz schon einiges zu bieten. Aber auf Rügen gibt es noch weitere tolle Aktivitäten, die man auch im Winter unternehmen kann.

Die nachfolgenden Aktivitäten haben wir in unserer Woche auf Rügen ausprobiert und stellen sie in diesem Artikel vor.

1. Schifffahrt zur Kreideküste
2. Ozeaneum 
3. Deutschen Meeresmuseum
4. Baumwipfelpfad Naturerbe Zentrum Rügen 
5. Prora und das Dokumentationszentrum 

Zur Einstimmung kommt aber hier erstmal ein Video von unserer Zeit auf Rügen.

1. Mit dem Schiff zu den Kreidefelsen

Rügens Kreidefelsen sind eine der markantesten und berühmtesten Landschaften der Insel. Gerne möchten wir sie einmal von der Meeresseite aus besichtigen und stechen daher mit dem 1967 gebauten Dampfer Binz in See.
Mittags legt das schön anzuschauende Schiff an der Seebrücke bei uns in Binz an und wir gehen an Bord. Bei den eisigen Temperaturen machen wir es uns direkt unter Deck in einer Sitzecke gemütlich. Dank der großen Fenster haben wir einen guten Blick nach draußen und verpassen nichts von der Fahrt und der Aussicht. Gemütlich tuckert die Binz vorbei an Prora und dem Überseehafen die Küste entlang in Richtung Sassnitz. In der Stadt, die auf der Halbinsel Jasmund liegt, legen wir an und nehmen weitere Fahrgäste auf, bevor es zum Ziel unserer Schifffahrt geht, zu den Kreidefelsen und dem Königsstuhl, der bekanntesten Felsformation Rügens. 

Seebrücke Binz
Abfahrt an der Seebrücke in Binz
Schifffahrt Rügen
Blick auf Binz
Binz Schifffahrt Rügen
Unser Platz unter Deck

Die Hinfahrt dauert eine gute Stunde, die wir uns mit Kartenspielen vertreiben. Während der Fahrt gibt der Kapitän über Lautsprecher in einer ganz eigenen und charmanten Art den Reiseführer zum Besten ("Hier links sehen wir die holländische Fischfabrik, die heißt... ach, den Namen habe ich gerade vergessen" oder "Vorsicht beim Wandern an der Steilküste! Wer hier abstützt, ist den Rest seines Lebens tot.").
Wir fahren die Küste entlang und haben besten Ausblick auf die Kreidefelsen. Als wir schließlich den Königsstuhl erreichen, mit einer Höhe von 118 Metern die höchste Klippe der Küste, wage ich mich doch einmal an Deck. Hier habe ich beste Sicht auf die berühmten Felsformationen, auch wenn der Tag heute recht grau und es an Deck ziemlich windig ist.

Nach einer Weile wendet das Schiff und wir treten die Rückfahrt an. Nun haben die Jungs Hunger und spinksen auf die Karte des Bordbistros, das eine gute Auswahl an Getränken und Speisen zu fairen Preisen bietet. Wir bestellen uns einen Kaffee und den Jungs eine Runde Bockwürste.

Nach etwas mehr als 2,5 Stunden legen wir wieder in Binz an. Schön aufgewärmt verlassen wir die Binz und sind ganz froh, die Küste bei eisigen Temperaturen auf diese angenehme und gemütliche Art erkundet zu haben. Wobei es im Sommer an Deck bestimmt auch sehr nett ist. 

Schifffahrt Rügen
Kreidefelsen von Rügen
Binz Schifffahrt Rügen
Viktoria-Sicht und Königsstuhl
Schifffahrt Rügen
Rückfahrt nach Binz

Ausflugstipp: Schifffahrt zur Kreideküste

Mit wenigen Ausnahmen fährt der Dampfer Binz täglich ab 11:00 Uhr von der Seebrücke Sellin über die Seebrücke in Binz und dem Stadthafen Sassnitz zur Kreideküste und den Königsstuhl. Ein Familienticket ab Binz kostet dabei 54 €. Genauere Infos zu Fahrtzeiten und Preisen findet ihr auf der Internetseite der Adler Schiffe. 

www.adler-schiffe.de/ab-ruegen/kreidekueste-koenigsstuhl.php

2. Im Ozeaneum in Stralsund

Vorübergehend verlassen wir Rügen und unternehmen einen Tagesausflug nach Stralsund. In der Hansestadt, die mit Rügen über zwei Brücken verbunden ist, wollen wir das Ozeaneum und das Deutsche Meeresmuseums besuchen.

Wir starten im Ozeaneum, einem modernen Gebäude von 2008, das direkt am Wasser liegt. Im Inneren werden wir in der großen Eingangshalle erstmal von einem Finnwal-Skelett begrüßt, das von der Decke hängt. Praktisch ist die orangene Linie auf dem Boden, die schwungvoll durch die verschiedenen Ausstellungen und Themenwelten führt und so den Rundgang markiert.

Bei schwachem Licht tauchen wir in der ersten Ausstellung direkt in die Tiefsee ein und lernen einiges über die Weltmeere, über die Gezeiten oder auch über die Auswirkungen des Klimawandels. Beim Betrachten der Meereskarten und Globen werden uns wieder die unglaublichen Dimensionen der Meere vor Augen geführt, die 70 % der Erde bedecken und bis heute größtenteils unerforscht sind. Die tiefste Stelle liegt bei 10.994 Metern in Mariannengraben. Passend dazu werden hier Nachbildungen von Tiefseebewohnern wie einem Kalmar, Seeteufel und Quallen gezeigt.

In den Räumen der Ostsee geht es vermeintlich heimischer zu. Ein Relief veranschaulicht in der Ausstellung die Tiefe dieses Binnenmeeres und erstaunt uns, wie tief es an manchen Stellen wird. Die heimische Tierwelt lernen wir zunächst anhand von Modellen von Robben und diverser Meeresvögel kennen. In 21 Aquarien unterschiedlicher Größe können wir dann Fischarten anschauen, die in der Ostsee leben. Toll, wie hinter den dicken Glasscheiben ein silbrig glänzender Heringsschwarm vorbeizieht.

Ozeaneum Stralsund
Das Ozeaneum in Stralsund
Ozeaneum Stralsund
Finnwal-Skelett
Ozeaneum Stralsund
In der Ausstellung
Ozeaneum Stralsund
Bewohner der Ostsee

Ganz begeistert sind wir von der Fahrt im virtuellen Tauchboot, die uns in der Ausstellung „Erforschung und Nutzung der Meere“ erwartet. In einer spannenden Fahrt tauchen wir 10.000 Meter bis zum Meeresgrund ab, wo wir die schwarzen Raucher (hydrothermalen Quellen am Grund der Tiefsee) sehen. Auf dem Weg nach unten treffen wir verschiedenste Lebensformen an, denn auch in der Dunkelheit des Meeres gibt es eine Vielzahl an Lebewesen, die sich an die Bedingungen perfekt angepasst haben.

Auf dem Weg zum Nordsee-Aquarium werden wir von einem imposanten Modell eines Riesenhais empfangen. Mit weit aufgerissenem Maul und vollem Blick auf das ansehnliche Gebiss sieht er schon ein wenig furchterregend aus. Dafür geht es in den nachfolgenden Aquarien ein wenig friedlicher zu. Flunder und Scholle aus dem Wattenmeer sehen wir genauso wie Fische, die vornehmlich in der Bretagne oder in Norwegen beheimatet sind. Durch ein Tunnelaquarium, das der Unterwasserwelt Helgolands gewidmet ist, kommen wir zum „Offenen Atlantik“. Dieses Aquarium ist mit 2,6 Millionen Litern Inhalt das größte im Ozeaneum und lässt sich von zwei Ebenen aus beobachten. Darin befindet sich ein altes Schiffswrack, das u.a. von Stechrochen, Zackenbarschen und Makrelenschwärmen  belagert wird. In diesem Aquarium lebt auch die fast drei Meter lange Sandtigerdame Niki, die 2012 aus dem Berliner Zooaquarium nach Stralsund gekommen ist, da das ursprüngliche Aquarium für sie zu klein wurde.

Im obersten Stockwerk befindet sich das "Meer für Kinder", ein Ort für Kinde von 6 - 12 Jahren zum Spielen und Entdecken. Unsere Jungs sind aber gerade viel mehr an den Pinguinen interessiert, zu denen es hier oben ebenfalls geht. Auf der Dachterrasse des Ozeaneum befindet sich die Anlage mit Humboldtpinguinen, die tagtäglich einen herrlichen Blick auf die Altstadt von Stralsund werfen dürfen.

Ein Highlight ist die eindrucksvolle Präsentation "Riesen der Meere". In Kooperation mit Greenpeace werden in einer Halle verschiedene Wale und andere Riesen der Meere in Originalgröße gezeigt. Als Besucher kann man sich auf Liegen hinlegen und eine multimediale Show verfolgen, in der die Wale mit ihren Gesängen vorgestellt werden und auf die Gefährdung dieser grandiosen Tiere aufmerksam gemacht wird. Wir sehen u.a. einen 26 Meter langen Blauwal und einen 26 Meter großen Buckelwal mit Jungtier, die wir letzten Sommer sogar in echt in Costa Rica sehen konnten.

Der Hunger ruft und draußen im Hafen locken zwei Fischerboote, die leckere Fischbrötchen verkaufen. Natürlich gehen wir zum Schiff "Milan" und machen hier eine kurze Mittagspause.

Ozeaneum Stralsund
Beeindruckende Wal-Präsentation
Ozeaneum Stralsund Pinguine
Pinguine über Stralsund
Ozeaneum Stralsund
Fischbrötchen bei Milan

Ozeaneum

Das Ozeaneum ist eine gelungene Mischung aus Museum und Aquarium. Die vielen Infos werden plakativ und spannend präsentiert und sind auch für Kinder interessant. Die Aquarien sind detailreich gestaltet und bieten faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt. Wir haben ca. 2 Stunden im Ozeaneum verbracht, man kann aber locker noch länger bleiben. Ein toller Service ist, dass man zwischenzeitlich den Rundgang unterbrechen und das Museum verlassen kann, um diesen dann später am Tag fortzusetzen. Wer auch das Deutsche Meeresmuseums besuchen will, dem empfehlen wir den Kauf eines Kombitickets.

Weitere Infos zu Öffnungszeiten und Preisen bekommt ihr auf der Internetseite des Ozeaneum.

www.ozeaneum.de

3. Im Deutschen Meeresmuseum

Stralsund ist wirklich schön. Nach unserem kleinen Mittagssnack machen wir uns vom Ozeaneum auf in Richtung Deutsches Meeresmuseums. Wir spazieren durch schöne Gassen und Straßen der Altstadt, wo es zwischen den Jahren sehr ruhig zugeht. Nach ca. 15 Gehminuten sind wir angekommen und ganz überrascht. Denn im Gegensatz zum modernen Ozeaneum befindet sich das Meeresmuseum in der ehemaligen Katharinenkirche, einem frühgotischen Backsteinbau. Die ganz eigene Atmosphäre des Museums wird dabei durch die zahlreichen „historischen“ Exponate, Vitrinen, Modelle und Schaubilder unterstützt, die wahrscheinlich schon seit Gründung des Museums im Jahr 1951 hier stehen. Toll, so ein „old school“ Museum und was für ein fantastischer Bau.

Stralsund
Unterwegs in Stralsund
Stralsund
Auf dem Weg zum Meeresmuseum
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Haben wir im Ozeaneum Fische der nördlichen Meere anschauen können, so geht es im Meeresmuseums deutlich exotischer und farbenfroher zu. In vielen Aquarien tummeln sich allerlei tropische Fische, Schnecken und Krebse. Selbst Eier eines Katzenhais kann man hier bestaunen und die ungeschlüpften und ziemlich quirligen Jungtiere durch die dünne Schale schon deutlich erkennen.

Im Chor des Gebäudes ist das Skelett eines Finnwales ausgestellt. Die weiteren Ausstellungen widmen sich der Meeresbiologie, dem Einfluss des Menschen auf das Meer, der Geschichte der Fischerei und insbesondere der DDR-Fischerei in herrlichem 60er Jahre Ost-Charme. Die Jungs flitzen zwischen den Vitrinen hin und her und sind nur noch für die Highlights zu begeistern. Die Highlights aus ihrer Sicht versteht sich. Also treffen wir sie vor einem ausgestopften Eisbären, einer Walfänger-Harpune und einer Computer-Simulation wieder, während wir uns in Ruhe der Meereskunde hingeben. Im Tiefseesaal treffen wir uns schließlich wieder, wo Modelle bizarrer Tiefseebewohner ausgestellt sind.

Highlight im Meeresmuseums ist für uns das große Aquarium mit den Meeresschildkröten. Ganz erhaben „fliegen“ sie durch das Wasser und lassen sich von zwei Ebenen und kleineren Luken aus beobachten. Ich erinnere mich, wie ich in der Türkei solch eine große Schildkröte beim Schnorcheln entdeckt habe. Absolut faszinierende Tiere.

Es dämmert bereits und über die Einkaufsstraße gehen wir zurück zu unserem Auto. Der Ausflug nach Stralsund hat sich auf jeden Falls gelohnt und die beiden Museen bzw. Aquarien sind sehr zu empfehlen. 

Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Aquarium im Meeresmuseum
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Seeigel-Foto
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
In der Ausstellung
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Museum in einer ehemaligen Kirche
Deutsches Meeresmuseum Stralsund
Das Highlight: Die Meeresschildkröten

Deutsches Meeresmuseum

Das Deutsche Meeresmuseum ist zugleich Haupthaus der Stiftung Deutsches Meeresmuseum liegt zentral in der Altstadt von Stralsund. Es bietet Ausstellungen zu verschiedenen Themen rund um die Meere, die Ostsee im Speziellen und den Einfluss der Menschen. Die Informationen werden anhand von Grafiken, Modellen, Präparaten und Exponaten anschaulich rübergebracht. Hinzu kommt eine Vielzahl von Aquarien, die u.a. Haie, Rochen, tropische Fische und Meeresschildkröten zeigen.

Weitere Infos zu Öffnungszeiten und Preisen erfahrt ihr auf der Internetseite des Meeresmuseums.

www.meeresmuseum.de

4. Naturerbe Zentrum Rügen mit Baumwipfelpfad

Nicht weit von Binz entfernt liegt das Naturerbe Zentrum Rügen in Prora. Hier können wir in einer Erlebnisausstellung und auf dem Baumwipfelpfad auf Augenhöhe mit den hier wachsenden Buchen einiges über die umliegende Natur erfahren. Am Eingang leihen sich die Jungs Ferngläser aus und kaufen sich für 2 € ein kleines Quizheft mit Fragen, die sie unterwegs beantworten müssen.

Auch wenn die Bäume zu dieser Jahreszeit keine Blätter tragen, sind wir dennoch gespannt auf den Besuch und spazieren los. Auf dem insgesamt 1.250 Meter langen Baumwipfelpfad gibt es verschiedene Lern- und Erlebnisstationen, die für Abwechslung sorgen. Dabei ist der Pfad an sich schon klasse.

Die Lernstationen bieten unterwegs immer wieder Wissenswertes rund um das Thema Natur. Mit Hilfe von Klapptafeln, Memory-Platten oder Puzzles können die Kinder einiges spielerisch entdecken und so recht schnell auch die Antworten für das Quiz finden. Besonders lange halten wir uns an einer Wasserpumpe auf, die darstellen soll, welche Kraft ein Baum benötigt, um das Wasser bis in die Baumspitzen zu transportieren- auf jeden Fall eine ganze Menge und abwechselnd kurbeln wir was das Zeug hält.

An den Erlebnisstationen ist Geschick und Gleichgewicht gefragt. Über kleine Parcours balancieren wir auf schmalen, wackeligen Holzplanken oder sich drehenden Tellern entlang, was gerade den Jungs sehr viel Spaß bereitet. 

Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Bei der Lernstation gibt es viel zu entdecken
Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Kinder-Quiz
Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Erlebnisstation
naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Hier wird's wackelig

Langsam nähern wir uns dem großen, hölzernen Aussichtsturm, der 40 Meter in die Höhe ragt und um eine Rotbuche gebaut wurde. Spiralförmig dreht sich die 600 Meter lange Rampe um den Baum nach oben. Auch hier gibt es unterwegs immer wieder kleine Lernstationen, bei denen man kleine Rätsel lösen oder Dinge ausprobieren kann. Oben auf der Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick über die Prorer Wiek und kann von Binz über Prora bis nach Sassnitz und den Beginn der Kreidefelsen schauen. Auch das Hinterland mit Seen und Wäldern lässt sich von hier oben perfekt überblicken. Bei guter Sicht soll man sogar bis nach Stralsund schauen können und die Brückenpfeiler und Kirchturmspitzen erkennen können. 

In der Ausstellung im Naturerbe Zentrum wärmen wir uns erstmal ein wenig auf und können dabei mehr über die Landschaften auf Rügen und die Lebensräume Wald, Offenland und Feuchtgebiete erfahren. Auch hier sind die Info-Stationen schön aufbereitet und können audiovisuell genutzt werden.

Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfadr
Der Aussichtsturm
Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfadr
Aussichtsturm von innen
Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Aussichtsturm von innen
Naturerbe Zentrum Rügen und Baumwipfelpfad
Aussicht auf die Ostseeküste

Naturerbe Zentrum Rügen

Das Naturerbe Zentrum Rügen liegt in der Nähe von Prora. Täglich werden mehrere Führungen angeboten, man kann aber den Baumwipfelpfad so wie wir auch auf eigene Faust erkunden. Man kann sich aber auch die Naturerbe-App herunterladen, die zusätzliche Infos für die Besucher bereithält.
Der komplette Baumwipfelpfad als auch der Aussichtsturm sind barrierefrei und lassen sich mit dem Kinderwagen oder Rollstuhl befahren. 
Geöffnet hat das Naturerbe Zentrum ab 9:30 und schließt je nach Jahreszeit zwischen 16:00 und 19:00 Uhr. Ein Familienticket kostet 23 €.
Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite. 

www.nezr.de

5. Das als KdF-Seebad geplante Prora im Wandel

Als wir vor 6 Jahren das erste Mal in Prora waren, beeindruckte dieses damals unrenovierte Gebäude durch eine monotone Tristesse, die aber trotzdem eine gewisse Faszination ausstrahlte.
Ursprünglich war das Bauwerk in dem Binzer Ortsteil von der Nazi-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" als gigantisches Seebad für brave Bürger der Arbeiterklasse gedacht. Direkt am Ostseestrand in absoluter Traumlage. Über 20.000 Menschen gleichzeitig sollten hier in Mini-Zimmern mit Gemeinschaftsbad im Treppenhaus gleichzeitig urlaubstechnisch abgefertigt und für ihren Gehorsam belohnt werden. Mit Veranstaltungshalle, einem Versammlungsplatz, zahlreichen Restaurants und sogar einem eigenen Schiffslandungsplatz sollte sich das Gebäude über 4,5 Kilometer strecken.

Der ganze Komplex blieb aber unvollendet, nach dem Krieg wurden Teile zerstört. Fünf Blöcke mit einer Länge von 2,5 Kilometern wurden zu DDR-Zeiten militärisch genutzt, später übernahm die Bundeswehr. Ein Großteil verfiel in den darauffolgenden Jahren.

Prora auf Rügen
Prora im Wandel
Prora auf Rügen
Schicke Hotels und Eigentumswohnungen in Prora
Prora auf Rügen
Unrenoviertes Prora

Seit ein paar Jahren werden die Gebäude teilweise saniert und in schicke Hotels, Ferien- und Eigentumswohnungen umgebaut. Schmucke Fassaden, modernes Interieur und der Blick auf großzügige Pools stehen neben verfallenen Teilen. Der dadurch entstehende Kontrast zwischen alt und neu wirkt seltsam und nicht sehr einladend.

Einladend dagegen wirken die kleinen Cafés in den renovierten Blöcken. Im Strandläufer kehren wir ein und wärmen uns mit leckeren Heißgetränken auf. Dazu gibt es Kuchen bzw. Sandwiches.

Anschließend besuchen wir das Dokumentationszentrum Prora, das zum Glück noch existiert. Bei dem ganzen hier herrschenden Bauwahnsinn sollte die ursprüngliche Idee und die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten.

Ich unterhalte mich mit dem Mitarbeiter an der Kasse und frage ihn, wer denn in die ganzen Eigentumswohnungen ziehen soll. Hier gibt's sonst nicht viel und vom Urlaub machen alleine kann man ja nicht leben. Er grinst nur und zuckt mit den Achseln. Er bezweifle, dass hier überhaupt so viele Menschen dauerhaft leben werden. Das scheint hier  also eine Top-Kapitalanlage zu sein.

In der Dauerausstellung "MACHTUrlaub" wird die Geschichte von Prora und seine Bedeutung als Propaganda des NS-Regimes aufgezeigt. Das "KdF-Seebad Rügen" ist neben dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg die größte bauliche Hinterlassenschaft des Dritten Reichs und daher historisch von großer Bedeutung. Auch über die NS-Organisationen "Deutsche Arbeiterfront" und "Kraft durch Freude" erfährt man hier viel und bekommt die absurden Zusammenhänge erläutert. Wir schauen uns den halbstündigen Film "KdF-Seebad Prora" im Kinoraum an, der eine sehr gute Zusammenfassung bietet und der auch die Jungs interessiert.

Prora auf Rügen
Disco und Dokumentationszentrum
Prora auf Rügen
So sollte es hier mal aussehen
Prora auf Rügen
Im Dokumentationszentrum

Dokumentationszenrtrum Prora

Das Dokumentationszentrum befindet sich im Zentrum der Anlange in Prora, im Block III von Binz aus gezählt. Es ist gut ausgeschildert. Geöffnet hat es von 10:00 bis spätestens 19:00 Uhr je nach Saison. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 €, Kinder unter 13 Jahren haben freien Eintritt.

www.proradok.de

Kommentare

Claudia

Moin,
Ich kenne Rügen im Sommer. Rügen im Winter - das hat was! Ein sehr interessanter Bericht und tolle Fotos.
Viele Grüße Claudia

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