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Im äußersten Südwesten der Niederlande

Ein aktives Wochenende in West Zeeuws-Vlaanderen

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit We Zien Je Hier Graag entstanden.

Es ist September. Die Tage werden deutlich kürzer, die Sonne hat schon weniger Kraft und die Freibadsaison endet. Menschen wie wir, die den Sommer lieben und am liebsten rund um die Uhr draußen sind, können da schon einmal etwas wehmütig werden. Hier kommt unser Rezept gegen den ersten Frühherbstblues:
Donnerstagabend schnell zwei Reisetaschen zusammenpacken, Freitag nur bis zum frühen Nachmittag arbeiten bzw. in die Schule gehen und dann ganz schnell losfahren in Richtung Westen, in einen für uns bislang noch unbekannten Teil von Zeeland, ganz im äußersten Südwesten der Niederlande, nahe der Grenze zu Belgien: Nach West Zeeuws-Vlaanderen.

Hier ist das Wetter auch nicht viel schöner als bei uns in Köln, aber wen stört das schon, wenn einem dabei der Nordseewind um die Ohren pfeift und man den Blick aufs Meer genießen kann?

Wir erreichen unser Ziel, das hübsche Örtchen Breskens, gegen Abend und checken erstmal in unserem Hotel Rooms ein. So heißt nicht nur unser Hotelzimmer, sondern das Hotel. Wir haben hier ein gemütliches Familienapartment mit Frühstück. Die Location eignet sich bestens für Ausflüge, auf die wir uns am nächsten Morgen schon freuen.

Hotel Rooms in Breskens
Hotel Rooms in Breskens
Hotel Rooms in Breskens
Auf dem Weg zu unserem Zimmer

Erstmal haben wir nach der Fahrt hierher Hunger und freuen uns auf ein leckeres Abendessen im Restaurant De Afslag, in das wir einkehren, nicht bevor wir zumindest einmal den Deich hochgeklettert sind und das Meer begrüßt haben. Das Restaurant ist nach dem Abschlag beim Golfen benannt. Midget Golf ist aber bei Weitem nicht alles, was man hier (außer sehr lecker zu essen) tun kann. Vor allem unsere Jungs sind sofort hin und weg und haben ihren Hunger, der eben noch ein großes Thema war, plötzlich komplett vergessen. Trampoline, Klettergeräte, eine riesige Spielzeugeisenbahn-Landschaft,...ein wahres Paradies!

Restaurant De Afslag
Restaurant De Afslag
Restaurant De Afslag
Leckeres Essen und viel zum Spielen

Am nächsten Morgen leihen wir uns Fahrräder beim Bike Store Breskens und radeln entspannt den Deich entlang in Richtung Belgien. Im Gepäck haben wir eine Fahrradkarte, die wir aber kaum benötigen, da die Routen von Fahrradknotenpunkt zu Fahrradknotenpunkt bestens beschildert sind. Am hübschen Leuchtturm Breskens vorbei geht es durch das Naturschutz- und Naherholungsgebiet Waterdunen. Wir genießen die frische Meerbrise und den Blick aufs Wasser.

Fahrrad fahren in Holland
Radeln auf dem Deich
Fahrrad fahren in Holland
Mit dem Fahrrad am Meer
Vlissingen
Blick auf die Westerschelde und Vlissingen
Leuchtturm
Leuchtturm

Mit dem Fahrrad nach Groede

Irgendwann fahren wir landeinwärts nach Groede, wo wir den Spiel- und Bunkerpark Groede Podium besuchen, eine sehr gelungene Mischung aus Geschichte zum Anfassen kombiniert mit Spielspaß für Kinder. Wie das geht? Nun ja, der Stützpunkt der deutschen Wehrmacht, ein Bunkerdorf, das erst etwa ein halbes Jahr vor der Befreiung der besetzten Gebiete durch die Alliierten fertiggestellt wurde, ist sehr gut erhalten. Die damals perfekt als beschauliches Polderdörfchen getarnten Bunker (mit angemalten Türen, Fenstern inklusive Blumen und Gardinen) lassen sich besteigen und von innen besichtigen. Deckenbilder der hier stationierten Soldaten sind noch gut erhalten. Infotafeln erzählen die Geschichte des Ortes, zum Beispiel, wie die Bunker als Artillerie-Munitionslager dienten, mit eigener Bahnstrecke hierher, als Unterkünfte und sogar als Lazarett. Vom Alltag der etwa 250 hier stationierten Wehrmachtsoldaten erfahren wir über Audiosäulen, an denen auch auf Deutsch Briefe des jungen Wehrmachtssoldaten Detlef an dessen Mutter vorgelesen werden. Auch unsere Jungs interessieren sich für diesen Abschnitt des Atlantikwalls und die Befreiung durch kanadische Truppen, die erst als sie durchs Dorf zogen bemerkten, was sich hinter den hübsch bemalten Fassaden tatsächlich befand. Irgendwann haben unsere Jungs allerdings genug über Weltkriegsgeschichte erfahren und dann ist es gut, dass es hier auch Hüpfburgen und Kletterspaß für Kinder gibt und man für einen leckeren Mittagssnack auch im Fietscafé einkehren und sich z.B. mit einem frischen Pfannkuchen stärken kann. Genau das tun wir auch.

Spiel- und Bunkerpark Groede Podium
Bunkerdorf als Teil des Atlantikwalls
Spiel- und Bunkerpark Groede Podium
Im Spiel- und Bunkerpark Groede Podium
Spiel- und Bunkerpark Groede Podium
Info-Tafeln berichten über das Leben im "Dorf"
Spiel- und Bunkerpark Groede Podium
Getarnte Bunker

Abenteuer und Action im Boerenhoeve in Nieuwvliet

Weiter geht’s auf den Rädern bis nach Nieuwvliet, wo wir bei Boerenhoeve Nieuwvliet einen sportliches Nachmittagsprogramm absolvieren. Nach einer kurzen Einweisung geht es zusammen mit einer Gruppe Jugendlicher auf einen Hochseilgarten.
Mitten auf dem platten Land ragt ein Hochseil-Kletterturm in luftige Höhe. Wir meistern zumindest den unteren Parcours, der noch höhere erscheint uns doch etwas zu luftig hoch. Der absolute Höhepunkt dieses Klettererlebnisses ist die sehr lange und schnelle Seilbahn von der höheren Plattform hinunter.

Boerenhoeve Niewvliet
Kletterparcours in Niewvliet
Niewvliet
Kletterpartie

Der sportliche Nachmittag geht danach sportlich weiter. Wir probieren eine traditionelle niederländische Golfvariante aus und spielen Boerengolf. Mit Holzclocsschlägern versuchen wir unsere Bälle einzulochen, was über die großen Entfernungen rund um den Campingplatz auf der Wiese gar nicht so leicht ist.

Boerenhoeve
Eine Runde Boerengolf
Boerengolf
Das Loch im Blick

Nach einer kleinen Eispause wollen die Jungs noch das Labyrinth ausprobieren beziehungsweise die Labyrinthe, denn es gibt hier gleich mehrere. Los geht es in einem dunklen Kubus, der aus 6 Etagen besteht und durch den man sich einen Weg bahnen muss. Das ist unseren Jungs irgendwie gar nicht geheuer. Sie schwanken sichtbar zwischen Abenteuerlust und Sorge, sich darin zu verirren - obwohl es 10 Notausgänge gibt.
Da klettern sie lieber auf dem Spielplatz draußen weiter.

Und dann müssen wir auch schon wieder aufbrechen, um unsere Räder wieder pünktlich um 18.00 in Breskens abzugeben. Auf dem Deich radeln wir mit Rückenwind und schönstem Meerblick zurück.

Abends essen wir in Premiumlage direkt am Strand. Der Strandpaviljoen Breskens aan Zee ist komplett verglast und sehr schön beleuchtet. Hier isst es sich sehr gut (natürlich am besten Fisch oder Muscheln) mit Blick aufs Meer.

Strandpaviljoen Breskens aan Zee
Strandpaviljoen Breskens aan Zee
Strandpaviljoen Breskens aan Zee
Abendstimmung am Strand

Danach noch kurz am Strand entlangspaziert zur Aussichtsplattform. Hier könnt Ihr kostenlos ein Fernrohr nutzen und bis nach Vlissingen hinüberblicken, Container auf den riesige Kähnen aus Antwerpen zählen, oder (was unsere Jungs irgendwie am spannendsten finden) gucken, was die Leute in dem nahen Neubau direkt am Strand im Fernsehen schauen.

Nach diesem ereignisreichen, sportlichen Tag sind wir nun müde und freuen uns auf unsere Betten im Hotel Rooms. Zum Glück ist es gar nicht weit.

Aussichtsplattform in Breskens
Aussichtsplattform in Breskens
Blick auf das nächtliche Vlissingen
Blick auf das nächtliche Vlissingen

Mit dem SUP auf dem Kanal paddeln

Noch ein leckeres Frühstück im Hotel, danach noch kurz die obligatorischen niederländische Spezialitäten- Hamsterkäufe im Supermarkt. Milan soll seiner Englischlehrerin eine niederländische Wohnzeitschrift mitbringen, interessiert sich aber mehr für die Fanta Cassis Dosen, die zusammen mit anderen exotischen Getränken erstmal für die Freunde zuhause gefilmt werden müssen. So ein niederländischer Supermarkt ist schon ein Paradies und die Qual der Wahl vor den Stroopwafel- und Hagelslagregalen groß. Jetzt müssen wir aber los, denn sonst kommen wir zu spät zum SUP-Fahren.

Am Kanal in Retranchement, nun wirklich direkt an der Grenze zu Belgien und dem Naturschutzgebiet Het Zwin gelegen, wartet schon Vincent von Cadzand Sports mit seinen SUPs auf uns. Nicht ganz ohne Sorge, ins Wasser zu fallen, wagen wir uns mit Klamotten auf die Boards. Anfangs stehen wir noch recht wackelig darauf. Das letzte Mal Suppen ist schon etwas länger her. Schnell gewinnen wir Sicherheit und sind froh, nicht auf der wilden Nordsee, sondern auf dem ruhigen Kanal unterwegs zu sein. Radfahrergruppen, die an uns vorbeifahren, winken uns freundlich zu. Eine große Gruppe belgischer Rentner filmt uns sogar. Wir wussten gar nicht, dass wir auf den SUPs eine solche Attraktion darstellen. Wir gleiten einen schmalen Nebenarm entlang und genießen die Fahrt. Es macht echt Spaß. Ob wir uns doch mal ein eigenes SUP zulegen sollten?

SUP fahren in Holland
Mit dem SUP auf dem Kanal
SUP fahren in Holland
Unterwegs auf kleinen Kanälen
SUP fahren in Holland
Sup in Holland

Nachdem wir wieder angelegt haben, wollen wir nochmal an den Strand. Die Sonne kommt sogar raus und es ist ziemlich warm, sodass es gar keine Überwindung kostet, ins Meer zu springen. Die Wassertemperatur ist noch genauso hoch wie die Lufttemperatur. Danach machen wir uns auf die Suche nach Haifischzähnen, denn die kann man hier bei Ebbe finden. Allerdings sind wir heute nicht die einzigen „Goldsucher“ (so kommen wir uns fast vor). Entsprechend gering ist unsere Ausbeute (null), was unserer guten Stimmung aber keinen Abbruch tut.

Strand bei Cadzand
Strand bei Cadzand
Strand bei Cadzand
Ein Sprung ins Meer darf nicht fehlen
Strand bei Cadzand
Auf Haifischzahnsuche
Strand bei Cadzand
Ebbe
Strand bei Cadzand
Dünenlandschaft

Wir laufen zurück zum Auto und freuen uns schon auf die vielen niederländischen Leckereien, die wir auf der Rückfahrt nach Köln verputzen werden.

Das war schön, zum Ende des Sommers nochmal frische Seeluft zu atmen und zusammen aktiv eine für uns neue Region, West Zeeuws-Vlaanderen, zu erkunden!

Weitere Infos

Weitere Infos zu West Zeeuws-Vlaanderen im äußersten Südwesten der Niederlande findet Ihr auf der Website www.visitwestzeeuwsvlaanderen.de.

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