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Plötzlich Malta

Unser Jahreswechsel auf der Mittelmeerinsel

Travelisto - Reisen mit Kindern - Familien Reiseblog

Wir sind urlaubsreif. Die letzten Wochen des Jahres waren stressig, wie eigentlich immer in der Vorweihnachtszeit. Daher wünschen wir uns nicht nur ein paar schöne, ruhige Weihnachtstage, sondern auch einen kleinen Tapetenwechsel und etwas Sonne.

Da die Jungs gerne Weihnachten zu Hause ganz klassisch mit Weihnachtsbaum und allem Drum und Dran feiern wollen, einigen wir uns darauf, erst nach den Feiertagen für eine Woche in Urlaub zu fahren. Das Problem ist nur, dass die Weihnachtsferien die absolute Hauptsaison sind, da alle Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Die Preise für alle unserer Meinung nach interessanten und lohnenswerten Reiseziele sind daher leider so hoch, dass wir sie uns für eine Woche nicht leisten wollen. Für das gleiche Geld könnten wir locker vier Wochen in den Sommerferien unterwegs sein. Was also tun? Wir sitzen das Problem aus und haben die Hoffnung, dass sich irgendetwas ergibt. Und so kommt es, dass wir während der Weihnachtstage immer mal wieder mit einem Auge auf die Last Minute-Angebote im Internet schielen, die uns allerdings wenig überzeugen können.

Über Holland nach Malta

Und plötzlich kommt uns die Lösung, die irgendwie auch noch so nahe liegt. Denn das Problem sind nicht die Unterkünfte vor Ort, sondern vielmehr die fast ausschließlich ausgebuchten Flüge, die die Preise in die Höhe treiben. Wir gehen also zunächst ganz gezielt auf die Suche nach günstigen Flügen Richtung Süden und werden unverhofft im Nachbarland fündig. Haben wir als Kölner bisher nur die Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und Frankfurt als Abflugort in Betracht gezogen, blicken wir nun Richtung Benelux. Hier gibt es mit Lüttich, Brüssel, Maastricht und Eindhoven einige Flughäfen in der Nähe, die deutlich günstigere Flüge bereithalten als vergleichbare von Deutschland aus. Und so finden wir einen Flug mit Ryanair von Eindhoven nach Malta, der uns aufhorchen lässt. Tja, schon wieder mal Ryanair, nicht unbedingt unsere Lieblingsairline, aber preislich in diesem Fall unschlagbar.

Und was für ein Glück! Malta steht schon länger auf unserer Liste, jedoch eher als Sommerdestination. Die Idee, im Winter dorthin zu fliegen, finden alle Familienmitglieder spontan gut und so buchen wir die Flüge. In drei Tagen geht es also nach Malta.

Travelisto - Reisen mit Kindern - Flug nach Malta
Über den Alpen

Mit dem Mietwagen auf Malta

Am vorletzten Tag des Jahres landen wir nach einem angenehmen, knapp dreistündigen Flug auf Malta, dem flächen- und bevölkerungsmäßig kleinsten, aber am dichtesten besiedelten Staat der EU. Unsere erste Amtshandlung auf maltesischem Boden ist direkt nach der Gepäckausgabe die Übernahme unseres Mietwagens. Da wir die Insel möglichst unabhängig erkunden wollen, mieten wir uns für die Woche einen Wagen von Active Car Rental. Das ganze läuft über die Ryanair-Website und bietet auch hier den günstigsten Preis im Vergleich zu den anderen Anbietern.

Etwas gewöhnen muss ich mich erstmal wieder an den Linksverkehr. Das dauert in der Regel etwas, daher orientiere ich mich zunächst an den anderen Autos und fahre ihnen brav hinterher. Nach ein paar Kilometern und Kreisverkehren werde ich aber schnell sicherer. Der Klassiker, dass ich statt des Blinkers den Scheibenwischer einschalte, ist mir dieses Mal zur Enttäuschung der Beifahrer übrigens nicht passiert.

My Home is Buggiba

Bei der Hotelsuche waren uns zwei Dinge wichtig: Ein Indoor-Pool (weil es draußen für´s Schwimmen viel zu kalt ist) und mindestens Halbpension. Mit diesen Kriterien finden wir relativ schnell das DB San Antonio in Buggiba, das darüber hinaus „nur“ eine All Inclusive-Verpflegung anbietet. Da der Preis insgesamt stimmt, nehmen wir dieses Angebot gerne mit und buchen kurz vor unserer Abreise ein Familienzimmer.

Seien wir ehrlich, Bugibba ist nicht der schönste Ort auf Erden. Vielmehr sammelt sich hier die geballte touristische Infrastruktur des Landes. Große Hotelkomplexe quetschen sich auf der kleinen Landzuge nebeneinander, dazwischen Restaurants, Bars und Souvenirshops. Auch architektonisch wurden hier keine Meisterleistungen vollbracht. Aber das wurde uns schon bei der Recherche klar. Wir sehen das ganze pragmatisch, denn in Buggiba übernachten wir und starten von hier unsere Erkundungsfahrten über die Insel.

Unser Hotel, das DB San Antonio, bietet alles, was wir für eine entspannte Woche benötigen. Es liegt zentral und hat knapp 300 Zimmer der unterschiedlichsten Kategorien, die alle modern eingerichtet und geräumig sind. Unser Auto parken wir in der Tiefgarage und fahren bequem mit dem Fahrstuhl in unser Zimmer im sechsten Stock. Von unserem Balkon hat man einen schönen Blick auf die Pool-Landschaft, die Bucht und das offene Meer.

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Pool im DB San Antonio
Travelisto DB San Antonio Malta
Travelisto DB San Antonio Malta

Im Hotel gibt es mehrere Restaurants, die aber teilweise im Winter geschlossen haben. Im großen Guéliz Restaurant wird als Buffet das Frühstück (zu unserer Freude bis 11 Uhr), Mittagessen und Abendessen serviert. Das Essen ist hier ok, zu den Stoßzeiten kann es schon mal etwas wuseliger zugehen. Das ist wahrscheinlich aufgrund der Größe eine ganz normale Folgeerscheinung. Die Jungs fühlen sich am Buffet pudelwohl und demonstrieren eine erstaunliche Selbstständigkeit und Kreativität bei der Auswahl der Speisen. Eigenwillige Essenkombinationen entstehen so auf ihren Tellern, die sie brav verputzen.

Angenehmer und ruhiger sind die beiden Restaurants Tajine und dBistro, für die man den Tisch für das Abendessen vorreservieren muss. Im Tajine wird ebenfalls in Buffetform sehr leckeres marokkanisches und indisches Essen zubereitet. Hier verbringen wir den Silvester- und Neujahrsabend, schlürfen einen Minztee nach dem anderen und  genießen in Feigen eingelegtes Lammfleisch, frisches Naan-Brot und andere Köstlichkeiten. 

 Sehr großzügig und schön ist die Poolanlage mit Meerblick, leider ist das Wasser eiskalt. Daher sind wir froh, dass es neben einem Spa- und großen Fitness-Bereich auch ein Hallenbad gibt, dessen Besuch wir in unseren täglichen Ablauf fest integrieren. Wie angenehm, nach dem Schwimmen schnell auf´s Zimmer zu fahren, sich umzuziehen und dann direkt zum Abendessen zu gehen.

Unser Tagesablauf auf Malta

Die Tage auf Malta verlaufen so wie wir es uns erhofft haben. Ganz entspannt gehen wir es an und frühstücken morgens erstmal ausgiebig im Hotel. Danach packen wir unsere Sachen, setzen uns ins Auto und starten zu einem Ausflug. Malta ist nicht groß, vom südöstlichsten bis zum nordwestlichsten Punkt der Insel sind es gerade mal 27 Kilometer. Daher erreichen wir mit unserem Mietwagen alle Ziele in kürzester Zeit.
Auf diese Weise packen wir viele unterschiedliche Unternehmungen in einen Tag, ohne dass der Urlaub in eine große Hetze ausartet. Die Ausflüge unternehmen wir also vom späten Vormittag bis zum Nachmittag. Hier nehmen wir uns verschiedene Ecken der Insel vor:

Tag 1: Besuch in der Hauptstadt Valletta
Tag 2: Ausflug zur Blue Grotto und zu den St. Pauls Pools im Süden der Insel
Tag 3: Überfahrt zur Nachbarinsel Gozo inklusive Spaziergängen an der spektakulären Küste
Tag 4: Wanderung entlang der Golden Bay
Tag 5: Besuch auf der Landzunge von Vittorioso 
Tag 6: Nochmal Blue Grotto und Besuch der Playmobil-Fabrik

Nach unserer Rückkehr ins Hotel am späten Nachmittag haben wir noch genug Zeit, um das Schwimmbad unsicher zu machen. Nach der Badeeinheit sind wir alle wunderbar erschöpft und hungrig. Wie angenehm es ist, nach dem Schwimmen schnell auf´s Zimmer zu fahren, sich umzuziehen und dann direkt zum Abendessen zu gehen.

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Ausflug in die Hauptstadt Valletta
Travelisto Malta
Travelisto Malta Gozo

Malta im Winter: Unser Fazit

Die eine Woche ist ein voller Erfolg und die Insel gefällt uns richtig gut. Vielleicht sogar besser als im Sommer... wir wagen einmal diese Behauptung, obwohl wir keinen echten Vergleich haben.
Im Winter ist das Wetter gut und die Temperaturen sind mit knapp 20 Grad mehr als angenehm. Es ist trocken, die Sonne scheint und die Luft ist warm. Perfekte Bedingungen, um die Insel und vor allem die teilweise spektakuläre Küste auf kleinen Wanderungen zu erkunden. Leider gibt es kaum Sandstrände, da ein Großteil der Küste sehr felsig (und wunderschön) ist. Ein klassischer Strandurlaub im Sommer kann da schon etwas stressiger werden, denn an den wenigen Badebuchten soll es laut Reiseführer oftmals recht voll werden. Im Winter dagegen haben wir sie fast für uns allein. Die Jungs können Sandburgen bauen und wir genießen die Sonne und die tollen Landschaften.

Überhaupt sind auch die Kinder mit der Wahl von Malta mehr als zufrieden, denn sie kommen voll auf ihre Kosten. Durch die Größe sind keine langen Fahrten notwendig. Auch die Städte sind überschaubar, so dass sich Kinder nicht ewig durch vermeintlich langweilige, historische Innenstädte quälen müssen. Es gibt zahlreiche Wanderwege durch das Hinterland oder auch entlang der Küste, die man zur Not abkürzen und auf die Bedürfnisse der Kinder anpassen kann. Und unterwegs gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Wem das an Family Fun noch nicht reicht, für den hält Malta Handwerksdörfer, Freizeit- und Wasserparks, Tierparks oder die Filmkulisse des Films Popeye, das Dorf Sweethaven, parat.

Unsere Tage sind auch so schon gut gefüllt mit Programm. Malta zum Jahreswechsel bietet uns die perfekte Mischung aus Erholung und Action, aus Sehenswürdigkeiten und Spaß und aus Stadt und Natur. Das Warten und die Geduld haben sich für uns mehr als ausgezahlt.

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Sandburgenbau in der Golden Bay

Wir danken dem Hotel DB San Antonio für das freundliche Upgrade. Unsere Meinung wird hiervon nicht beeinflusst.

Kommentare

Wie sich die Kreise immer wieder schließen. Vor 30min fingen wir an über eine Reise nach Asien während der Weihnachtsferien zu diskutieren. Nach einem kurzen Preischeck lautet das Fazit jedoch: utopisch!
Dabei viel mir dann Malta auf: gut, günstig und relativ nah ... und dann viel mir ein, dass ihr das ja schon getestet habt. :)
Bis auf den Linksverkehr, vor dem ich mich mein Leben lang schon drücke, klingt eigentlich alles ganz gut.

Danke für den ausführlichen Bericht, ich werde das Thema im Familienrat vertiefen!

Viele Grüße,
Marc

Andi

Hi Marc,
ja, vertiefe das mal auf jeden Fall. Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt und die Vorteile hast du ja auch schon erkannt ;-) Und den Linksverkehr hat man nach spätestens 5 Minuten drauf. Blöd war nur, dass ich zurück in Deutschland erstmal den Geisterfahrer gespielt habe... Falls du noch Infos brauchst, melde dich einfach.

Viele Grüße,
Andi

Bina

Hallo,
an Malta als Reiseziel haben wir auch schon mal gedacht. An diese Jahreszeit hatten wir da noch gar nicht gedacht. Aber da sind noch ein paar Tage alter Urlaub, der weg muß. Jetzt lasse ich mich gerade im Netz inspirieren.
Viele Grüße
Bina

Ich werde die Option mal im Hinterkopf behalten :-)

Ein schöner Bericht zu Malta. Mit einer Reise nach Malta hatte ich für 2016 auch mal kurz geliebäugelt aber die Entscheidung fiel dann auf Kreta. Aber wer weiß Malta als Winterreiseziel hört sich definitv gut an.
LG Christian

Andi

Hi Christian,
danke! Wie wäre es denn mit Kreta UND Malta? ;-) Von euch aus müsste Eindhoven als Abflugort doch auch eine gute Option sein.
Viele Grüße, Andi

Malta hatte ich für 2016 auch mal wieder auf dem Schirm. Da wir feriengebeutelt sind, ist es im Moment eher fraglich, ob wir dieses Jahr dort landen werden (die Flugpreise sind überirdisch). Aber immerhin war ich mit Euch schon mal da, vielen Dank :-). LG, Ines

Andi

Hallo Ines, immerhin hattest du Malta schon mal auf dem Schirm. Ich habe das Gefühl, dass es nicht die populärste Insel im Mittelmeer ist... und das zu Unrecht. Vielleicht findet ihr ja noch einen guten Flug, bei uns hat es letztendlich ja auch noch geklappt.
VIele Grüße, Andreas

Hey Andi, das klingt toll! Ich hätte auch damit geliebäugelt, über Weihnachten Richtung Süden zu fliegen, aber es war alles mega-teuer. Aber es waren wahrscheinlich auch die falschen Reiseziele: Malediven & Co ;-). Auf Malta wäre ich nicht gekommen, danke für den guten Tipp!

Andi

Hallo Sabine,
Malta kann ich wirklich empfehlen, auch im Winter! Manchmal muss der Zufall ja etwas nachhelfen, damit man solche Reiseziele ausserhalb der Saison entdeckt. Wobei mich ein Besuch im Sommer auch mal reizen würde.
Viele Grüße,
Andi

Hey, schön, dass es mit einer Reise noch geklappt hat! In Malta war ich schon ewig nicht mehr. Nach Deinem Artikel hätte ich aber grosse Lust darauf mal wieder eine Reise dorthin zu planen.
Lieber Gruss,
Ellen

Andi

Hallo Ellen,
es ist dann doch alles anders gekommen, was ja nicht schlecht ist. Uns hat es auf jeden Fall sehr gut auf Malta gefallen und so eine winterliche Atmosphäre am Mittelmeer hat was für sich. Es folgen aber noch ein paar Berichte, die hoffentlich noch mehr Lust machen... ;-)

Viele Grüße,
Andreas

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