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Süditalien im Herbst: Procida

Reif für eine traumhaft schöne Insel

Bis zuletzt eine Zitterpartie, ob wir es tatsächlich am ersten Ferientag der NRW Herbstferien bis nach Neapel schaffen würden. Die größte Hürde dabei der große Andrang am Düsseldorfer Flughafen gepaart mit dem altbekanntem Personalmangel und der Sorge, es bis zum Abflug um 06:10 Uhr nicht rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle zu schaffen. Vorabendcheckin mit Baggage Dropoff dringend empfohlen, also fahren wir schon am Vorabend nach Düsseldorf und reihen uns in die schon vor dem Checkin Start endlos lang erscheinende Schlange ein. Die Stimmung der Wartenden ist erstaunlich gut und wir erreichen den Schalter deutlich schneller als befürchtet. Okay, erste Hürde genommen, das Gepäck ist schon mal weg. Nun wieder zurück nach Köln, aufräumen, das letzte Handgepäck packen, die Wellensittiche versorgen und dann noch ein paar Stunden schlafen, bis der Wecker um 00:50 Uhr klingelt und wir wieder nach Düsseldorf fahren, diesmal mit einem Mietwagen. Auch durch die Sicherheitskontrolle kommen wir fix und nun kann der Urlaub schon mal langsam beginnen, auch wenn wir alle hundemüde sind.

So richtig aber beginnt der Urlaub, als wir in Napoli bei milder Temperatur aufs Rollfeld treten. Süden! Mit dem Taxi fahren wir weiter bis zum Hafen und erwischen noch die 09:25 Uhr Fähre nach Procida. Es ist immer noch Morgen und wir haben schon eine ganz schöne Reise hinter uns. Das ist der Vorteil, wenn man um 00:50 Uhr aufsteht!
Die Fährfahrt dauert nur eine Stunde, wir sitzen an Deck in der Sonne und freuen uns auf die Insel, deren Silhouette schon bald zu sehen ist. Der erste italienische Cappuccino und das erste Croissant schmecken hervorragend.

Land in Sicht: Procida
Land in Sicht: Procida

Vom Hafen aus werden wir im Vintage-Geländewagen des Resorts zu unser Unterkunft gebracht und die ist wirklich besonders. Im Procida Camp Resort übernachten wir in einem echten Airstream Anhänger, das heißt einem schicken und großen Wohnwagen, der mit anderen Wagen, Zelten und Bungalows in einem wunderschönen Garten installiert ist. Allerschönste Natur mitten auf Procida, Oliven- und Zitronenbäume, zwitschernde Vögel und überall herumhuschende Eidechsen. Ein eigenes Waschhaus ist ebenfalls dabei. Glamping vom Feinsten also, Pool inklusive. Und E-Bikes, um die Insel zu erkunden, können wir hier auch leihen, was wir nach einer kleiner Pause auch tun.

Unsere Unterkunft auf Procida
Unsere Unterkunft auf Procida
Übernachten im Airstream
Übernachten im Airstream
Echt coole Unterkunft
Echt coole Unterkunft

Terra Murata

Procida ist zwar klein, hat aber viel zu bieten und ist dieses Jahr sogar italienische Kulturhauptstadt. Heute fahren wir erstmal zum höchsten Punkt der Insel (90 Meter über dem Meeresspiegel), der Altstadt Terra Murata, und genießen den Blick über die Insel mit ihren malerischen bunten Häusern, die Burganlage und aufs blaue Meer zu verschiedenen Seiten. Im Turbogang kommen wir die Steigungen problemlos hoch, nur einmal müssen mich zwei ältere französische Damen gemeinsam anschieben, weil ich zu steil anfahren will. Auf der Piazza della Repubblica holen wir uns ein paar Seafood Leckereien an einer beliebten Bude und essen sie mit Meerblick auf einem Mäuerchen. Über uns eine gierig wirkende Möwe, die auch gerne was davon abhätte.

Mittagssnack with a view
Mittagssnack with a view
Blick auf Corricella
Blick auf Corricella

Corricella

Später steigen wir noch einige Stufen hinab zum Hafen von Corricella, wo man ebenfalls schön herumschlendern und zum Essen und oder Trinken direkt an der Kaimaier einkehren kann. Wir sind schon mittendrin im süditalienischen Leben und genießen das sehr.

So stellt man sich Italien vor, oder?
So stellt man sich Italien vor, oder?
Spaziergang durch Corricella
Spaziergang durch Corricella

Unterwegs mit E-Bikes

Da Procida insgesamt nur gut 4 Quadratmeter groß ist, lässt sich die Insel problemlos mit dem E-Bike erkunden. Auch zu Fuß ist man recht schnell überall, sollte sich dabei aber der ziemlich engen Gassen ohne Bürgersteig bewusst sein. Um vorbeibretternde Autos, Mopeds und Fahrräder vorbeizulassen, muss man sich ab und zu schon mal an die ein oder andere Hauswand drücken und dabei den Bauch einziehen.

E-Bikes können wir im Procida Camp Resort leihen
E-Bikes können wir im Procida Camp Resort leihen

Frühstück im Procida Camp Resort

Am zweiten Tag auf der Insel schlafen wir erstmal aus, nachdem wir die letzte Nacht so wenig geschlafen haben, dass mir meine Smart Watch nach knapp 3 Stunden Schlaf keine Auswertung meiner Schlafqualität lieferte, sondern stattdessen eine gute Nacht wünschte. Den Schlaf haben wir in der Stille des herrlichen Procida Camp Resort Gardens problemlos nachgeholt und schlappen zur Terrasse der Airstream Bar, wo das leckere Frühstücksbuffet schon bereitsteht. Danach springen unsere Jungs erstmal in den Pool, Highlight ist der zugehörige Wasserfall. Andi und ich verdauen derweil auf den gemütlichen Liegen, in denen man es sich rund um den Pool gemütlich machen kann.

In der Airstream Bar
In der Airstream Bar
Erfrischung im Pool
Erfrischung im Pool

Strände auf Procida

Genug rumgehangen, jetzt wollen wir doch noch etwas mehr von der Insel sehen und leihen und wieder die E-Bikes aus. Milan bekommt ein eigenes, Mato sitzt auf einem kleinen Klappsitz, der auch für ältere Kinder gut geeignet ist, bei Andi hinten drauf. Heute steht der Norden der Insel auf unserem Programm.

Zunächst steuern wir den kleinen Strand Pozzo Vecchio an, berühmt geworden durch den Kinofilm Il Postino (Der Postmann). Zum Schwimmen erscheint uns der schmale Strand nur bedingt geeignet, sodass wir weiterfahren zum Strand Ciracchio ganz in der Nähe. Auch dieser Strand hat eine Sehenswürdigkeit zu bieten, die markanten Tuffsteinformationen, die zwischen der Ciracchio und dem Nachbarstrand Lungomare C. Colombo aus dem Meer ragen. Der Sand ist überall dunkel und fein, ein eindeutiger Hinweis auf den vulkanischen Ursprung der Insel, ebenso wie die besondere Fruchtbarkeit, die man an den vielen Zitronenbäumen und der insgesamt sehr grünen Insel unverkennbar sofort erkennt. Beim Lungomare C. Colombo lassen wir uns im Sand nieder und schwimmen eine Runde. Die Wellen sind hier hoch, die Strömung stark. Außer uns sind noch einige andere, vor allem Einheimische, im Wasser, denn heute ist Sonntag und das Wetter lädt zum Strandtag ein. Vorgelagert eine Sandbank, auf der ein paar Jugendliche Frisbee spielen. Ich versuche, parallel zum Wasser die Bucht entlang zu schwimmen, was mir nur bedingt gelingt, da ich an einigen Stellen wie gegen eine Gegenstromanlage ankämpfen muss. So schafft man sein Trainingsprogramm, ohne viele Kilometer hinter sich bringen zu müssen!St

Pozzo Vecchio
Pozzo Vecchio
Felsen bei Ciracchio
Felsen bei Ciracchio

Nach einiger Zeit haben wir Hunger. Auf der Strandpromenade haben wir eine nett aussehende Bude entdeckt, die sehr beliebt zu sein scheint, Il Casotto. Hier gibt es neapolitanische Spezialitäten. Stolz erzählen Mutter und Tochter, wie sie diese als erste nach Procida gebracht haben. Wir bestellen Auberginenauflauf und Fleischbällchen in Brot, was sehr gut schmeckt und außerdem Verpackungsmüll spart. Was man ins Brot (oder auch in eine Box) haben möchte, kann man sich individuell zusammenstellen lassen, sehr zu empfehlen!

Die Strandpromenade ist nur durch eine sehr schmale Landzunge von der Marina Chiaiolella getrennt, einem sehr hübschen Hafen mit netter Promenade, die jetzt im Oktober schon leicht verschlafen wirkt. Wir schlendern die Kaimauer entlang und stoßen zufällig auf ein interessantes Fotoprojekt im Rahmen des Procida Kulturhauptstadt 2022 Programms. An der Mauer installiert hängen großflächige Unterwasserfotos dreier Fotografen, die zeigen, wie sich Plastik- und anderer Müll auf die Tiere unter Wasser auswirken. Zu sehen sind zum Beispiel ein Seepferdchen, das eine Maske an seinem Schwanz hinter sich herzieht, ebenso wie Fische, die in Bierdosen nisten. Die Bilder sind wirklich eindrucksvoll und machen nachdenklich.

Snack bei Il Casotto
Snack bei Il Casotto
Marina Chiaiolella
Marina Chiaiolella

Den Abend lassen wir in der Abendsonne am Pool in unserem Camp ausklingen, holen uns noch zwei Pizzen direkt um die Ecke und machen es uns dann gemütlich in unserem Airstream.

Entspannung auf Procida

Der nächste Tag beginnt wieder sonnig und schön. Nach dem leckeren Frühstück auf der Airstream Bar Terrasse laufen wir zum nahen Strand Chiaia, den man über viele Stufen einer Treppe erreicht. Wir gehen früh los, denn an diesem Strand kann man die Sonnen morgens bis mittags genießen. Außerdem haben wir vom Strand aus einen unbeschreiblich kitschigen Blick auf die typisch bunte Häuserkulisse des Ortes Corricella einschließlich der Befestigungsanlage. Das Meer ist ruhig und klar, perfekt um ein paar Bahnen zu schwimmen. Die Jungs hingegen üben Frontflip ins Wasser und bauen Tröpfelburgen. Erst als wir Hunger bekommen und die Sonne zu sehr brennt (sie hat hier noch ziemliche Kraft), steigen wir die vielen Stufen wieder hinauf zurück zum Procida Camp. Heute wollen wir hier einmal das Mittagessen testen. Es gibt verschiedene, sehr lecker Kleinigkeiten, genau das Richtige jetzt.

Strand Chiaia mit Blick auf Corricella
Strand Chiaia mit Blick auf Corricella

Nach dem Essen verbringen wir noch ein bisschen Zeit am Pool. Das Procida Camp Resort ist wirklich der perfekte Ort, um sofort in den Urlaubsmodus zu wechseln und es sich einfach nur gutgehen zu lassen und zu entspannen. Unsere Jungs wollen hier gar nicht mehr weg. Nach dem Pool haben sie nun ihre Malsachen ausgepackt und zeichnen auf der Terrasse unseres Airstreams Graffiti. Andi und mich hingehen kribbelt es, auch noch den letzten Teil dieser schönen Insel zu erkunden. Also schwingen wir uns noch ein letztes Mal auf unsere E-Bikes und fahren diesmal in Richtung Marina Grande, wo wir mit der Fähre angekommen sind. Wir wollen noch einmal die Promenade mit ihren bunten Häusern sehen, und das lohnt sich. Hier befindet sich auch das geschäftige Zentrum der Insel. Überall brettern Apes durch die Gegend, Vespas, E-Bikes, Touristengruppen und auf der Straße fröhlich schnatterende Rentnergruppen, Obst und Gemüse werden auf Schubkarren transportiert, es wird gerufen und gehupt, jedoch nicht hektisch-aggressiv, sondern eher fröhlich-geschäftig.

Zuletzt wollen wir noch den alten Leuchtturm Punta Faro Pioppeto besuchen. Er liegt recht versteckt, sodass wir zunächst an dem kleinen Holzschild „Faro“ vorbeibrettern (brettern trifft es ganz gut, die E-Bikes sind schon fast eher Mofas und fahren ziemlich schnell). Dann steigen wir ein paar enge Stiegen hinab und haben den Leuchtturm bzw. die Reste davon erreicht. Von hier aus hat man nochmal einen sehr schönen Blick auf die Marina Grande und natürlich aufs Meer.

Mitten auf Procida
Mitten auf Procida
Marina Grande
Marina Grande

Auf dem Rückweg kaufen wir noch eben ein bisschen Mozzarella, Mortadella, Schinken und Oliven ein. Denn heute, an unserem leider schon letzten Abend auf Procida, wollen wir unser Abendbrot nochmal auf der Terrasse des Airstreams genießen.

Ciao Procida

Und dann heißt es am nächsten Morgen leider schon „Ciao Procida“. Mit dem Resort-Geländewagen werden wir wieder zurück zur Marina gebracht und nehmen die Fähre zurück nach Neapel. Diesmal ist es ein Schnellboot, was den Vorteil hat, schnell zu sein, für Touristen mit Zeit jedoch den Nachteil, dass man drinnen sitzt und kaum rausgucken kann. So erreichen wir schon nach einer halben Stunden den Hafen von Neapel, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen werden. Darüber berichten wir in unserem Artikel "Süditalien im Herbst: Neapel".


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