28.05.2018 08:10
von Andi
(Kommentare: 2)
Frankreich

Roadtrip über´s lange Wochenende

Mit dem Roadsurfer in den Norden Frankreichs

Nordfrankreich

Ein langes Maiwochenende steht an, das wir für einen Kurzurlaub nutzen möchten. Ein kleiner Roadtrip wäre perfekt, rein ins Auto und los geht’s Richtung Nordfrankreich. So ist der Plan.
Leider besitzen wir keinen eigenen Camper. Zwar ringen wir schon seit Jahren mit uns und stellen dann immer wieder leicht frustriert fest, dass sich die Anschaffung für uns nicht lohnt. Wir sind ja wirklich viel unterwegs, aber eben nicht ausschließlich im Camper und nicht nur in Europa. Der eigene Bus würde daher die meiste Zeit bei uns ungenutzt rumstehen und auf die 2-3 Gelegenheiten im Jahr warten, an denen wir losfahren wollen. Zudem wollen wir im Alltag nicht auf unseren Kombi verzichten und zwei Autos machen für uns keinen Sinn, sowohl finanziell als auch logistisch nicht.

Zum Glück gibt es für uns jedoch die vorerst perfekte Lösung (solange bis wir vielleicht doch eines Tages einen Camper kaufen, und sei es im Rentenalter, wenn Jenny und ich nochmal alleine auf große Fahrt gehen). Letztes Jahr ist der Campervan-Verleih Roadsurfer gestartet und vermietet seitdem äußerst schicke Campervans, nagelneue T6 von VW. Wir durften das Einsteiger Modell im vergangenen Frühjahr bereits auf einem Holland-Wochenende testen und waren ziemlich begeistert. Denn sowohl die Ausstattung als auch die Optik können sich sehen lassen und ermöglichen einen klasse Roadtrip.

Keine Frage also, dass wir uns für 4 Tage solch ein Gefährt besorgen, dieses Mal das Model Aussteiger, einem T6 California mit allen erdenklichen Komfort und bester Ausstattung. Liegefläche unten und ausklappbaren Dachzelt oben, Herd, Spüle, Kühlschrank, Standheizung, ausreichend Stauraum, Jalousien, Markise, Tisch, Stühle, Geschirr und ein Fahrradträger für alle unsere Räder. Habe ich was vergessen? Mit Sicherheit.

Zu unserem Glück wurde erst vor wenigen Wochen eine Station ganz in unserer Nähe eröffnet, wo wir unseren Roadsurfer abholen können. Dormagen liegt zwischen Köln und Düsseldorf und ist von uns aus in 30 Minuten zu erreichen.

Roadsurfer Camper Van von VW
Unser Roadsurfer

Mers-les-Bains

Donnerstag früh geht es los. Wir fahren Richtung Westen, eigentlich noch etwas weiter als geplant, denn wir kommen gut voran, der Wagen fährt super. Wir hören Hörspiele und genießen einfach die Fahrt.

Irgendwann am frühen Nachmittag erreichen wir die französische Nordseeküste bei Mers-les-Bains. Der kleine Ort mit knapp 3.000 Einwohnern liegt an der Grenze der Picardie und der Normandie. Der örtliche Campingplatz oder vielmehr die Beschilderung dorthin machen es uns nicht leicht. Nachdem wir zig mal durch den Ort gefahren sind finden wir endlich den Abzweig zum Platz. Man sollte das Schild auch in Fahrtrichtung aufstellen und nicht in die entgegengesetzte Richtung.

Der Campingplatz Camping de la Falaise wird von einem älteren Ehepaar geführt und hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Das ist aber gar nicht negativ gemeint, es wird nur auf unnötigen Schnickschnack verzichtet und sich auf das Wesentliche konzentriert. Der Platz liegt oberhalb des Ortes direkt an der Steilküste. Von unserem Stellplatz haben wir einen herrlichen Blick auf das Meer, auf die Bucht von Mers-les-Bains und den Nachbarort Le Tréport.

Camping in Mers-Le-Bains
Camping de la Falaise
Campervan auf Roadtrip in Frankreich
Unser Stellplatz
Campervan Roadsurfer VW T6 California
Vanlife

Unterkunftstipp: Camping de la Falaise

Kleiner, feiner Campingplatz mit vielen französischen Dauercampern und einigen schönen Stellplätzen, teilweise mit tollem Blick über die Bucht auf´s Meer. Es herrscht hier eine sehr freundliche Atmosphäre. Die sanitären Anlagen sind einfach und sauber. Wir haben zu viert pro Nacht in der Nebensaison 21 € gezahlt.

www.campingdelafalaisemers.fr

Über eine Treppe erreichen  wir in wenigen Minuten das Zentrum des kleinen Ortes und die Promenade. Zunächst schauen wir uns die imposante Steilküste und das tobende Meer an. Wir kraxeln ein wenig am steinigen Strand, lauschen dem tosenden Meer und beobachten die zahlreichen Möwen.

Später flanieren wir vorbei an pittoresken, aber teilweise auch leerstehenden und verfallenen Villen aus den 1860er Jahren. Über die Promenade zum zentralen Platz. Hier ist gerade Kirmes, doch die Fahrgeschäfte passen zum leicht morbiden Charme des Ortes und knattern wackelig im Kreis.

Blick auf Mers-Les-Bains und Le Tréport
Blick auf Mers-Les-Bains und Le Tréport
Steilküste in Mers-Les-Bains
Steilküste in Mers-Les-Bains
Mers-Les-Bains
Strandhütten
Villen in Mers-Les-Bains
Villen direkt am Meer
Promenade in Mers-Les-Bains
Promenade in Mers-Les-Bains

Am nächsten Morgen spazieren wir die Küste oberhalb der Felskante entlang. Hier ist Vorsicht angebracht, nicht nur wegen der tief abfallenden Klippen sondern auch wegen Vipern, die hier in Massen gerade aufkommen und wohl angriffslustig sind, wie uns improvisierte Warnschilder vermitteln.

Die Küste der Picardie
Die Küste der Picardie
Bunker an der Picardie
Kunst am Bunker

Criel-sur-Mer

Nachmittags, nach einem Einkauf im nahegelegenen Supermarkt, fahren wir in die Normandie. Diese fängt am südlichen Ende der Bucht bei Le Tréport an. Wir fahren die Küste ein paar Kilometer bis nach Criel-sur-Mer. Hier picknicken wir im Bulli und erkunden danach den felsigen Strand, der während der Ebbe begehbar ist.

Criel-sur-Mer
Parkplatz in Criel-sur-Mer
Criel-sur-Mer Roadsurfer Camper
Mittagessen

Entlang der gesamten Küste finden sich Abwehranlagen und Bunker, die die Deutschen im Zweiten Weltkrieg errichtet haben. Sie erinnern wie Mahnmale an die Landung der Aliierten und unsägliche Schlachten, prägen aber auch die Landschaft und wirken in ihrem teils verfallenen und morbiden Zustand auch in gewisser Weise faszinierend. 

Oft wurden die Bunker an der Felskante gebaut und sind durch Abbruch im Laufe der Jahre abgestürzt und liegen nun am Strand. Einen besonders großen Bunker entdecken wir auf dem Spaziergang über den durch die Ebbe freigegebenen Sandstrand. Er liegt kopfüber und muschelbefallen im Strand. Bei Flut wird er kaum zu sehen sein.

Strandspaziergang
Strandspaziergang
Criel-sur-Mer
Es gibt immer was zu entdecken
Bunker am Strand der Normandie
Bunker am Strand
Bunker am Strand der Normandie
Mahnmale
Bunker am Strand der Normandie
Bunker am Strand

Escalles

Nach zwei Tagen in Mers-les-Bains fahren wir die Küste rauf in Richtung Norden. Unser Ziel ist das kleine Dorf Escalles kurz vor Calais. Hier besorgen wir uns auf dem Camping le Blanc Nez einen Stellplatz. Der Besitzer winkt uns kurz rein, zeigt uns den Platz und verschwindet wieder ohne den ganzen Papierkram. Er müsse zum Mittagessen, das würden wir ja sicher verstehen. Ja, das verstehen wir.
Der Campingplatz ist voller, denn viele Belgier und Holländer sind über das Wochenende rübergekommen. Aber trotzdem ist er nicht mit überfüllten Campingplätzen in den Sommerferien am Mittelmeer zu vergleichen. Auch hier geht es gemütlich zu.

Camping Le Blanc Nez Escalles
Camping Le Blanc Nez

Unterkunftstipp: Camping le Blanc Nez

Wenn der kleine Campingplatz im Dorf Escalles voll ist, dürfte die Einwohnerzahl des kleinen Ortes (250) deutlich ansteigen. Hier geht es gemütlich zu. Die Ausstattung ist einfach, aber sauber und funktional. Neben der Rezeption gibt es einen kleinen Supermarkt, gegenüber ein Cafe und eine Imbissbude mit Fritten und regionalen Merguez-Würsten. Den Strand erreicht man zu Fuß in 10 Minuten. Wir haben in der Nebensaison 17 € pro Nacht gezahlt.

www.camping-blancnez.fr

Escalles ist nur wenige hundert Meter von der Steilküste und dem Strand entfernt. Die Gelegenheit, unsere mitgebrachten Fahrräder zu nutzen. Denn dank des Fahrradträgern am Heck unseres  Campers haben wir alle vier Räder mit dabei. Leider konnten wir sie bisher eher wenig benutzen, da die Küstenwege eher für Wanderungen geeignet sind und das Fahrradfahren teilweise auch verboten ist.
Nach fünf Minuten kommen wir am Strand an. Das war jetzt nicht unsere längste Fahrradtour, aber immerhin. Vom Strand aus können beim Blick auf das Meer am Horizont die berühmten britischen Kreidefelsen erkennen. An dieser Stelle ist der Ärmelkanal nur wenige Kilometer breit.
Auch hier unternehmen wir einen Strandspaziergang, beobachten dabei die über uns kreisenden Möwen und zählen die Kanalfähren, die zwischen Calais und Dover hin und herfahren.
Bunker bei Escalles
Bunker bei Escalles
Escalles
Strand bei Ebbe
Escalles
Unterwegs am Strand
Auf dem Rückweg am Sonntag fahren wir die Küste Richtung Dünkirchen entlang. Wir wollten in dem bekannten Küstenort an der Promenade eine letzte Station einlegen. Allerdings macht ein Fahrradrennen unsere Pläne zunichte. Diverse Straßensperren verhindern ein Durchkommen ans Meer. Es soll also nicht sein. Wir machen kehrt und fahren zurück auf die Autobahn, über die wir Richtung Brüssel und dann nach Köln zurückfahren. Es geht erneut ein tolles Campervan-Wochenende zu Ende. Bestes Wetter, dazu ein für uns bisher unbekannter und sehr schöner Teil Frankreichs und der perfekte Campervan - alles passte bei diesem Mini-Roadtrip zusammen.

Reise-Tipp

Roadsurfer vermietet sehr schöne und bestens ausgestattete T6 VW Busse in vier verschiedenen Modellen. Die 10 Stationen sind gut über Deutschland verteilt, so dass man von fast überall zu seinem Roadtrip aufbrechen kann.

www.roadsurfer.com

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Roadsurfer entstanden. Und völlig unabhängig davon finden wir die Camper wirklich super.

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Kommentar von Tom-Felix |

Tolles Video!
TF

Kommentar von Monika |

Traumhafte Fotos :)

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