0

Mit dem Wohnmobil entlang der Atlantikküste

Unsere Ruta Atlántica

Das Wohnmobil wurde uns von Etrusco, die Roller von Hudora zum Testen zur Verfügung gestellt.

Vier Wochen on the road. Was für ein Luxus, den wir uns in diesen Sommerferien einmal gönnen. Vier Wochen im Wohnmobil die Atlantikküste in Frankreich und Spanien entlangfahren. Dort halten, wo es uns gefällt. Vier Wochen absolute Freiheit. Jeden Tag neue Eindrücke sammeln und eine aufregende Tour erleben. Das ist für uns ein Traum, denn wir lieben Roadtrips und wir lieben es, unterwegs zu sein.

Schon vor zwei Jahren hatten wir die Idee, in einer mehrwöchigen Tour die Atlantikküste entlangzufahren. Das Projekt tauften wir „Ruta Atlántica“, das wir zunächst mit dem eigenen Auto und Zelt, dann mit einem Campervan planten und letztendlich mit einem Wohnmobil angehen. Direkt am ersten Tag der Sommerferien starten wir. Wir parken das Wohnmobil vor unserer Garage und packen Klamotten, Campingutensilien, Essenvorräte und alles, was wir sonst so auf Reisen mitnehmen möchten und wofür wir dieses Mal endlich auch genug Platz haben ein. Und dann kann es endlich losgehen. Wir verlassen Köln und fahren auf die Autobahn Richtung Westen.

Unsere Route

Der Vorteil einer Reise im Wohnmobil ist, dass man sehr flexibel ist und spontan sein kann. Daher haben wir uns im Vorfeld nur eine ganz grobe Route überlegt, nämlich die französische und spanische Atlantikküste abzufahren. Bei der ersten Recherche in unseren Reiseführern (wir hatten insgesamt drei Reiseführer dabei, „Normandie“, „Bretagne“ und „Nordspanien“ von Michael Müller), haben wir dann ein paar Orte und Gegenden markiert, die wir auf jeden Fall besuchen möchten.
Auch wenn die Jungs gerne mit uns zusammen sind und Roadtrips mögen, vermissen sie auf einer mehrwöchigen Tour ihre Freunde. Zwar lernen sie unterwegs oft andere Kinder kennen, nur ist das von kurzer Dauer. Also haben wir uns vor der Reise in unserer Familie und im Freundeskreis umgehört, wer dieses Jahr denn alles entlang der Atlantikküste Urlaub macht und wen wir mal für ein paar Tage besuchen können. Da kommen tatsächlich einige zusammen, allerdings passt es zeitlich in den meisten Fällen ganz knapp nicht. Zum Glück können wir aber einen Besuch bei Jennys Schwester einbauen, die mit ihrer Familie zeitlich passend in Bretignolles-sur-Mer Urlaub macht. Dort verbringen wir dann auch direkt fünf Tage am Stück.


Unsere Route im Überblick:
Eine genauere Beschreibung der Route inklusive unserer Aktivitäten und Infos zu den Stellplätzen folgt in Kürze auf dem Blog.

1. Pointe du Hourdel (Hauts-de-France)
2. Étretat (Normandie)
3. Ohama Beach (Normandie)
4. Mont St. Michel (Normandie)
5. Saint-Malo (Bretagne)
6. Trégastel (rosa Granitküste, Bretagne)
7. Bretignolles-sur-Mer (Vendée)
8. Dune du Pilat (Nouvelle-Aquitaine)
9. Donostia/San Sebastián (Baskenland)
10. Bilbao (Baskenland)

11. Oyambre Nationalpark (Kantabrien)
12. Picos de Europa (Asturien, Kantabrien)
13. Playa de las Catedrales (Galicien)
14. Santiago de Compostela (Galicien)
15. Fisterra/Kap Finisterra (Galicien)
16. Oyambre Nationalpark (Kantabrien)
17. Moliets (Nouvelle-Aquitaine)
18. Sainte-Maure-de-Touraine (Centre-Val de Loire)
19. Monchecourt (Hauts-de-France)

Rosa Granitküste und Zöllnerpfad in der Bretagne
In der Bretagne
Strand in Kantabrien Spanien
Strand in Kantabrien

Unser erster Roadtrip im Wohnmobil

Wenn wir bisher einen Roadtrip unternommen haben, dann meist im PKW oder im Campervan. Mit einem Wohnmobil waren wir als Familie bisher noch nicht unterwegs. Wir feiern also Premiere und brechen mit einem Wohnmobil des italienischen Herstellers Etrusco auf, einer Marke die zur Erwin Hymer Group gehört. Wir entscheiden uns für das mittelgroßes Modell, den Etrusco T6900 DB, das uns für vier Personen ausreichend erscheint.

Der erste große Unterschied zum Campervan ist im wahrsten Sinne die Größe bzw. die Länge. Konnten wir einen VW-Bus ganz entspannt vor unserer Garage parken, ragt das schmucke Wohnmobil mit seinen knapp 7 Metern deutlich über und versperrt den Bürgersteig. Aber gut, zum Einladen muss es halt mal so sein und während der gesamten Fahrt ist die Länge überhaupt nicht hinderlich.

Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Unser Wohnmobil T6900 DB von Etrusco

Der erste Eindruck unseres rollenden Zuhauses für die kommenden vier Wochen: Das sieht aber echt schick aus. Hatten wir eher das Vorurteil, das Wohnmobile etwas piefig aussehen, belehrt uns unser Etrusco eines Besseren. Das Außendekor ist dezent, in braun-beigen Tönen gehalten und durchaus ansehnlich, wenn ich als Designer das einmal bewerten möchte. Auch das Interieur ist in Brauntönen gehalten, wirkt hell und freundlich und die Polster sind robust genug, dass man nach einem Familien-Roadtrip nicht jeden Flecken sieht.
Überall im Wohnmobil sind Staufächer angebracht, dazu Fächer unter Bodenklappen und zwei sehr große Schränke. Hier passen ganz locker unsere Klamotten für vier Personen, Bücher und Spiele, Kameraausrüstung und Lebensmittel rein. Und wir haben immer noch freie Fächer übrig.

Am Tisch sitzen die Jungs während der Fahrt und beim Essen oder geselligen Beisammensein. Die Fahrer- und Beifahrersitze lassen sich umdrehen, so dass wir dann zu viert am Tisch sitzen können. Danach folgt die kleine, kompakte Küche mit dreiflammigem Gasherd und Edelstahlspüle. Gegenüber befindet sich der sehr große Kühlschrank mit separatem Eisfach.

Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Unsere Sitzecke zum Spielen und Essen
Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Den Jungs gefällt es an Bord
Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Schlaf- und Arbeitszimmer
Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Küche

Praktisch ist die Trennung von Dusche und Badezimmer mit WC und Waschbecken. Beide Räume liegen gegenüber voneinander und lassen sich durch eine Türe miteinander verbinden, so dass man dann hier hinten seine Ruhe haben kann. So trennt man auch den hinteren Schlaf- vom Wohnraum, der sich im Heck des Wagens befindet. Das große Doppelbett, das aus einem Lattenrost und einer bequemen Kaltschaum-Matratze besteht, ist sehr gemütlich und lässt sich durch einen Vorhang zusätzlich abtrennen. Das zweite Bett ist ein Hubbett, das sich über der Sitzecke befindet und das man absenken kann. Über eine Leiter kann man die neue geschaffene Kajüte problemlos erreichen.

Das Wohnmobil verfügt über zahlreiche Lampen, mit denen man in Kombination verschiedene Lichtwelten erzeugen kann. Es gibt auch ausreichend viele USB-Stecker und Steckdosen im Innenbereich, so dass man auch stromtechnisch bestens versorgt ist.

Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Rückzugsort Beifahrersitz
Wohnmobil Etrusco T6900 DB
Malen am Tisch

Unterhalb des hinteren Doppelbetts befindet sich die Garage, die man von außen durch zwei Luken erreicht. Hier ist genug Platz für all unsere Campingutensilien, Tisch und Stühle, Grill, Bodyboards und diverse Fußbälle. Platz wäre hier auch für vier Fahrräder. Wir haben uns allerdings im Vorfeld mit vier Big Wheel-Rollern von Hudora ausgestattet, die wir zusammengeklappt in der Garage verstauen.

Das Wohnmobil auf Basis eines Fiat Ducatos fährt sich sehr angenehm. In der Regel fahren wir auf den Autobahnen zwischen 100 - 120 km/h und kommen so gut voran. Es ist trotz der Länge übersichtlich, auch dank der Rückkamera, die sich beim Rückwärtsfahren automatisch einschaltet.

On the Road

Sind wir einmal unterwegs, stellt sich fast schon automatisch unser eigener Roadtrip-Rhythmus ein. Morgens stehen wir zwischen 8 und 9 Uhr auf. Nach dem Frühstück wird das Wohnmobil fit gemacht, also je nach Bedarf Frischwasser aufgefüllt, Abwasser abgelassen und die Bordtoilette geleert. Und dann kann es auch schon losgehen. Meist fahren wir vormittags zu unserem nächsten Ziel, wo wir dann am frühen Nachmittag ankommen. So haben wir oft noch die freie Auswahl auf Stellplätzen, die ohnehin selten überfüllt sind.

Haben wir in der ersten Zeit noch hin und wieder einen klassischen Campingplatz aufgesucht, steuern wir danach nur noch reine Wohnmobil-Stellplätze oder kostenlose Plätze an, die wir über die App Park4Night finden. Campingplätze in Frankreich sind mit Wohnmobil und vier Personen nicht gerade günstig. An der Dune du Pilat zahlen wir 75 Euro pro Nacht, was unseren durchschnittlichen Preis pro Übernachtung ziemlich in die Höhe treibt. Stellplätze dagegen kosten zwischen 5 und 15 €.
Besuchen wir eine Stadt, so ist der Anspruch an den Stellplatz eher niedrig. Hier ist uns die Lage wichtiger, damit wir möglichst unkompliziert die Innenstadt erreichen und besichtigen können. Da wir den Platz eh nur zum Übernachten nutzen, ist es dann auch nicht so schlimm, wenn es sich um einen recht vollen Parkplatz handelt, auf dem man Tür an Tür mit dem Nachbarn steht. Es gibt aber gerade in ländlichen Gebieten sehr schöne Stellplätze, auf denen es großzügige Flächen in der Natur gibt und die für jedes Wohnmobil eine eigene Wasser- und Stromversorgung anbieten.

Haben wir unseren Stellplatz erreicht, steht uns meist noch der ganze Nachmittag zur Verfügung. Das reicht uns oft aus, um durch Städte zu spazieren und sich einen groben Eindruck zu verschaffen, um Museen anzuschauen oder um an den Strand zu gehen.

Roadtrip im Wohnmobil
Campingplatz an der Dune du Pilat
Roadtrip im Wohnmobil
Beliebter Stellplatz in Spanien
Roadtrip im Wohnmobil
Stellplatz mit Blick auf Bilbao
Roadtrip im Wohnmobil
Mittagspause am Meer
Roadtrip im Wohnmobil
Stellplatz beim Bauern in Kantabrien

Ein paar Zahlen zu unserer Wohnmobil-Tour

Tage unterwegs: 30
Übernachtungen: 30
Kosten: 608,74 €
ø Übernachtung: 20,29 €

Gefahrene Kilometer: 5.201 km
Tankkosten: 789,44 €
Maut in Frankreich: 150,24 €
Maut in Spanien: 29,72 €

Unsere Roller: BigWheels von HUDORA

Für unsere Tour haben wir uns im Vorfeld sehr schicke Roller von HUDORA besorgt. Ganz „old school“ übrigens zum Treten und nicht elektrisch, weil einige uns bereits fragten. Zur Info: Unsere Kinder sind 6 und 10 Jahre alt und dürfen gar keine E-Roller fahren. Und überhaupt tut ein wenig Bewegung ja auch ganz gut.

Vor wenigen Wochen ist eine neue Generation der beliebten BigWheels auf den Markt gekommen, so dass wir direkt mit den neuesten Modellen starten können. Ganz einfach mit einem Handgriff klappen wir die vier Roller zusammen und verstauen sie sicher in unserer Wohnmobil-Garage.

Roller Bigwheel von HUDORA
Mit den Rollern durch San Sebastián
Roller Bigwheel von HUDORA
Auf zum Strand
Roller Bigwheel von HUDORA
Unterwegs mit den Bigwheels von HUDORA

Auf unserer Tour sind die Roller zu einem unverzichtbaren Fortbewegungsmittel geworden. Haben wir mit dem Wohnmobil einmal einen Stellplatz erreicht, bleibt es dort bis zur Weiterfahrt stehen. Damit wir vor Ort aber trotzdem mobil sind, sind unsere Roller ideal. Die Jungs sind stolze Besitzer der HUDORA BigWheel® Generation V 205 in rot und limegrün. Jenny und ich fahren die BigWheel® Generation V 230 in anthrazit und weiß, die auf ein Gesamtgewicht von 120 kg ausgerichtet sind.

Dank der großen Räder und der breiten Trittfläche ist das Fahren der Roller mit einer hohen Laufruhe und sehr guten Stabilität extrem angenehm. Da macht es nichts, dass sich die Beläge öfters mal ändern. Wir fühlen uns immer sicher, auch bei Regen, der uns das ein oder andere Mal während der Fahrt überrascht. Mit wenig Kraftaufwand rollen die BigWheels leicht und locker und wir kommen gut voran. So unternehmen wir Ausflüge, fahren per Roller auf die Insel von Mont-Saint-Michel während die anderen Besucher zu Fuß gehen oder am Shuttle anstehen müssen. Wir fahren vom Campingplatz bis zur Altstadt von Saint-Malo, cruisen auf der Promenade von San Sebastián oder fahren einfach nur zum nächsten Supermarkt oder Strand. Jeder Roller verfügt über einen kleinen Ständer, wenn wir parken lehnen wir sie aber meist an einen Fahrradständer oder Laternenmast und schließen sie zusammen mit einem großen Kettenschloss ab. Und wenn die Jungs sich nach dem Abendessen noch etwas austoben wollen, dann drehen sie begeistert noch ein paar Runden auf dem Stellplatz.

Ruta Atlántica: Unser Fazit

Die Ruta Atlántica war ein voller Erfolg und hat unsere Erwartungen sogar übertroffen. Entlang der Küste gibt es so unglaublich viel zu sehen: wunderschöne und extrem abwechslungsreiche Landschaften, kleine Dörfer und interesssante Städte und natürlich unzählige kleine Buchten und traumhafte Strände. Es gab also einiges für uns zu tun und langweilig wurde es mit Sicherheit nicht. Dabei haben wir ja nur einen Bruchteil von dem gesehen, was die gesamte Küste zu bieten hat. In jeder Region hätten wir locker mehrere Wochen verbringen können. Aber wir wollten einen Roadtrip unternehmen und das bedeutet, dass man irgendwann auch weiterzieht.

Diese Art des Reisens mögen wir sehr gerne und Roadtrips haben wir in der Vergangenheit schon zig Mal unternommen. Wir finden es toll, all unsere Sachen einzupacken und einfach loszufahren. Mit einem ungefähren Ziel, aber der Flexibilität und Spontaneität, unterwegs die Route oder Ziele anzupassen. Wenn es uns irgendwo gefällt, bleiben wir. Und wenn es mal nicht so toll ist oder das Wetter nicht mitspielt, dann fahren wir weiter.

Unsere vielleicht ein klein wenig im Vorfeld vorhandenen Vorurteile einem Wohnmobil gegenüber haben wir schon nach den ersten Metern abgelegt. Klar ist ein Campervan irgendwie cooler und trendiger und wir wollen Touren darin auch nicht missen und auch gerne weiterhin angehen. Für eine längere Reise ist ein Wohnmobil für uns aber einfach unschlagbar. Gerade mit Kindern fällt das lästige Hin- und Herräumen weg, wenn man abends das Lager errichtet. Es gibt an Bord genug Fächer und Stauraum, so dass alles geordnet verstaut werden kann und die Betten müssen nicht erst aufgebaut werden. Auch Platz für alle möglichen Sportgeräte, Fahrräder oder Roller in der Garage zu haben, ist absoluter Luxus.

Mit dem Wohnmobil sind wir komplett autark und können Stellplätze ansteuern, ganz gleich ob sie eine Infrastruktur bieten oder nicht. Denn wir sind mit unserem Wohnmobil mit Küche, Dusche und WC unabhängig und können uns überall hinstellen. Und das ist ein tolles Gefühl von Freiheit.

Auf unserer Tour haben wir fast ausschließlich auf Stellplätzen übernachtet. Dort ging es sehr oft gesellig zu. Schnell kommt man mit den Nachbarn ins Gespräch, tauscht Tipps aus, berichtet von seinen Erlebnissen oder quatscht über Gott und die Welt. Das ist uns fast überall passiert und so konnten wir eine Menge interessanter und sehr amüsanter Gespräche führen.

Wir hätten locker noch ein paar Wochen dranhängen können, so gut hat uns die Ruta Atlántica gefallen. Und schon während der Rückfahrt haben wir uns überlegt, wohin der nächste Roadtrip im Wohnmobil gehen kann. Ziele gibt es auf jeden Fall genug.

Roadtrip im Wohnmobil
Stellplatz in der Bretagne
Roadtrip im Wohnmobil
Französischer Campingplatz

Reiseführer Ruta Altántica

Trotz Internet und mobilen Apps für unterwegs sind wir große Freunde von Reiseführern. Auf unserer Ruta Atlántica hatten wir vom Michael Müller Verlag die Ausgaben Normandie, Bretagne und Nordspanien mit dabei. Die Reiseführer von Michael Müller entsprechen generell oft unseren Vorstellungen guter Reiseführer und auch mit diesen drei waren wir bestens ausgestattet. Neben praktischen Tipps, wissenswerten Informationen und interessantem Hintergrundwissen gibt es auch eine Vielzahl von Karten und diversen Wanderrouten. [Affiliate-Links]

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 7 und 6?

Wir freuen uns über Deinen Kommentar zu unserem Blog oder diesem Artikel.
Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Mehr Infos findest Du in der Datenschutzerklärung.