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Japan-Rundreise im Camper 2.0

Ankommen und Eintauchen in Tokio

Japan Roadtrip im Campervan

Uns zieht es nochmal nach Japan. Lange haben wir hin und her überlegt. Sollen wir es noch einmal wagen, zu viert in einem engen kleinen Camper durch Japan zu reisen, bevor unsere Jungs noch größer werden und nicht mehr im Camper unterzubringen sind und/oder sie gar keine Lust mehr haben, mit uns zu reisen? Und ist es nicht ein Risiko, nochmal in ein fernes Land zu reisen, das wir mit wunderschönen Erinnerungen verbinden? Vielleicht sind wir dann nicht mehr so fasziniert wie noch 2016? Sind Fernreisen im Jahr 2023 überhaupt noch vertretbar? Und wird es unseren Kölner Freunden, die diesmal mitreisen wollen, dort auch gefallen?

Diese und ähnliche Gedanken tragen wir seit 2020, als die Idee entstand, gemeinsam noch einmal nach Japan zu reisen, mit uns herum. Coronabedingt waren unsere Pläne dann ohnehin erst einmal für lange Zeit gestorben. Dann wurde das Fernweh immer größer und wir haben gebucht. Um Geld zu sparen (vielleicht doch an der falschen Stelle, wie ich nach insgesamt 17 Stunden Flug, die Umsteigezeit nicht mit eingerechnet, überlegte) keinen Direktflug, sondern mit kurzem Zwischenstopp in Hongkong. In unserer ersten Sommerferienwoche brechen wir früh mit dem Zug auf nach Frankfurt. Unsere Kölner Freunde, die weniger Zugpuffer eingeplant haben als wir, treffen wir dort. Anhand der Menschen in Terminal 2 sieht man sofort, wohin die Reisen von hieraus gehen wird und fühlt sich direkt schon mit dem einen Bein in Asien. An Bord haben wir Pech. Alle schlafen, nur die russische Familie hinter uns trinkt Vodka (was für ein Klischee!) und hält uns dadurch und durch ihre lärmenden Kinder vom Schlaf ab. Nach entsprechend wenig Erholung und eiligem Umstieg in Hongkong ruhen wir uns immerhin auf den 4 Stunden Weiterflug nach Tokio noch ein bisschen aus.

Ankunft in Tokio

Angekommen in der größten Metropole der Welt. Erstmal ein paar Formulare ausfüllen. Schon bei der Einreise fällt auf, wie gut organisiert alles ist und wie viel hilfsbereites Personal zur Verfügung steht. Das in Deutschland omnipräsente Thema Personalmangel scheint hier keins zu sein. Mit dem Bus fahren wir in die Stadt rein. Vom Flughafen Haneda aus geht das schnell. Auch im Bus herrscht strikte Ordnung, über die man sogar als deutsche Ordnungsliebende schmunzeln muss. So müssen wir Sieben uns exakt in Reih und Glied aufstellen. Obwohl der Bus total leer ist, wird jedes unserer Gepäckstücke gelabelt und bei der Ausgabe am Zielort kontrolliert.

Geschafft! An der Shinjuku Station steigen wir aus und sind mittendrin im Großstadttrubel. Wobei uns wie schon bei unseren letzten Japanbesuchen wieder auffällt, wie leise es ist, obwohl ständig so viele Menschen um uns herum sind. Die einzig Lauten sind wir. Hatten wir uns nicht eben noch über die polternden Russen an Bord beschwert?  

Zu Fuß gehen wir zu unserem Hotel The Knot Shinjuku - nach dem langen Flug, Schlafmangel, Jetleg und Hitze eine kleine Herausforderung. Das Hotel ist schön und hat geräumige Aufenthaltsflächen. Zum Beispiel kann man an einem großen Tisch und in Loungecken arbeiten oder frühstücken.

Um uns die Zeit bis zum Zubettgehen zu vertreiben (wir sind nach der langen Reise schon ziemlich müde), schlendern wir nach einer kurzen Pause durch den Park gleich gegenüber unseres Hotels und kehren dann zum Abendessen in eine Art Snack- und Bierbar in Shinjuku ein. Wir sind schon mittendrin im Tokioter Leben - gefühlt Nachtleben, weil es schon um 19 Uhr komplett dunkel ist und wir uns auch sonst fühlen wie mitten in der Nacht.

Tokio Shinjuku
Die Umgebung unseres Hotels
Tokio Shinjuku
Abendessen in einer Bar
Tokio Shinjuku
Abendliches Shinjuku

Auf dem Rückweg ins Hotel nutzen wir die Gelegenheit, uns vom 45. Stock des Turms des Rathauses aus einen Blick auf das nächtliche Tokio zu verschaffen (übrigens umsonst!). Ein gigantischer Anblick! Aber jetzt müssen wir ins Bett.

Tokio bei Nacht
Tokio bei Nacht
Tokio bei Nacht
Ausblick vom Rathausturm

Nach einer angenehmen ruhigen ersten Nacht im Hotel sind wir schon ganz gut in der neuen Zeitzone angekommen. Für das Frühstücksbuffet im Hotel waren wir zu geizig, es gibt aber ein nettes Café. Unseren Kaffee und Gebäck genießen wir an dem großen Tisch in der Lobby.
Plötzlich ein großes Hallo. Unsere Kölner Freunde haben andere Kölner entdeckt, die wir noch aus der Grundschulzeit unserer Jungs kennen. Mitten in Tokio! Wir verabreden uns für den Abend in der Bar.

Im Schweinchen-Café

Nun brechen wir auf. Wir haben einen Termin in Harajuku, den wir keinesfalls verpassen wollen. Schon von Deutschland aus haben wir einen Besuch im mipig Café organisiert. In Tokio und auch sonst in Japan gibt es viele unterschiedliche Motto-Cafés, viele mit echten Tieren wie Katzen oder auch Ottern. Wir haben uns für die Schweinchenvariante entschieden. Auch wenn wir es etwas fragwürdig finden, wie man Tiere artgerecht in einem Café halten kann, sind wir neugierig auf dieses Stück japanische Kultur.

Vor dem Café werden wir angewiesen, uns brav in Reih und Glied hinter einer Absperrung aufzustellen, das haben wir ja schon gelernt. Dann dürfen wir pünktlich zur gebuchten Zeit hineintreten. Nachdem wir unsere Schuhe gegen Schlappen getauscht und unsere Rucksäcke und Schuhe in Schließfächern verstaut haben, betreten wir das eigentliche Café. Ein Tisch für uns sieben ist schon vorbereitet, einschließlich Sitzkissen und Decken, die wir uns auf den Schoß legen. Die Minischweine sind niedliche Ferkel. Das freundliche Personal lotst die Tierchen zu uns und achtet zugleich darauf, dass sich nicht zu viele (sich streitende) Tiere auf unserem Schoß tummeln. Die Tiere sind schon putzig und lassen sich gerne streicheln. Getränke kann man sich in einem Automaten ziehen, aber dafür ist natürlich niemand hier. Die gebuchte halbe Stunde vergeht schnell.

mipig Cafe Tokio
Im mipig Cafe Tokio
mipig Cafe Tokio
Andi und seine neuen Freunde
mipig Cafe Tokio
Die Schweinchen lassen sich von Jenny kraulen

Nach dieser Erfahrung der besonderen Art werfen wir uns mitten in das junge Shoppingleben auf der Einkaufsstraße Takeshita Dori und anschließend in Harajuku auf der Omotesando und Cat Street. Man muss hier gar nichts kaufen, staunen reicht. Unsere Jungs interessieren sich vor allem für die vielen abgefahrenen Vintage Läden und ihnen reicht nur gucken nicht. Wir achten aber darauf, dass sie nicht ihr gesamtes Urlaubs-Taschengeld am ersten Tag verprassen.

Takeshita Dori in Tokio
Takeshita Dori
Takeshita Dori in Tokio
Immer was los hier

Zum Mittagessen kehren wir auf der Meiji Dori in einen Foodcourt ein. In einer Art verwinkelten Halle befinden sich mehrere Läden nebeneinander, man sitzt auf Bierkästen, irgendwie urig.

Shibuya Tokio Kneipe
Mittagessen im urigen Foodcourt
Shibuya Tokio Kneipe
Es schmeckt!

Pflichtbesuch: Shibuya und die Kreuzung

Nun sind wir bereit für ein absolutes Must-See in Tokio, die legendäre Megakreuzung in Shibuya, von der wir unseren Freunden schon viel vorgeschwärmt haben und an die wir uns noch sehr gut vom letzten Besuch erinnern. Immer wieder ein Erlebnis, wenn die Ampeln auf grün schalten und Fußgänger von allen Seiten und auch diagonal über die imposante Kreuzung strömen, begleitet von Musik und blinkenden Reklamen überall.

Shibuya Crossing
Die berühmte Kreuzung in Shibuya
Shibuya Crossing
Die berühmteste Kreuzung der Welt (?)
Shibuya Crossing
Shibuya

Ganz in der Nähe befindet sich der Bape Store. Da will Milan unbedingt hin. Wir unterstützen den Kauf eines T-Shirts mit dem Affen mit japanischer Sprechblase, ist doch eine schöne Erinnerung an Tokio. Bevor wir eine kleine Pause im Hotel einlegen, fahren wir bei der Shibuya Kreuzung im Hikarie Tower nach oben, um auch von hier und bei Tage noch einmal einen guten Ausblick auf die Stadt zu haben.

Abends gehen wir nochmal zu Fuß nach Shinjuku, wo wir sehr lecker Sushi essen. Toll, dass man vom The Knot Hotel vieles zu Fuß erreichen kann.

Shibuya Crossing Hikarie
Blick vom Hikarie Tower auf Shibuya

Unser zweiter Tag und "Besuch" beim Kaiser

Unser letzter Tag beginnt wieder mit einem gemeinsamen Frühstück in der Lobby. Heute steht ein Besuch des Kaiserpalasts auf unserem Programm. Wir erinnern uns noch sehr lebhaft an unseren letzten Besuch dort und wie der damals 7-jährige Milan den bösen Kaiser verflucht hat, weil dieser (beziehungsweise stellvertretend Verbotsschilder) ihm das Klettern auf den perfekten Kletterbäumen in seinem Park verwehrte. Auch unsere Freunde hatten wir vorgewarnt, dass man den Kaiserpalast nur von Weitem sehen kann und sonst nicht viel, denn auch der Park drumherum ist für Besucher gesperrt.

Kaiserpalast Tokio
Nijubashi-Brücke
Kaiserpalast Tokio
Umgebung des Palastes
Imperial Palace Tokyo
Wassergraben um den Kaiserpalast

Im "Elektronikviertel" Akihabara

Entsprechend bleiben wir nicht allzu lang und fahren mit der Metro weiter ins „Elektronikviertel“ Akihabara. In einem Convenience Store holen wir uns ein schnelles Mittagessen und essen es in einem kleinen Park im Schatten. Auf der Straße im Gehen zu essen, ist in Japan übrigens verpönt (und ungesund ist es zudem ja auch). Durch Zufall entdecken wir einen hübschen Schrein in dem kleinen Park, den wir uns ansehen. Ziemlich zerstochen ziehen wir weiter.

Akihabara Tokio
Akihabara: Der erste Eindruck
Akihabara Tokio
Statue am Schrein
Akihabara Tokio
Akihabara

Akihabara ist wirklich ein Erlebnis! Überall blitzt und blinkt es, schallende Dudelmusik überall und ein wuselndes Gewirr von Menschen. Die drei Jungs stürzen sich sogleich in die „Kinder-Spielhöllen“, wo sie (natürlich vergeblich) versuchen, über Greifarme Dinge wie Riesen-Stoff-Pokémons zu ergattern. Hier kann man viel Geld lassen, wenn man nicht irgendwann durchgreift und die Kinder zum Weitergehen zwingt. Zum Glück ist die nächste Attraktion nicht weit. Wir entdecken ein ungefähr 11-stöckiges Technik-Kaufhaus, wo wir aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Selbst ausprobieren kann man hier auch einiges, zum Beispiel in 4D-Welten gegen Monster kämpfen.

Akihabara Tokio
Unterwegs im Elektronikviertel
Akihabara Tokio
Hunderte von Technik-Geschäften
Akihabara Tokio
Einkaufsstraße in Akihabara
Akihabara Tokio
Im Elektro-Kaufhaus
Akihabara Tokio
Ein beeindruckendes Angebot

Auch auf der Haupteinkaufsstraße in Akihabara gibt es viel zu sehen. Im Schulmädchenlook aufgebrezelte junge Japanerinnen verteilen Flyer und die Jungs fragen sich neugierig, wofür und ob sie wohl auch einen solchen erhalten (tun sie nicht). Es handelt sich um Werbung für sogenannte Maid-Cafés, die es hier gibt. Sie „Schulmädchen“ servieren dort kunstvolle Drinks und Speisen. Wir haben es leider nicht mehr selbst geschafft auszuprobieren.

Akihabara Tokio
Maid-Café in Akihabara
Akihabara Tokio
Geschäft in Akihabara

Tokio hat uns auch bei diesem Besuch wieder sehr gut gefallen. Es ist einfach eine total abgefahrene Riesenmetropole, in der man sich trotz der Größe irgendwie schnell heimisch fühlt und die einfach gut funktioniert. Für Teenager hat sie einiges zu bieten. Man kann auch mindestens eine Woche hier bleiben, ohne sich zu langweilen.

Wie unsere Reise durch Japan weiterging, erfahrt ihr hier. Wir sind nach Tokio nämlich auf einen Camper umgestiegen und haben das Land auf diese Weise erkundet (wie auch 2016 schon einmal). Was wir dabei gesehen und gemacht haben, erfahrt ihr in den beiden folgenden Artikeln.


Hier geht's zu unseren Tokio-Artikeln "We love Tokio" und "Tokio mit Kindern - 11 Reisetipps für die ganze Familie".

Mehr über unsere Japan-Reise

Wollt ihr mehr über unsere Japan-Reise erfahren? Dann hört in unsere Podcast-Episoden auf Spotify "Japan 2023: Roadtrip im Campervan - Teil 1" oder "Japan 2023: Roadtrip im Campervan - Teil 2" vorbei.
Oder schaut unsere Videos auf YouTube "Roadtrip durch Japan - Unterwegs im Campervan" an

Weitere Blog-Artikel zu unserem Roadtrip 2023:
1. Japan-Rundreise im Camper 2.0 - Angekommen und Eintauchen in Tokio
2. Strandurlaub auf der Halbinsel Izu
3. Kyoto, Osaka, Miyajima, Hiroshima
4. Am Japanischen Meer, durch die Alpen zurück nach Izu

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