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Herbstferien im Allgäu

Unser Roadtrip im Wohnmobil geht weiter (Teil 2)

Diese Reise haben wir in Zusammenarbeit mit Etrusco und Allgäu Tourismus realisiert. Unsere Meinung ist davon unbeeinflusst.

Nachdem wir schön einige schöne Urlaubstage in unserem mobilen Zuhause, dem Etrusco 6900SB im Allgäu verbracht haben, erfahrt ihr hier, wie es weitergeht.

Mittelalterliches Memmingen - ein Stadtrundgang für Erwachsene und Kinder

Nach einer durchregneten Nacht, die wir in Fischen verbracht haben, regnet es immer weiter, sodass wir spontan beschließen, unsere ursprünglich geplante Route etwas abzuändern. Heute hatten wir eigentlich ein Besuch eines Hochmoors geplant, was aufgrund des Dauerregens aber nicht möglich ist. So haben wir entschieden, heute schon nach Memmingen zu fahren und uns die mittelalterliche Altstadt anzusehen, was auch bei Regen möglich sein sollte. Außerdem sieht die Wettervorhersage für den nördlichen Teil des Allgäus nicht ganz so düster aus wie im Süden.

Unseren Stellplatz in Memmingen haben wir nicht nach ästhetischen, sondern nach praktischen Kriterien ausgewählt. Am Rande eines kleinen Industriegebiets gelegen, gelangt man über den Park Neue Welt in wenigen Minuten zu Fuß zur Altstadt. der Platz kostet nur 7 Euro die Nacht. Er ist ganz gut besucht, was wir angenehm finden, hier nachts nicht alleine zu stehen. Die nahe Bundesstraße hört man nachts zwar, kann hier aber trotzdem ganz gut schlafen.

Vom Stellplatz aus schlendern wir durch die Grünanlage um den Memminger Ach zur Altstadt, die wir durch den 1445 errichteten, damals höchsten Turm der Stadtbefestigungsanlage, den Luginsland, betreten. Im Memmingen sind noch viele Tore und Türme der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten. Wir folgen dem grünen Weg, einer von zwei touristischen Routen zum Selberentdecken der Stadt. Die grüne Route führt durch die Grün- und Befestigungsanlagen der Stadt. An verschiedenen Punkten gibt es interessante Infotafeln und für Kinder ein Quiz. So macht Stadtbesichtigung auch Kindern Spaß. Im Memminger Ach gibt es außerdem Regenbogenfische zu entdecken. Auf dem Stadtwall gibt es Spielplätze, und Mato findet sieben verschiedene Marienkäferarten, einer schöner als der andere. Wir kombinieren den grünen Weg mit dem roten, der zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Altstadt führt, zu Kirchen, Klöstern, siebendächrigen Gerberhäusern, südländisch geprägten, herrschaftlichen Verwaltungsbauten wie dem Steuerhaus und der Großzunft am hübschen Marktplatz. So lernen wir einiges über die Stadtgeschichte des reformatorisch geprägten Memmingen. Als der Regen wieder stärker wird, schlendern wir mit vielen neuen Eindrücken zurück um Wohnmobil und machen es uns dort gemütlich.

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Stellplatz in Memmingen - nicht schön, aber praktisch und zentral
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Am Memminger Ach entlang durch die Altstadt
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Marktplatz in Memmingen
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Schöne Altstadt Memmingen
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Die Infotafel des grünen und roten Wegs erklären uns alles Wichtige

Das bäuerliche Leben früher - ein Besuch im Schwäbischen Bauernhofmuseum in IIlerbeuren

Wir brechen nach einem späten Frühstück auf unserem Stellplatz in Memmingen Richtung Illerbeuren auf, wo unsere Allgäureise begann. Gleich gegenüber von d‘Kammer, wo wir unsere erste Nacht im Allgäu verbracht haben, liegt das Schwäbische Bauernhofmuseum. Auf einem weitläufigen, 12 Hektar großen Gelände bekommt man einen interessanten Einblick in das bäuerliche Leben im Schwaben der letzten 350 Jahre. Im Museumsdorf des Freilichtmuseums sind viele alte Bauernhäuser und handwerkliche Betriebe aus der Gegend originalgetreu wiederaufgebaut. Auch von innen lassen sich die alten Stuben und Betriebe besichtigen, was sehr interessant ist. Wie anstrengend das bäuerliche Leben damals gewesen sein muss. Auch die Jungs sind froh, heute zu leben und nicht schon als Kind halte Arbeit auf dem Feld verrichten und nachts ohne Elektrizität in einer kalten Schlafstelle nächtigen zu müssen.

Landwirtschaftliche Nutztiere gibt es hier auch einige zu sehen, worüber sich die Kinder freuen. Und am Ende des Rundwegs warten ein Spielplatz und eine altertümliche Holzkegelbahn. Wer will kann hier noch einkehren und sich mit schwäbischen Spezialitäten stärken.

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Das bäuerliche Leben früher - hier sehr gut vorstellbar
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Fachwerk von früher
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Ein sehr schönes, weitläufiges Gelände
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Auch von innen interessant: In einer Bauernstube
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Tiere gibt es hier auch

Stellplatz beim Bauern in Legau

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe des Schwäbischen Bauernhofmuseums und der Iller, finden wir über unsere Park4Night App einen urigen Stellplatz für drei Wohnmobile auf dem Hof eines Bauern in Legau, der selbst Wohnmobilliebhaber ist. Ganz neu sind die Sanitäranalagen, es gibt Wasser und Strom umsonst. Für die Übernachtung wird um eine Spende in Höhe von etwa 15 Euro gebeten, ein fairer Preis. Ganz unkompliziert melden man sich selbst an und zahlt per Umschlag und Briefkasten. Als wir uns installiert haben und gerade losfahren und mit unseren Rädern die Gegend erkunden wollen, werden wir vom Seniorgastgeber begrüßt. Wir kommen nett ins Gespräch und erhalten viele praktische Tipps für unsere kleine Radtour. Später dürfen wir auch die Kühe im Stall besuchen und in einer Feuerschale ein Abendfeuer anzünden. Ein sehr netter Übernachtungsplatz.

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Neben der Rapswiese
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Neben der Scheune
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Lagerfeuer am Abend

Kleine Radtour zur Illerhängebrücke

Querfeldein radeln wir in Richtung Iller. Ein Stück über Landstraße, was vor allem mit Kindern nicht sehr angenehm ist, da die Autos hier ganz schön heizen. Der Illerradweg ist einer Enttäuschung, denn zumindest hier ist es nichts anderes als ebendiese Landstraße. Wir fahren lieber weiter über holprige Feldwege und kommen irgendwann bei einem Wasserwerk an. Daneben besagte Hängebrücke und ein Aussichtsturm. Beim Wasserwerk gibt es auch ein Beobachtungsbecken für Fische, die man allerdings aufgrund der Trübheit des Wassers gerade nicht entdecken kann. Ein Kneippbecken gibt es auch, das allerdings jetzt im Herbst nicht in Betrieb ist. Wer will auch bei 5 Grad durch eiskaltes Wasser waten? Nebendran eine Fischtreppe, eine aufwändige „Umleitung“, damit auch die Fische das Wasserwerk unbeschadet passieren und ihren Weg entlang der Iller fortsetzen können. Wir schieben über die Hängebrücke und bahnen uns über ein Feld den Weg zur Iller, die hier eine Schleife macht. Eine sehr hübsche Landschaft. Bevor es dunkel wird, fahren wir den Weg wieder zurück zum Stellplatz. Im Graben auf der Landstraße entdecken die Kinder einen toten Dachs, ein riesiges Tier, im Straßengraben. Das soll für sie heute die größte Attraktion bleiben. Einen Dachs haben sie noch nie in freier Wildbahn gesehen und hätten ihn eher im Wald erwartet. Leider hat dieser nicht überlebt.

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Am Ufer der Iller
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Illerhängebrücke
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Aussichtsturm an der Iller
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Still fließt sie dahin, die Iller

Wanderweg von der Iller-Hängebrücke bei Altusried aus

Wir haben immer noch nicht genug von dieser schönen Gegend im Unterallgäu und machen uns heute nochmal auf zur Iller. Überall lesen und hören wir von Illerschleife, Illerhängebrücken und Illerdurchbruch und haben immer noch nicht so recht verstanden, was jetzt genau was ist und vor allem wo. Zum Glück haben wir noch die selbstgezeichnete Wanderkarte von Julia aus d‘Kammer und machen uns auf den Weg zum Parkplatz Au, unweit von unserem Stellplatz in Legau. Leider ist heute Sonntag und der Parkplatz schon voll, macht aber nichts, wir fahren einfach weiter zum Zielpunkt der Wanderung an de Iller-Hängebrücke bei Altusried und gehen den Weg von hier aus.

Es ist übrigens nicht die Hängebrücke von gestern, sondern eine andere, nicht weniger imposante, 2007 von ehrenamtlichen Brückenbauern errichtete, die in 84,5 Metern über die Iller, die hier ganz ruhig vor sich hinfließt, führt. Danach geht es durch ein schönes Stück Mischwald mit Aussicht auf die (oder eine?, so ganz haben wir das immer noch ich verstanden) Illerschleife. Irgendwann führt der Weg aus dem Wald hinaus über Felder, und hier sieht man über grüne Wiesen, auf denen die Kühe grasen, im Hintergrund die Alpen, was unglaublich schön ist. Wir kommen an ein paar Höfen vorbei, sammeln Hagebutten und Mato Grashüpfer, beobachten Kühe und Pferde, bis uns der Weg wieder in ein Waldstück hineinführt. Hier kehren wir allerdings um und gehen nicht mehr den ganzen Weg bis Au, da wir heute noch weiterfahren wollen in Richtung Füssen und dort noch eine Burgruine anschauen wollen.

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Hängebrücke über die Iller
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Die Iller im Herbst
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Wanderung durch Buchenwald
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Wanderung über Wiesen und Felder

Burgruine Eisenberg

Nun verlassen wir das Unterallgäu und fahren weiter ins Ostallgäu. Schon die Fahrt dorthin ist wunderschön. Hier im Voralpenland noch herbstlich, blicken wir auf schneebedeckte Alpen. Wir fahren in Richtung Füssen und machen einen Zwischenstopp im kleinen Örtchen Zell, von wo aus wir den Berg hinaufwandern, durch ein Stück Wald bis zur perfekt gelegenen Burgruine Eisenberg. Die Burg wurde schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtetet und ist in Teilen restauriert. Es gibt verschiedene Aussichtspunkte und Infotafeln, über die man einiges über ihre Geschichte erfährt. Nur einen Steinwurf entfernt liegt die Schwesterburg Hohenfreyberg bzw. deren Ruine. Hier baute der Schwiegersohn des damaligen Burgherren von Eisenberg. Unsere Jungs spielen Ritter und klettern durch die alten Gemäuer. Die skurrilste Entdeckung machen wir aber auf der „Schießterrasse“ mit Blick auf die umliegenden Seen, Schloss Neuschwanstein und die kitschige Alpenkulisse. Hier hat jemand einen in Zeitungspapier eingewickelten, ganzen Fisch deponiert. Eine Opfergabe? Ein alter bayerischer Brauch, den wir nicht kennen? Ein vergessenes Abendessen? Das werden wir wohl nie herausfinden, hatten aber zumindest viel Spaß mit anderen Besuchern, über die Bewandtnis dieses Fischs zu spekulieren.

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Der Weg zur Burg
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Burgruine Eisenberg
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Blick auf die Nachbarburg Hohenfreyberg
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Wir erkunden die Burg

Stellplatz in Pfronten

Wir beschließen, heute noch nicht in Füssen bzw. an einem der Seen zu übernachten, sondern zunächst auf einem Stellplatz in Pfronten, da wir ganz in der Nähe eine Alpakatour am nächsten Morgen gebucht haben. In der Gaststätte des Stellplatzes soll man zudem lecker und günstig essen können. In diesen Genuss kommen wir heute allerdings nicht mehr, da erst wieder um 20:00 Uhr ein Tisch frei wird, wir aber schon um 18:00 Uhr Riesenhunger haben nach viel Bewegung und frischer Luft draußen. Also sparen wir unser Geld, kochen stattdessen Spaghetti und testen lieber die Waschmaschine und den Trockner des Platzes.

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Stellplatz in Pfronten

Wandern mit Alpakas

Heute stehen wir für unsere Urlaubsverhältnisse früh auf, um pünktlich um 10 Uhr bei Allgäu Alpaka zu sein, wo wir eine zweistündige Alpaka-Wanderung gebucht haben. Wir werden empfangen von Birgit und ihrem Vater Franz, der vor zehn Jahren mit der Alpakazucht hier in Pfronten begonnen hat und damals noch dafür belächelt wurde. Inspiriert von Alpakafarmen in Südamerika, hat der Familienbetrieb inzwischen über 30 Tiere und gut zu tun. Es hat ja auch was sehr entschleunigendes, mit den putzigen Tieren spazierenzugehen. Die kuscheligen, hübschen Alpakas zaubern ein Lächeln in jeden Wanderer, der uns entgegenkommt. Wir sind mit Birgit und einem Pärchen die einzigen in unserer Gruppe mit vier männlichen Alpakas, die streng getrennt werden von den Weibchen, was wohl auch nötig ist. Milan hat sich ein hübsches braungelocktes Tier namens Nayati ausgesucht, Mato führt den niedlichen kleinen Xari, der der älteste der Gruppe ist, aber irgendwann aufgehört hat zu wachsen. Gemütlich spazieren wir am Bach entlang durch den Wald, bis wir schließlich auf einer saftig grünen Weide mit herrlichem Alpenblick ankommen, wo die Tiere sich erstmal ordentlich stärken. Danach führt uns der Weg weiter an einem Paraglider-Landeplatz vorbei, und dann sind wir auch schon wieder zurück und müssen uns von Xari und Nayati verabschieden.

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Mato führt seinen Xari
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Pause zum Grasen auf der Wiese
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Alpakas mit Alpenpanorama

Hinauf auf den Breitenberg

Jetzt haben auch wir Hunger und kehren für einen kleinen Mittagssnack in unser Wohnmobil ein. Wie praktisch, wenn man immer alles um die Ecke geparkt hat. Danach wollen wir noch mehr von der herrlichen Oktobersonne genießen und beschließen, mit der Breitenbergbahn hinaufzufahren, um noch ein wenig alpine Luft und Schnee zu erleben. Wir fahren mit der Gondel und weiter mit der Hochalpbahn, einem Sessellift, bis wir auf 1.677 Metern auf der Bergstation angelangt sind. Hier bauen die Jungs erstmal einen Schneemann, während wir die Aussicht über das Tal mit den vielen Seen, die gegenüberliegende Burgruine Falkenstein und bis zur Zugspitze und nach Tirol genießen. Dann gehen wir noch 160 Höhenmeter weiter hinauf bis zur Ostler Hütte, der höchstgelegenden Hütte des Breitenbergs. Hier wollten wir eigentlich einkehren, aber leider ist Montag Ruhetag. Immerhin gibt es einen Selbstbedienungskühlschrank mit Getränken und man darf die Sonnenterrasse mit der einmaligen Aussicht trotzdem nutzen. Hier bleiben wir noch eine Weile und laufen und gondeln dann wieder zurück ins Tal. Ein sehr schöner Alpen-Herbsttag!

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Mit schönstem Weitblick bis zur Zugspitze
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Auf dem Breitenberg
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Und wieder hinab

Abstecher zum Alatsee

Kurz vor der österreichischen Grenze liegt der kleine Alatsee versteckt im Wald. Um bei dem schönen Sonnenwetter jede Minute draußen zu nutzen und noch ein paar schöne Fotos zu machen, fahren wir zum Tagesabschluss mit dem Wohnmobil hier hinauf und verweilen noch ein bisschen in der herbstlichen Abendruhe.

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Herbstabend am Alatsee

Radtour um den Forggensee

Heute reisen wir weiter nach Füssen. Wir finden einen Stellplatz etwas außerhalb der Stadt, von dem aus wir in wenigen Minuten mit dem Rad zum Forggensee fahren. Unser Ziel ist, den See einmal zu umrunden, das sind 32 Kilometer. Womit wir nicht gerechnet hatten, ist, dass der Radweg nur selten direkt am Seeufer entlangführt und oft recht steil auf und ab, was den Jungs (und manchmal auch uns) manchmal schwerfällt. Anfangs wundern wir uns noch, dass wir ständig von rüstigen Rentnergruppen überholt werden. Bis wir merken, dass sie alle E-Bike fahren. Dafür werden wir mit traumhaft schönen Blicken auf grüne Wiesen, herbstlich bunte Bäume, den still daliegenden See und die schneebedeckten Alpen im Hintergrund belohnt. Auch auf das herrlich kitschige Schloss Neuschwanstein und das gleich nebenan liegende Schloss Hohenschwangau blicken wir oft. Nach ungefähr halber Strecke finden wir einen idyllischen Rastplatz auf einem Bootsanleger, im Sommer in Strandbad. Hier rasten wir mit wunderschönem Schwangaublick und fahren dann weiter, durch kleine Ortschaften, vorbei an Kuhweiden, Marienbildern, Staumauer und Ausläufern des Sees.

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Wunderschöne Seenlandschaft
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Der Forggensee
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Los geht die Tour
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Fast geschafft
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Rast am See

Auf dem Rückweg fahren wir noch einmal kurz nach Füssen und schauen uns die Altstadt an. Da der Ostallgäukreis und insbesondere Füssen Coronahotspot ist, herrscht hier Maskenpflicht und es ist recht voll, sodass wir beschließen, nur einmal kurz durch die Altstadt zu gehen und dann zum Wohnmobilstellplatz zurückzukehren. Ein bisschen Erholung haben wir uns nach der Radtour verdient.

Wanderung durchs Tiefenberger Moor

Nachdem wir letzte Woche aufgrund des scheußlichen Wetters etwas überstürzt aus dem Oberallgäu nach Memmingen abgereist sind, kehren wir zum Ende unserer Allgäureise noch einmal dorthin zurück. Von Füssen aus fahren wir in etwa 45 Minuten nach Ofterschwang, um von hier aus durch das Tiefenberger Moor zu wandern. Diesmal haben wir so großes Glück mit dem Wetter, dass uns schnell viel zu warm wird in unseren Winterjacken. Wir gehen einen Rundweg durch das Hochmoor, etwa 7 Kilometer durch schönste Moorlandschaft und Wald, über Brücken, Wurzeln und Moos, immer mit dem schönen Alpenpanorama im Hintergrund, bei über 20 Grad mit kaum noch Schnee auf den Gipfeln. Überall zwitschern Vögel in den Moorkiefern, flattern Schmetterlinge und fliegen Marienkäfer. Der Wald lädt ein zum Mooshäuserbauen mit Rindendächern, was wir auch tun.

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Im Tiefenberger Moor
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Wanderung durch die Moorlandschaft
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Mooshäuschen bauen im Wald
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Dafür kann sich auch noch unser 11-Jähriger begeistern

Als Stellplatz steuern wir zum mittlerweile dritten Mal Fischen an. Diesmal fahren wir mit den Rädern auch einmal in das hübsche Örtchen hinein und essen ein sehr leckeres Eis. Außerdem erkunden wir den Eichhörnchenwald, in dem allerdings vor allem Raben und Eichhörnchen suchende Familien unterwegs sind. Vermutlich sind die Tiere um 17 Uhr schon satt und haben sich versteckt. Schließlich entdecken wir doch noch zwei Exemplare. Aber auch wenn sich die Eichhörnchensuche etwas mühsam gestaltet, ist der Wald auch so schön. Die Jungs flitzen noch ein wenig umher und spielen Verstecken, bevor wir wieder in Richtung Wohnmobilstellplatz aufbrechen. Was für ein schöner Waldtag heute!

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Auf der Suche nach hungrigen Eichhörnchen

Naturerlebnis Eistobel Wanderung

Ein Allgäu-Highlight haben wir uns bis ganz zum Schluss aufgehoben: den Eistobel-Wanderweg. Der ist so beliebt, dass wir auf dem zugehörigen Parkplatz Eistobel kaum noch Platz finden. Auf dem Weg verläuft es sich zum Glück ein wenig. Wir zahlen also ein kleines Eintrittsgeld und kraxeln hinab zum Fluss Obere Argen. Über uns thront die 40 Meter hohe Talbrücke Obere Argen. Wir wandern am Fluss entlang und beobachten eine Wasseramsel, die immer neben uns unter- und wieder auftaucht und viel Freude zu haben scheint. Eisvögel soll es hier auch geben, wir sehen allerdings keinen. Bald schon erreichen wir die ersten Wasserfälle. Überall gibt es schöne Aussichtpunkte und Rastplätze. Der Weg ist wirklich schön und mit dem Wetter haben wir ebenfalls großes Glück, es ist richtig schön warm. Es gibt verschiedene Touren. Wir entscheiden uns für Tour 18, die 4,5 Kilometer lang ist und für die wir (mit Rast) etwa 2 Stunden brauchen. Auch der Rückweg über Felder ist wunderschön. Den Jungs reicht es jetzt aber mit dem Wandern und sie sind erstmal froh, dass wir unser Wohnmobil schon von Weitem sehen.

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Eistobel-Wanderweg
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Hier gibt es überall was zu entdecken
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Sehr beeindruckende Natur

Isny

Um sich nach der Eistobel Wanderung noch das hübsche Städtchen Isny anzusehen, fehlt Andi und Milan die Energie. Sie wollen lieber auf einem hübsch direkt an der Stadtmauer gelegenen Wohnmobilstellplatz warten, bis Mato und ich unsere Runde durch den Ort gedreht haben, wo wir noch ein paar Souvenirs kaufen und vielleicht ein Eis essen wollen. In der Sonne auf dem Stellplatz sitzen überall Rentner auf Campingstühlen beisammen, die Andis gekonntes Rückwärtseinparken mit 6,90 Meter langem Gefährt neugierig beobachten. Mato schnappt sich sein Rad und ich begleite ihn zu Fuß. Keine 5 Minuten später erscheint ein „Parkplatzdrache“, der Andi darauf hinweist, dass er falschherum eingeparkt hat und sofort 8 Euro zu zahlen habe. Da fahren Andi und Milan lieber weiter und treffen uns woanders wieder. Ein schön gelegener Platz bedeutet eben leider nicht zugleich, dass dort auch die Atmosphäre nett ist.

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Mato an der Stadtmauer
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Auf dem Rad durch Isny

Und nun heißt es Abschiednehmen von unseren Mountainbikes, die wir schweren Herzens wieder bei Willis Radladen abgeben. Er freut sich mit uns, dass wir so eine gute Zeit damit hatten - und kommt und schon vor wie ein alter Bekannter.

Die letzte Nacht wollen wir ganz pragmatisch auf dem WoMo-Stellplatz in Leutkirch verbringen, wo wir morgen früh leider unseren Etrusco wieder abgeben müssen. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten: dass dieser unspektakuläre Stellplatz, gleich neben dem Parkplatz des Freibads Leutkirch, so beliebt ist, dass wir tatsächlich keinen Platz mehr finden. Kurz überlegen wir, noch einmal bis zum Bauern nach Legau zu fahren, entscheiden uns aber dagegen, da es zu weit und schon spät ist. Da kein anderer Platz in der Nähe ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als auf dem Parkplatz des Wohnmobilvermieters zu nächtigen. So sind wir jedenfalls schon direkt vor Ort, um den Etrusco am nächsten Morgen gründlich zu putzen und umzupacken in unser eigenes Auto, das uns -wie immer nach einer Reise im Wohnmobil- mickrig und tiefergelegt erscheint.

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Abschied vom Etrusco

Rückreise

Freitag ist natürlich kein perfekter Reisetag quer durch Deutschland, schon gar nicht zum Ferienende. Wir sind aber gut angekommen und vermissen unseren Etrusco jetzt schon!

Unser Allgäu-Roadtrip im Video

Wenn euch unsere Rundreise durch das Allgäu interessiert hat und ihr ein paar bewegte Bilder sehen wollt, dann schaut doch mal auf unserem YouTube-Kanal vorbei. Dort findet ihr ein paar Videos über die Reise mit vielen Eindrücken und Impressionen.

Zu unseren Allgäu-Videos auf YouTube

Herbstferien im Allgäu (Teil 1)

Reisetipps für eine Rundreise im Wohnmobil: Wandern an Flüssen, zu Wasserfällen, auf Berggipfeln, in der Sonne und im Schnee, mit dem Rad oder zu Fuß, in der Gondel und im Mountaincart, am See und auf dem Skywalk - das alles geht im Herbst im Allgäu.

Zum 1. Teil unseres Allgäu-Roadtrips


 

Kommentare

PKV

Diese Landschaften faszinieren Millionen von Urlaubern

Silke

Hallo,
wir haben eure Seite durch Zufall entdeckt. Sehr schöner , informativer Bericht. Man möchte sofort losfahren!
Viele Grüße von Silke aus Kiel

Hans

Wir waren überall in Europa. Das Allgäu kennen wir aber ( bis jetzt) noch nicht. Da musste erst Corona kommen!
Danke für den tollen Bericht. Unser Camper steht bereit!
Viele Grüße von Hans

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