Über Ostern etwas Sonne tanken und gemeinsam aktiv sein – die Vendée an der französischen Atlantikküste bietet ideale Bedingungen für Familien mit Teenagern. Weite Strände, schöne Natur und viele Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren oder Wassersport sorgen wir einen wunderbaren Frühlingsurlaub.
Familienurlaub im Winter in Les 3 Vallées
Skiurlaub in Frankreich mit Tipps, Erfahrungen & Highlights
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Les 3 Vallées entstanden.
Nochmal raus in den Schnee, in die Berge, zum Saisonende in der Sonne Skifahren. Genau darauf hatten wir in den Osterferien Lust. Also haben wir uns in diesem Jahr einen Wunsch erfüllt, der schon länger auf unserer Liste stand: ein Winterurlaub in den französischen Alpen. Genauer gesagt geht es für uns nach Les 3 Vallées, ins größte Skigebiet der Welt. Wir sind ziemlich gespannt, denn für uns war es das erste Mal in dieser Region. Eigentlich unglaublich, wie oft wir schon in Frankreich unterwegs waren, aber noch nie in den französischen Alpen!
Auf dieser Reise sind wir wieder zu fünft unterwegs: wir Eltern, unser 13-jähriger Mato, unser 17-jähriger Milan und seine gleichaltrige Freundin.
Und so viel schon einmal vorweg: Es war ein Skiurlaub, der uns richtig begeistert hat. Auf der Piste und abseits der Piste.
Les 3 Vallées: Das größte Skigebiet der Welt
Les 3 Vallées liegt in den französischen Savoyer Alpen und ist kein gewöhnliches Skigebiet. Es ist tatsächlich das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt. Die berühmten Skiorte Courchevel, Méribel, Brides-les-Bains, Les Menuires, Saint-Martin-de-Belleville, Val Thorens und Orelle sind hier direkt miteinander verbunden. Das Besondere: Man kann sich zwischen den Tälern ganz bequem auf Skiern bewegen, ohne zwischendurch ins Auto, in den Bus oder in öffentliche Verkehrsmittel steigen zu müssen.
Genau das macht einen Skiurlaub in den französischen Alpen hier so besonders. Morgens startet man in einem Ort, fährt mittags durch ein anderes der drei Täler und steht am Nachmittag plötzlich auf einem Gipfel mit Blick auf unzählige Alpenberge, im Hintergrund der Mont Blanc. Alles ist hervorragend verbunden, bestens ausgeschildert und erstaunlich unkompliziert.
Das sind die beeindruckenden Zahlen: 600 Pistenkilometer (plus Strecken abseits der Pisten), Höhenlagen von 1.300 bis 3.230 Metern, moderne Liftanlagen, durch die hohe Lage starke Schneesicherheit und eine riesige Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Freizeitangeboten. Egal ob Anfänger, fortgeschrittene Skifahrer, Familien mit Kindern oder sportliche Profifahrerinnen: In Les 3 Vallées finden wirklich alle ihren Platz.
Orte und Skiresorts in Les 3 Vallées
Insgesamt gibt es in Les 3 Vallées sieben Skiresorts: Courchevel, Méribel, Brides-les-Bains, Les Menuires, Saint-Martin-de-Belleville, Val Thorens and Orelle.
Während unseres Skirurlaubs haben wir einige dieser Orte besucht und stellen euch diese nachfolgend kurz vor.
Courchevel
Courchevel ist der glamouröse und wohl bekannteste Ort in Les 3 Vallées. Hier gibt es exklusive Hotels, elegante Boutiquen und eine Spitzengastronomie, die international einen Namen hat. Gleichzeitig ist Courchevel natürlich auch ein fantastischer Ausgangspunkt zum Skifahren. Wer Komfort, Stil und erstklassige Pisten sucht, ist hier genau richtig.
Les Menuires
Les Menuires ist praktisch, sonnig, familienfreundlich und perfekt angebunden. Genau deshalb war der Ort für uns eine richtig gute Wahl. Hier steht das Skifahren ganz klar im Mittelpunkt. Viele Unterkünfte liegen direkt an der Piste, die Wege sind kurz und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist im Vergleich zu anderen Orten im Gebiet sehr attraktiv. Für einen Skiurlaub mit Kindern in Frankreich ist Les Menuires aus unserer Sicht ideal.
Méribel
Méribel liegt sehr zentral im Skigebiet und ist deshalb ein super Ausgangspunkt, wenn man möglichst viel von Les 3 Vallées entdecken möchte. Die Lage mitten im Gebiet macht den Ort besonders attraktiv. Dazu kommen schöne, abwechslungsreiche Pisten, viele Freizeitmöglichkeiten und eine lebendige Atmosphäre.
Saint-Martin-de-Belleville
Saint-Martin-de-Belleville ist charmant, ruhig und deutlich ursprünglicher als die höher gelegenen Skiorte. Das Dorf hat sich seinen savoyischen Charakter bewahrt und wirkt herrlich authentisch. Wer es entspannt mag, gutes Essen schätzt und alpine Atmosphäre sucht, sollte diesen Ort unbedingt einplanen.
Val Thorens
Val Thorens ist der höchste Skiort Europas und entsprechend schneesicher. Der Ort liegt auf über 2.300 Metern ganz am Ende des Tals Vallée des Belleville und ist besonders für jüngere, sportlich Fahrende, lange Skitage inklusive Après Ski und eine extra lange Saison spannend.
Unsere Anreise in die französischen Alpen
Auch wenn wir immer gerne nachhaltig mit dem Zug anreisen, ist für uns die Reise mit dem Auto in die französischen Alpen mit fünf Personen und Gepäck einfach die praktischste und angenehmste Lösung. Vor Ort braucht man dann aber kein Auto, denn es gibt sehr gute und kostenlose Shuttlebusse, die die einzelnen Orte miteinander verbinden. Und tagsüber erreicht ihr alles per Ski!
Um die Anreise entspannt zu gestalten, legen wir kurz hinter Lyon in Bourgoin-Jallieu eine Zwischenübernachtung ein. So müssen wir am nächsten Morgen nur noch rund zwei Stunden in die Berge fahren und kommen ausgeruht schon mittags in Les Menuires an. Gerade für Familien finden wir das eine sehr gute Lösung. Die Fahrt zieht sich sonst doch, und mit einer Pause unterwegs startet der Urlaub deutlich angenehmer. Zurück sind wir die gesamte Strecke bis Köln (927 Kilometer) in einem durchgefahren. Da wir uns zu zweit abgewechselt haben, war das auch okay.
Les 3 Vallées: Die verschiedenen Anreise-Möglichkeiten
Natürlich gibt es neben dem Auto auch andere Möglichkeiten für die Anreise nach Les 3 Vallées. Hier zeigen wir euch Anreise-Optionen auf einen Blick:
Mit dem Auto
Die Route führt über die Autobahn bis Albertville und dann weiter auf der RN90 nach Moûtiers. Wer mit Kindern reist oder flexibel bleiben möchte, ist mit dem Auto oft sehr gut beraten. Wichtig in den Wintermonaten: an Winterreifen denken, ist ja klar.
Mit dem Zug
Eine wirklich komfortable Alternative ist die Anreise per TGV bis Moûtiers. Von dort aus kommt man mit Shuttle oder Taxi weiter in die Skiorte. Wer entspannt reisen und sich Parkplatzsuche oder Bergfahrten sparen möchte, für den ist das eine sehr gute Option.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Genf, Lyon, Chambéry und Grenoble. Besonders für internationale Gäste oder Reisende aus weiter entfernten Regionen ist das praktisch. Von dort geht es mit Shuttleverbindungen weiter in Richtung Berge.
Unsere Base in Les Menuires: Das Alpeen Hotel
Unser Zuhause für diesen Winterurlaub in Les 3 Vallées ist das Alpeen Hotel in Les Menuires auf 1.900 Metern Höhe. Für uns ein echter Glücksgriff. Die zentrale Lage direkt an der Piste hätten wir uns kaum besser wünschen können. Morgens geht es ganz entspannt vom Hotel direkt auf die Ski und am Nachmittag genauso unkompliziert wieder zurück. Genau so stellt man sich einen perfekten Skiurlaub vor.
Wir sind in zwei Dreibettzimmern untergebracht, wovon sich das eine bei Bedarf sogar durch ein praktisches Wandbett flexibel zu einem Vierbettzimmer erweitern lässt. Besonders schön ist der Blick auf die umliegende Bergwelt, der uns jeden Tag aufs Neue begeistert hat.
Hotel selbst ist alles darauf ausgelegt, den Aufenthalt möglichst angenehm zu gestalten. Skiverleih und Skiaufbewahrung befinden sich direkt im Haus, was vieles erleichtert. In der Bar und einem gemütlichen Chillout Raum kann man abends perfekt zusammensitzen. Wir haben auf en gemütlichen Sofas und Sesseln der Bar jeden Abend Karten gespielt. Im Chillout Raum gibt es außerdem viele Brettspiele, ein Tisch-Vier gewinnt Spiel und einen Billardtisch. Auch kulinarisch hat uns das Alpeen Hotel sehr gut gefallen: Im Restaurant Bela Veya wird mit viel Liebe gekocht, mit regionalen Zutaten, saisonal inspiriert und angenehm modern interpretiert. Auch das Frühstück mit Blick auf die schneebedeckten Berge, hinter denen langsam die Sonne hervorkam, ist fabelhaft.
Les 3 Vallées mit der Familie
Was uns schnell aufgefallen ist: Les 3 Vallées ist unglaublich familienfreundlich. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern ganz praktisch im Alltag.
Mehr als die Hälfte der Pisten sind grün oder blau. Das macht das Gebiet ideal für Familien, für Kinder, für Wiedereinsteiger und für alle, die einfach entspannt fahren möchten. Gleichzeitig gibt es genug rote und schwarze Pisten für Teenager, Fortgeschrittene und sportlich Fahrende. Genau diese Mischung fanden wir als Familie richtig gut.
Dazu kommen gute Skischulen, Kinderbereiche, Freizeitangebote und viele Aktivitäten auch abseits der Piste. Wer mit kleinen Kindern reist, findet zudem Betreuung und passende Angebote. Wer mit älteren Kindern oder Teenagern unterwegs ist, entdeckt Funslopes, Rodelbahnen, Coaster, Erlebnisbereiche und sportliche Herausforderungen – davon lest ihr hier gleich noch mehr.
Das Publikum ist international, viele Briten, außerdem hauptsächlich Skifahrende aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Die Atmosphäre ist entspannt und freundlich, kein Vorgedrängel am Lift und hier und da immer mal wieder ein freundliches Wort.
Tag 1: Ankommen und erstes Eintauchen in Les Menuires
Unser erster Skitag startet direkt mit einem echten Pluspunkt: Wir werden von unseren Ski-Guides Alex und Laurent, beide sehr lustig und erfahren und schon lange Kollegen und auch Freunde, am Hotel abgeholt. Gerade in einem für uns komplett neuen Skigebiet ist das unglaublich hilfreich. Les 3 Vallées ist riesig und bietet unzählige Möglichkeiten, Pisten, Lifte und ganze Täler miteinander zu kombinieren. Da ist es wirklich viel wert, wenn jemand vor Ort das Gebiet in- und auswendig kennt.
Alex zieht mit den Kids los und zeigt ihnen alles, was Spaß macht: Funslopes, kleine Jumps, actionreiche Waldabschnitte und natürlich jede Menge Gelegenheiten für Tempo, Quatsch und gute Laune. Genau ihr Ding. Am Nachmittag zeigen uns die Kids die Attraktionen für Kinder und Jugendliche. Die Pixel Area, ein Snowpark mit Parcours und Jumps, dazu eine Chill Area, ist ihr Favorit. Aber auch Jumps neben der Piste, Buckelpisten, Steilkurven und Fahrten auf schmalen Wegen durch ein kleines Wäldchen neben der Piste haben es ihnen angetan. Hier wird wirklich viel für Kinder und Jugendliche geboten und auch uns Erwachsenen machen die Attraktionen Spaß (auch, wenn wir uns natürlich nicht alles trauen so wie die völlig angstfreien Kids!).
Wir Eltern sind mit Laurent unterwegs, deutlich entspannter, denn wir wollen keine Geschwindigkeitsrekorde berechnen, sondern entspannt und sicher die Berge hinunterkommen und dabei eventuelle noch unsere Technik ein bisschen verbessern. Die Jungs und Mädels hingegen sind stolz auf ihre Geschwindigkeitsrekorde, die sie per App messen. Laurent, kurz Laulau, erzählt uns viel über die Region, zeigt uns tolle Abfahrten und hilft enorm dabei, ein Gefühl für das Gebiet zu bekommen. Außerdem gibt er uns hilfreiche Technikverbesserungstipps, was uns sehr geholfen hat. Zwischendurch treffen wir uns alle immer wieder zum Mittagessen oder später auf einzelnen Abschnitten.
Zum Start geht es hinauf zur Pointe de la Masse auf 2.804 Meter. Spätestens hier oben wird klar, was einen Skiurlaub in Les Menuires so besonders macht: diese Weite, die Gipfel, die Ausblicke und die vielen Möglichkeiten, die sich von hier aus ergeben. Später fahren wir weiter in Richtung Col de la Chambre auf rund 2.850 Meter, von wo aus man Zugang nach Val Thorens und ins Nachbartal Richtung Méribel hat.
Den ersten Tag verbringen wir vor allem im Gebiet rund um Les Menuires. Und das ist ideal, um anzukommen, die Pisten kennenzulernen und sich langsam einzufinden. Die Abfahrten sind abwechslungsreich, die Bedingungen super und das Gebiet macht richtig viel Spaß.
Zum Mittagessen kehren wir sehr gemütlich und lecker mit sehr freundlichem Service in der Ferme de Reberty an der Piste ein. Abends ging es ins Le Capricorne, nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt, und ebenfalls sehr lecker. Ein entspannter Ausklang für unseren ersten Tag in den französischen Alpen.
Tag 2: Von Méribel nach Saint-Martin-de-Belleville
Am zweiten Tag wollen wir mehr vom Skigebiet Les 3 Vallées erkunden, wieder zusammen mit unseren beiden Ski Guides. Heute geht es über den Col de la Chambre hinüber nach Méribel-Mottaret und weiter nach Méribel. Allein diese Verbindung zeigt schon, wie beeindruckend Les 3 Vallées ist. Man fährt nicht einfach nur ein paar Pisten, sondern entdeckt gleich ganze Landschaftsräume.
Die Abfahrten Richtung Méribel sind abwechslungsreich und landschaftlich richtig schön. Von dort aus fahren wir später mit den Liften Legends und Cherferie weiter, bevor wir über die herrliche, ewig lange Abfahrt Jérusalem zurück ins Tal nach Saint-Martin-de-Belleville fahren.
Dieser Ort hat uns sofort gefallen. Saint-Martin ist ursprünglicher, ruhiger und traditioneller als die höher gelegenen Resorts. Ein schönes Bergdorf mit Charakter, charmanten Gassen und einer entspannten Atmosphäre. Ein toller Kontrast zu den lebendigeren und moderneren Skiorten weiter oben.
Mittags kehren wir sehr stilvoll und lecker mit eigenem Tischfeuer im Le Lodji in Saint-Martin-de-Belleville ein. In den französischen Alpen gibt es auch mittags nicht nur eine kleine Hüttenkarte, sondern eine immense Auswahl an sehr leckeren regionalen und internationalen Köstlichlkeiten.
Danach geht es wieder höher hinaus auf den Tougnète mit 2.437 Metern. Von dort fahren wir die lange und wunderschöne Abfahrt Gros Tougne zurück in Richtung Les Menuires. Eine Strecke, die uns richtig begeistert hat.
Am Nachmittag darf auch ein bisschen Action abseits der Ski nicht fehlen. Also probieren wir den Coaster La Mine in Les Menuires aus. Eine Schienenrodelbahn mit ordentlich Tempo, Kurven und jeder Menge Spaß. Genau die Art von Programmpunkt, die bei einem Familien-Winterurlaub einfach dazugehört.
Am Abend steht noch ein echtes kulinarisches Highlight auf dem Programm: Chez Pépé Nicolas. Schon die Lage ist besonders, hoch oben gelegen, kurz vor Val Thorens, mit Blick ins Tal und ganz viel Atmosphäre. Vom Parkplatz aus läuft man noch ein paar Serpentinen höher, bis man das wunderschöne, idyllische Areal des traditionellen Familienbetriebs erreicht. Die Küche bringt regionale Produkte, alpines Handwerk und savoyische Klassiker auf besonders schöne Weise zusammen. Fondue, Raclette vom Käse, der in den eigenen Kellern reift, Forelle aus dem eigenen Teich, lokale Zutaten, herzliche Stimmung. Es war urig, hochwertig und gleichzeitig überhaupt nicht steif. Ein richtig schöner Abend.
Tag 3: First Track, Val Thorens und ein echtes Gipfelerlebnis
Der dritte Tag beginnt früh, dafür mit einem tollen Erlebnis: First Track an der Pointe de la Masse, einer exklusiven Aktion in einer kleinen, limitierten Gruppe. Dieses spezielle Event wird einmal wöchentlich angeboten.
Gemeinsam mit Guides geht es noch vor der offiziellen Öffnung des Skigebiets (regulärer Start um 9 Uhr) hinauf auf den Gipfel Pointe de La Masse. Oben erwarten uns frisch präparierte Pisten, völlige Ruhe und die ersten Sonnenstrahlen über den Gipfeln. Keine Warteschlangen, kein Trubel, stattdessen perfekte Bedingungen und das besondere Gefühl, den Skitag als Erste zu beginnen.
Nach der Abfahrt werden wir oben auf dem Gipfel mit einem gemeinsamen Frühstück belohnt. Mit Blick auf das Bergpanorama hätte der Start in den Tag kaum schöner sein können. Die Stimmung in der Hütte ist ausgelassen. Kaffee und Croissants für alle, dazu sehr leckerer, regionaler Bergkäse, ein eigener Les 3 Vallées Pistenhits dröhnt aus den Boxen, einige fangen an zu tanzen. Ein echter Glücksmoment!
In Val Thorens wartet schon das nächste besondere Erlebnis: eine Hundeschlittenfahrt, nicht nur für die Kinder eindrucksvoll, sondern auch für uns Eltern. Die Verbindung zu den Tieren, die Stille, die verschneite Landschaft und das gleichmäßige Gleiten durch die Winterwelt haben etwas ganz Eigenes. Ein schöner Kontrast zum schnellen Skifahren und für alle fünf ein ganz besonderer Moment. Außerdem ist es interessant, etwas über die insgesamt 49 Schlittenhunde zu erfahren, zum Beispiel, dass bis zu 14 von ihnen in Boxen mit Schlafplätzen auf dem Camp im Schnee schlafen. Im Sommer werden sie für Wanderungen eingesetzt. Wir sitzen zu dritt bzw. zweit im Schlitten und fahren nacheinander etwa 20 Minuten durch den Schnee. Die acht Hunde, die der Hundeschlittenführer davor spannt, freue sich schon und bellen wie verrückt. Jeder Hund hat seinen Platz, die Teams variieren jedoch. Vorne die Hündinnen, dann die Taktgeber, zuletzt die Stärksten. So gleiten wir über das Plateau, einfach herrlich. Nach dieser besonderen Fahrt durch den Schnee dürfen wir die fleißigen Hunde, die zu acht bis zu 170 Kilo ziehen können, noch streicheln. Sie sind wirklich richtig goldig und genießen unsere Zuwendung.
Mittags essen wir lecker auf der Sonnenterasse im La Maison, direkt am Platz in Val Thorens. Es ist schon so angenehm warm in der Sonne, dass die Jungs ihre Skijacken ausziehen. In der Sonne schmeckt der obligatorische Burger, den sich die Kinder fast jeden Tag mittags gönnen, besonders gut.
Danach erkunden wir noch das Skigebiet rund um den Ort. Spannend, wie eng hier Pisten, Lifte und Ort miteinander verbunden sind. Man fährt praktisch mitten durch den Skiort und erlebt eine ganz eigene Dynamik.
Zum Abschluss unserer drei Tage mit Laurent und Alex, die wir richtig liebgewonnen haben, haben sie uns noch eine Überraschung versprochen. Sie verraten nichts, wir folgen ihnen einfach. Sie haben nicht zu viel versprochen: die Fahrt mit der Cime-Caron-Téléphérique in nur wenigen Minuten hinauf auf den Cime Caron auf 3.200 Metern ist tatsächlich ein weiteres absolutes Highlight dieses Tages, der schon aus so vielen Highlights bestand. In nur wenigen Minuten überbrücken wir einige Höhenmeter. Der Aussichtspunkt auf 3.200 Metern ist wirklich spektakulär. Das Panorama reicht in alle Himmelsrichtungen, Gipfel reiht sich an Gipfel und die Luft dort oben fühlt sich dünn und klar zugleich an. Worte helfen da wenig – man muss es gesehen haben.
Anschließend genießen wir die kilometerlangen Abfahrten zurück ins Tal bis nach Les Menuires. Nun heißt es leider Abschiednehmen von unseren beiden Skiguides. An jetzt sind wir auf uns gestellt! Während Andi und Milan schon ins Hotel einkehren, trauen wir anderen drei uns noch einmal alleine hinauf auf den Gipfel und zurück bis ins Tal und direkt zum Skiraum des Hotels. Auch ohne Guides kommen wir gut und sicher an. So unkompliziert und komfortabel kann ein Skiurlaub mit der Familie sein!
Zum Abendessen laufen wir zur nahgelegenen Brasserie des Belleville am Platz. Hier essen wir lecker und entspannt und kehren anschließend noch zum Kartenspielen in unseren Chillout Raum im Hotel ein.
Tag 4: Auf eigene Faust nach Courchevel
Am vierten Tag sind wir ohne Guides unterwegs und gespannt, wie wir uns ohne Laurent und Alex zurechtfinden werden im größten Skigebiet der Welt. Es gibt so viele Optionen! Es war schon sehr komfortabel, einfach Alex und Laurent zu folgen, die sich um alles gekümmert haben, die Zeit immer im Blick hatten und uns ermuntert haben, unsere Gehirne einfach auszuschalten und uns voll und ganz aufs Skifahren zu konzentrieren! Wir könnten unsere schon altbekannten Lieblingspisten alle noch einmal fahren mit den obligatorischen Abstechern in die Fun Parks und Pixel Area. Andererseits wollen wir unbedingt noch das dritte Tal entdecken: Das Vallée de Saint-Bon mit dem Ort Courchevel.
Also geht es wieder hinauf Richtung Col de la Chambre, dann weiter über verschiedene Pisten und Lifte nach Méribel-Mottaret. Von dort nehmen wir die Lifte Pas du Lac 1 und 2 hinauf auf die Saulire auf 2.740 Metern. Die Abfahrt Richtung Courchevel macht richtig Spaß.
Zwischendurch treffen wir Alex, was für eine Überraschung. Er und Laurent hatten uns erzählt, dass hier in der Hauptsaison bis zu 400 Skiguides beschäftigt sind. Der Zufall geht aber noch weiter: Er hat eine Gruppe Jugendlicher dabei, die selbst Skiguides werden wollen, und zwei davon sind die Schwestern einer Freundin von Milans Freundin. „Le monde est petit“, wie Alex es auf den Punkt bringt. Ja, die Welt ist klein!
Später fahren wir weiter hinauf zum Col de la Loze auf 2.304 Meter. Den Namen kennt man (zumindest Andi) von der Tour de France, und tatsächlich erinnert dort oben einiges an diesen legendären Pass, wie zum Beispiel ein Fahrradmonument auf dem Gipfel. Für uns ist es spannend, diesen Ort einmal im Winter zu erleben.
Von dort fahren wir wieder zurück Richtung Méribel, erneut hinauf auf den Tougnète und anschließend noch einmal über die wunderbare Gros Tougne zurück nach Les Menuires. Es ist einer dieser Skitage, an denen man am Abend merkt, wie viel man erlebt hat, ohne dass es sich stressig angefühlt hätte.
Allerdings haben wir die Zeit ein bisschen aus dem Blick verloren. Das Skigebiet ist einfach riesig und die Verbindung von Tal zu Tal im Lift und auf den Skiern dauert schon etwas. So kommt es, dass wir erst gegen 14:30 Uhr zum Mittagessen in Les Menuires einkehren. Im ersten Restaurant haben wir die Mittagessenszeit schon verpasst. Beim nächstgelegenen im Circuit in Les Menuires bekommen wir noch was Leckeres, bei Sonnenschein auf der Terrasse. Glück gehabt!
Danach hieß es leider schon: Ski abgeben. Immer ein sehr wehmütiger Moment.
Zum Ausklang des Tages gehen wir noch ins Le Break, nur wenige Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt. Während wir Eltern zwei Massagen genießen, kann die ganze Familie den Wellnessbereich nutzen. Schwimmbad, Hammam, Sauna, Whirlpool und dazu viele weitere Angebote. Nach mehreren intensiven Skitagen war das genau das Richtige. Bei der sehr entspannenden Ganzkörpermassage merkt man erst, wie die Muskeln gearbeitet haben!
Unser letzter Abend endete dann ganz entspannt wieder im Hotel, mit einem leckeren Abendessen mit Blick auf die Berge, und danach natürlich noch eine Runde Kartenspielen.
Unser Fazit
Unser erster Familienurlaub in Les 3 Vallées war in vielerlei Hinsicht eine echte Überraschung – und zwar eine sehr positive.
Ja, die Orte in den französischen Alpen sind architektonisch anders, als wir es aus manchen anderen Bergregionen kennen. Weniger Postkartenidylle, dafür oft funktionaler, größer und moderner. Aber genau das hat uns vor Ort überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: Es ergibt alles erstaunlich viel Sinn. In Les Menuires laufen viele Pisten zentral im Ort zusammen, ringsherum gibt es Restaurants, Bars, Shops und Liftzugänge. Das ist praktisch, unkompliziert und gerade für einen Skiurlaub mit der Familie wirklich komfortabel.
Ein echtes Highlight war für uns der direkte Zugang zu den Pisten. Egal ob zum Lift, zum Treffpunkt, zum nächsten Tal oder sogar zur Hundeschlittenfahrt: Wir konnten alles direkt auf Skiern erreichen. Das spart Zeit, macht vieles leichter und sorgt einfach für mehr Urlaub und weniger Organisation.
Dazu kommt die enorme Vielfalt. Breite Pisten, schöne Waldabfahrten, sportliche Strecken, Panorama-Gipfel, Verbindungen zwischen den Tälern und immer wieder fantastische Ausblicke. Alles war top präpariert, hervorragend ausgeschildert und sehr gut organisiert. Wir hatten nie das Gefühl, die Orientierung zu verlieren, obwohl das Gebiet so groß ist.
Auch für Familien können wir Les 3 Vallées absolut empfehlen. Das Skigebiet ist kinderfreundlich, teenagertauglich und vielseitig genug, damit wirklich alle Spaß haben. Genau das fanden wir so schön: gemeinsam aktiv sein, gemeinsam unterwegs sein und trotzdem jedem seinen eigenen Freiraum lassen.
Unser Tipp: Unbedingt die App von Les 3 Vallées nutzen. Die interaktive Karte ist im riesigen Skigebiet super hilfreich und zeigt immer, wo man sich gerade befindet.
Unterm Strich: Les 3 Vallées ist ein fantastisches Ziel für einen Winterurlaub in den französischen Alpen. Für Familien, für aktive Urlauber und für alle, die ein großes, abwechslungsreiches und sehr gut verbundenes Skigebiet suchen. Wir kommen bestimmt wieder, von Les 3 Vallées haben wir noch nämlich längst noch nicht alles gesehen.
Mehr über Les 3 Vallées
Für alle wichtigen Infos rund um euren Urlaub in Les 3 Vallées, sowohl im Winter als auch im Sommer, besucht die offizielle Website: www.les3vallees.com
Dort findet ihr aktuelle Informationen zu Pisten, Wetter, Unterkünften sowie zu zahlreichen Aktivitäten in jeder Jahreszeit. So seid ihr bestens vorbereitet und könnt euren Aufenthalt optimal planen.
Podcast-Episode über unseren Winterurlaub in Les 3 Vallées
In unserem Reise-Podcast sprechen wir in der Episode „Skiurlaub in Les 3 Vallées – Mit der Familie in den französischen Alpen“ über unsere Reise und Erlebnisse vor Ort.
Hört gerne mal rein und begleitet uns in die französischen Alpen!
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