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Ein Elternwochenende in Karlsbad

Stilvolle Entspannung auf Tschechisch

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Bristol Group (Werbung) entstanden.

Was haben wir uns die Köpfe zerbrochen und hin und her überlegt: Sollen wir es wirklich wagen, inmitten der vierten Welle der Corona-Pandemie nach Karlsbad zu fahren? Nur wir beide, Andi und ich, während die Großeltern nach Köln reisen und sich übers lange Wochenende um die Jungs kümmern.
Wir haben es gewagt, allerdings etwa anders als ursprünglich geplant. Nach einer neunstündigen Bahnfahrt in völlig überfüllten Zügen und anschließender roter Corona WarnApp-Meldung erst kürzlich, beschlossen wir, statt mit der Bahn quer durch Deutschland mit dem Auto nach Karlsbad zu fahren. Die 6-stündige Autofahrt kommt uns kürzer vor, vielleicht auch, weil wir durch Gegenden kommen, die uns noch gänzlich unbekannt waren. Die Fränkische Schweiz zum Beispiel, das Fichtelgebirge, das Grenzgebiet zu Tschechien.
Die Idee, eines der ältesten Kurbäder der Welt zu besuchen, ist so entstanden: So gern wir unsere Jungs am liebsten immer um uns herum haben, so anstrengend ist das zugleich. Zeit zu zweit als Paar haben wir Eltern neben Job und Kindern so gut wie nie. Der Wunsch nach Entspannung und Zeit zu zweit ist entsprechend groß. Groß genug, um ein langes Wochenende ohne uns Eltern zu verbringen, sind unsere Jungs schon lange. Die Großeltern noch fit und willens, ein langes Wochenende mit ihnen verbringen. Gesagt, getan.

Unsere Sorge vor überfülltem Wellnesstourismus in Karlovy Vary, wie Karlsbad auf tschechisch heißt, ist unbegründet. Auf dem Parkplatz unseres Hotels parken außer uns noch genau 5 andere Wagen. Entsprechend leer ist es im Hotel. Ich würde sogar mutmaßen, dass die Anzahl Beschäftiger hier die Anzahl an Gästen übersteigt. Schade für das Hotel, gut für uns in der Coronakrise.

Das ehrwürdige Bristol Palace in Karlovy Vary
Das ehrwürdige Bristol Palace

Das Bristol Palace gehört mit 5 anderen, miteinander verbundenen Hotels zur hiesigen Bristol Group und liegt wunderschön erhöht am Waldrand mit Blick auf das malerische Karlsbad. Wie alle prunkvollen Gebäude ringsherum ist es im prächtigen Jugendstil gebaut. Unser Zimmer könnte der Raum eines Schlosses sein, Brokattapete, Säulenbalkon, Goldrahmenstilleben und Kronleuchter inklusive, absolut stilecht also. Hier werden wir schon um 21:00 Uhr wie die Babies in absoluter Stille schlafen (ich zumindest). Genauso hatten wir uns das vorgestellt!

Willkommen im Bristol Palace
Willkommen im Bristol Palace
Bristol Palace in Karlovy Vary
Unser stilechtes Zimmer

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen (inzwischen sind noch ein paar mehr Gäste angereist, sodass es etwas voller geworden ist, aber immer noch sehr überschaubar) steigen wir in unsere Bademäntel und Flipflops und begeben uns durch unterirdische Gänge (alle 6 Hotels, Spa- und Wellnessbereiche und Pool sind miteinander verbunden) zum Bristol Hotel, wo im Untergeschoss unsere Anwendungen stattfinden. Uns erwarten 3 „Überraschungsanwendungen“ im sanatoriumsartigen Umfeld. Wir werden schon erwartet, alles ist hier bestens organisiert. Los geht es mit Paraffinbehandlung (ich) und Hydroxeur (Andi). Ich tauche meine Hände dreimal hintereinander in 50 Grad heißes Flüssigwachs. Anschließend wickelt „Schwester Dana“ meine Hände in Folie, Wollhandschuhe und ein Handtuch. So „gefesselt“ entspanne ich 20 Minuten auf dem Sofa. Obwohl ich fast 11 Stunden geschlafen habe und es erst 10:00 Uhr morgens ist, dämmere ich hin und wieder ein, während ich einer Instrumentalversion von Procol Harum‘s A Whiter Shade of Pale, meinem Lieblingslied mit 15, lausche. Andi hat es derweil auch gut getroffen. Der Hydroxeur entpuppt sich als 37 Grad warme Badewanne mit unzähligen Düsen, in der man floated und durch den Wasserstrahl massiert wird. Ich werde das später auch selbst noch erleben, ebenso wie Andi die Paraffinbehandlung. Außerdem steht eine MedyJet Behandlung für uns beide auf dem Programm, mein Favorit. Hier liegt man auf einer Matte auf einer Art Badewanne, sodass es sich anfühlt, wie auf einem Wasserbett zu liegen. Dann beginnt eine Wasserstrahlmassage die gesamte Unterseite des Körpers ordentlich durchzukneten, was sehr angenehm ist, vor allem wenn man wie ich 3 Tage zuvor einen Fahrradsturz mit einigen Prellungen hatte und immer noch verspannt ist. Einfach herrlich! Hier könnte ich mehrere Wochen Kur machen, aber auch nach diesen 3 20-minütigen Behandlungen fühle ich mich schon fast wie ein neuer Mensch.
Auch den Pool nutzen wir immer wieder. Und den Whirlpool gleich daneben. Eine kleine Sauna gibt es auch. Hier ist Entspannung garantiert.

Hotel Bristol Palace Karlsbad
Unsere erste Anwendung: MedyJet
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Weiter geht´s mit dem Hydroxeur
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Das Hotel-Schwimmbad
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Die Sauna

Insgesamt erscheint uns unser Aufenthalt in Karlsbad wie eine Reise in vergangene Zeiten der tschechischen Bäderkultur. Die Altstadt von Karlovy Vary erstreckt sich entlang des Flusses. Überall herrschaftliche Prachtbauten, darunter viele Hotels. Heiße Quellen und Brunnen gibt es überall. Es sieht schön aus, wie die Quellen vor der schneegezuckerten Jugendstilkulisse dampfen. Touristen laufen mit den hier typischen Porzellan-Schnabeltassen und ernster Miene herum und trinken das eisenhaltige Quellwasser. Mir schmeckt es nicht allzu gut. Trotzdem fülle ich mir was davon in meine Flasche. Soll ja gesund sein und wärmt gut von innen. Die meisten Quellen sind 50-60 Grad warm.

Hotel Bristol Palace Karlsbad
Unterwegs im abendlichen Karlsbad
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Die Mühlbrunnkollonade
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Brunnen in der Mühlbrunnkollonade
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Das abendliche Karlsbad
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Schnabeltassen im Angebot
Karlsbad
Souvenirstand in der Altstadt

Auch tschechische Spezialitäten probieren wir. Als hübsche Mitbringsel bieten sich Oblaten aller Couleur und Geschmacksrichtung an, die es hier überall gibt und die zum Teil frisch zubereitet werden. Wir probieren eine Art Zuckerwaffel mit Schokolade, die Tredelník.

Karlsbad
Der Fluss Teplá fließt durch Karlsbad
Karlsbad
Lecker Tredelník
Karlsbad
Karlsbader Spezialität: Oplaten
Karlsbad
Willkommen in Karlovy Vary
Hotel Bristol Palace Karlsbad
Mühlbrunnkollonade
Karlsbad
Marktkollonade
Karlsbad
Heiße Quelle in Karlsbad
Karlsbad
Brunnen in Karlsbad
Karlsbad
Heiße Fontäne
Karlsbad
Das berühmte Grandhotel Pupp (in Hintergrund)

Auf der Suche nach dem Hirschensprung und andere Sehenswürdigkeiten in Karlsbad

Von der Altstadt Karlovy Varys aus kann man mit Zahnradbahnen zu verschiedenen Aussichtspunkten fahren. Wir nehmen das Funicular zum Aussichtspunkt Diana. Oben angekommen, erklimmen wir die 150 Stufen des Aussichtsturms und werden mit einer gigantischen Sicht auf Karlsbad und Umland belohnt. Zurück laufen wir, jetzt geht es ja bergab. Wir suchen den berühmten Hirschensprung. Der Sage nach ist ein Hirsch für die Entdeckung der ersten heißen Quelle verantwortlich. Leider verfehlen wir ihn, obwohl alle Wegweiser zum berühmten Jeleni Skok weisen. Da es schon dämmert und dank des Neuschnees recht glatt ist, entscheiden wir uns, erstmal zum Hotel zurückzukehren und den Hirschen morgen weiter suchen zu gehen.

Karlsbad
Talstation der Zahnradbahn
Karlsbad
Zahnradbahn zum Aussichtspunkt Diana
Karlsbad
Der Dianaturm
Karlsbad
Spaziergang zurück nach Karlsbad
Karlsbad
Blick über Karlsbad

Heute wollen wir noch einmal ein paar Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten von Karlsbad erkunden. Nach Frühstück und Frühschwimmen (ich habe den Pool ganz für mich alleine, während Andi sich eine Thai Massage gönnt) geht’s los in Richtung Peter und Paul- Kirche gleich um die Ecke unseres Hotels. Der russische Zar Peter der Erste hatte 1711/1712 bei einem Kuraufenthalt in Karoly Vary die Idee, eine russisch-orthodoxe Kirche zu errichten, die man heute noch besichtigen kann. Von außen ist sie mit ihren goldenen Zwiebeltürmen nicht weniger beeindruckend als von innen mit Kuppeldach und pompösem Schmuck.

Karlsbad
Peter und Paul- Kirche

Danach geht es in den Wald, in dem wir gestern schon den berühmten Hirschensprung (Jelení Skok) gesucht und nicht gefunden haben. Heute haben wir mehr Glück und erreichen unser Ziel über verschlungene Pfade und umgestürzte Bäume. Von hier oben aus haben wir auch eine gute Sicht auf die hübschen bunten Gebäude Karlovy Varys.

Karlsbad
Gefunden! Jelení Skok
Karlsbad
Aussichtpunkt und Gedenktafel
Karlsbad
Blick auf Karlsbad
Karlsbad
Altstadt in Karlsbad

Von hier aus nähern wir uns der Altstadt über eine Treppe hinunter ins Tal. Das Frühstück ist schon eine Weile her und Andi hat Heißhunger auf deftige tschechische Spezialitäten, die uns im Restaurant Goethe offeriert werden. Bei der Karte mit den angedruckten Gerichten können wir nicht widerstehen. Ente mit Rotkohl, Sauerkraut und zweierlei Knödeln für Andi, gebackene Karpfenstücke mit Gurkensalat für mich. Goethe hat nicht nur uns angelockt. Wir merken, dass um uns herum fast ausschließlich Deutsche hier dinieren. Goethe zieht halt immer, um deutsche Touristen anzulocken! Es ist aber auch sehr lecker.

Karlovy Vary
Restaurant Goethe
Willkommen im Bristol Palace
Ente mit Rotkohl

So, zum Schluss noch ein paar typische Souvenirs eingekauft, vor allem Oblaten mit Schokoladen-, Nougat- und Haselnussgeschmack, und dann noch ein bisschen relaxen im Bristol Palace. Im leeren Pool ganz für mich noch ein paar Bahnen ziehen, sich im Whirlpool den Rücken massieren lassen und dann noch eine Runde in die Sauna, die wir ebenfalls ganz für uns haben. Kann ein verlängertes Wellnesswochenende für Eltern entspannter sein? Ich wüsste nicht wie!


 

 

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