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Auf Erkundungstour in Oberschwaben

Zu Besuch in der abwechslungsreichen Ferienregion

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Oberschwaben Tourismus GmbH und Tourismus Marketing Baden-Württemberg entstanden.

Für wen ist Ravensburg keine Kindheitserinnerung? Jedoch für die meisten nicht so sehr die Stadt Ravensburg selbst, sondern das blaue Dreieck in der Ecke der Brettspiele und Bücher unserer Kindheit. Die wunderschöne historische Stadt Ravensburg mit ihren guterhaltenen mittelalterlichen Türmen der Befestigungsanlage und berühmt als „Stadt der Spiele“ und die Region Oberschwaben-Allgäu insgesamt sind sehr interessant, vielfältig und familienfreundlich. Da wir in Nordrhein-Westfalen ja leider keine Pfingstferien und dieses Jahr aus irgendeinem Grund noch nicht einmal einen freien Pfingstdienstag haben, erkunden wir die Region kompakt an dem verlängerten Pfingstwochenende und zeigen euch, was man hier auch in recht kurzer Zeit als Familie Tolles sehen, erleben und erkunden kann.

Ferienregion Oberschwaben-Allgäu

Die Region Oberschwaben-Allgäu liegt zwischen der Donau und dem Bodensee im südlichen Baden-Württemberg. Gerade für Familien bietet die Region abwechslungsreiche Angebote, Orte und Aktivitäten. Mehr über die Region, Freizeitmöglichkeiten oder Unterkünfte erfahrt ihr auf der Website www.oberschwaben-tourismus.de oder hört mal in das eigene "Podkäschtle" rein.


Mit dem Zug nach Oberschwaben

Wir entscheiden uns für die Anreise im Zug, was von Köln aus auch gut klappt. Um vor Ort mobil zu sein, haben wir uns einen Mietwagen organisiert. Freitagabend kommen wir mit dem Taxi in unserer Unterkunft Gut Hügle etwas außerhalb von Ravensburg an. Der erste Eindruck: Ein ziemlich voller Parkplatz und die Sorge, der Hof, der auf der Internetseite so beschaulich und familiär wirkt, könnte leicht überfüllt sein. Wir beziehen ein sehr schönes Familienapartment auf zwei Etagen im Obergeschoss des Haupthauses. Glasfront mit Balkon und Blick auf den Bodensee und die Alpen! Der Kurzurlaub kann beginnen! Das Abendessen in Buffetform in der zum Restaurant umfunktionierten Scheune schmeckt gut, der Service ist nett und da wir so spät dran sind, hat sich der Andrang auch schon wieder gelegt. Unsere Jungs springen nach dem Essen sogleich auf und springen auf die Hüpfkuh im Nachbarraum. Rutschen können sie hier auch. Wir sind dieses verlängerte Wochenende mit unserem 9-Jährigen und seinem 10-jährigen Klassenkameraden Ole unterwegs, während unser 13-Jähriger das Wochenende mit seinem Freund und Familie in Holland verbringt. Die meisten anderen Gäste sind mit Kleinkindern hier, aber auf für das Alter unserer Jungs gibt es hier noch ein paar Dinge zu tun. Die Hüpfkuh kommt jedenfalls noch gut an, die Traktoren auf dem Hof ebenfalls (zumal der eine ein Porsche ist!) und auch die Schaukeln und Hängematten. Frische Frühkirschen pflücken wir auch noch. Andi und ich erkunden die schicke, aber leider ebenfalls sehr offensichtlich unterbesetzte Sauna mit Ruheraum mit schwingenden Hängestühlen und Blick auf Pferdeweiden. Das Maislabyrinth muss leider erst noch wachsen.

Unterkunft in Oberschwaben
Schöne Familienunterkunft
Familienhotel Oberschwaben
Frühstück auf dem Hof

Wie voll gebucht das Gut Hügle tatsächlich ist, merken wir erst beim Frühstück. Hier solltet ihr derzeit einen ordentlichen Puffer einplanen. Personalmangel und offenbar zu schnelles Wachstum (wobei die Zimmer deutlich schneller gewachsen zu sein scheinen als die Infrastruktur und das Personal) führen zu längeren Warteschlangen. Wenn man sein Frühstück ergattert hat, schmeckt es äußerst gut. Besonders hervorzuheben sind aus meiner Sicht das Birchermüsli, die Wassermelonenscheiben und die sehr lecker zubereitete Guacamole. Die nächsten Tage frühstücken wir draußen, da ist es entspannter und wir können schon etwas Morgensonne genießen. Das Gut Hügle ist derzeit eine Baustelle und wenn diese beendet ist, läuft es sicher reibungsloser.

Familienferienregion in Baden-Württemberg

Familien-Ferien ist eine Zertifizierung, die Urlaubsorte, Unterkünfte, Restaurants und Erlebnisanbieter in Baden-Württemberg erhalten, wenn sie besonders familienfreundlich sind. Dafür müssen sie verschiedene Kriterien erfüllen, die alle drei Jahre vor Ort überprüft werden. Werden alle Anforderungen erfüllt und familienfreundliche Leistungen und Aktivitäten angeboten, so erhalten sie das Siegel.

Kriterien für Unterkünfte wie es das Gut Hügel ist sind zum Beispiel getrennte Schlafzimmer für Kinder und Eltern, Babybett, Hochstuhl, Kinder-WC, Wickelauflagen, Fläschenwärmer, ein Spielplatz vor dem Haus oder in unmittelbarer Nähe. Solche Unterkünfte sind Bauernhöfe, Familienhotel, Ferienwohnungen oder Ferienhäuser etc..
Familienfreundliche Orte wie Ravensburg bieten in der Touristen-Information den Verleih von Buggys, Bollerwagen usw., öffentliche Toilette mit Wickelmöglichkeiten, Spielplätze, In- und Outdoor-Freizeiteinrichtungen und Kinderferienprogramm in den Sommerferien.
Familienfreundliche Erlebnispartner wie das Ravensburger Spieleland oder das Museum bieten kindgerechte Bestuhlung, barrierefreie Wege, Selbstverpflegungsbereiche oder spezielle Programme für Kinder an.

Mehr Infos zu der Zertifizierung oder Urlaub in Baden-Württemberg erfahrt ihr auf www.familien-ferien.de.

Die Stadt der Spiele und Türme: Ravensburg

An unserem ersten Tag in Oberschwaben erkunden wir zunächst einmal Ravensburg. Schon von Weitem sieht man die Stadttürme und die roten Ziegeldächer der gut erhaltenen Altstadt. Ravensburg ist als familienfreundliche Stadt zertifiziert und das merkt man auch. Heute, am Samstag, ist Wochenmarkt, und das ist schon seit Jahrhunderten ein buntes Treiben in der Altstadt. Mit der App „Ravensburg GO“ lässt sich die Stadt auf eigene Faust und interaktive Weise selbst erkunden. Dabei trifft man immer auch andere Touristen und kommt ganz amüsant ins Gespräch, zum Beispiel als wir gerade die Fenster der rückseitigen Fassade des Lederhauses, das heute die Tourist Information beherbergt, zählen und andere Touristen auch (eine Quiz-Aufgabe). Die Stationen der App sind sehr gut durch riesige Spielfiguren gekennzeichnet. Schnell kommt man in Ravensburg (mit Kindern) nicht voran, weil es an jeder Ecke etwas zu tun gibt. Als nächstes spielen die Jungs ein übergroßes Stadt Ravensburg-Memory Spiel und haben viel Spaß dabei.

Unterwegs in Ravensburg
Unterwegs in Ravensburg
Ravensburg mit Kindern
Stadt der Spiele
App Ravensburg Go
Es gibt eine Fragen zu beantworten
Ravensburg mit Kindern
In der Altstadt von Ravensburg
App Ravensburg Go
Ravensburger Altstadt

Einen guten Überblick über diese schöne Stadt aus der Vogelperspektive bietet der Blaserturm, gleich gegenüber des Lederhauses. Die vielen Stufen lohnen sind, denn der Blick ist gigantisch.

Ravensburg mit Kindern
Blick von oben auf die historische Altstadt
Blaserturm Ravensburg
Auf dem Blaserturm

Und jetzt wollen wir das Museum Ravensburger besuchen und tun das auch. Untergebracht in einem passenden historischen Gebäude, dem Gründungssitz des Verlages Otto Maier Ravensburg, bietet das als besonders familienfreundlich zertifizierte Museum viel Spannendes für Kinder und Erwachsene, die sich hier überall an die eigene Kindheit erinnert fühlen. Wie viele Stunden habt ihr mit Ravensburger Spielesammlungen, Fang den Hut, Malefiz, Sagaland und Co verbracht? Hier seht ihr, wie Firmengründer Otto Maier schon sehr früh gute Ideen für Kinderbücher und später auch Spiele entwickelt und umgesetzt hat, wie die Bücher und Spiele heute hergestellt werden und vieles mehr. Die Kinder erkunden das Museum mithilfe von tiptoi® Sticks, malen selbst nach Zahlen, puzzeln digital und probieren neue Spiele aus. Andi und ich staunen, dass wir auch heute noch jedes einzelne Detail der wunderbaren Ali Mitgutsch Wimmelbücher, die hier im übergroßen Format als begehbare Räume dargestellt sind, erinnern, wie zum Beispiel den an einen Busch pinkelnden Jungen oder den bergeweise Waffeleis tragenden Eisverkäufer im Freibad. Während die Jungs noch ein bisschen spielen, entdecke ich im Leseraum ein gutes neues Jugendbuch, das ich unserem 13-Jährigen mitbringe. Wenn wir nicht noch mehr vor hätten heute, würde ich es hier auf dem Sofa im Leseraum direkt zu Ende lesen (das hole ich auf der Rückfahrt im Zug nach). Wusstet ihr übrigens, dass der heutige Ravensburger CEO ein Urenkel von Otto Maier ist?

Ravensburg mit Kindern
tiptoi® Museums-Rallye
Ravensburg mit Kindern
Alles voller Spiele
Ravensburg mit Kindern
Räume voller Wimmelbilder
Ravensburg mit Kindern
Hier kann gespielt werden
Ravensburg mit Kindern
Eine riesige GraviTrax-Anlage
Blaserturm Ravensburg
Historische Spiele

Zum nächsten Programmpunkt in Ravensburg haben wir es nicht weit. Direkt gegenüber des Museums Ravensburger liegt das Humpis-Quartier, wo wir zuerst einmal in der zugehörigen Gaststätte Humpis lecker zu Mittag essen. Hier gibt es typisch schwäbische Spezialitäten wie Dinnete, die schwäbische Variante der Elsässer Flammkuchen und eine gute Tageskarte. Die bietet mir zum Beispiel gebackenen Ziegenkäse mit Wassermelone und Rucola. Die Gaststätte ist gut besucht, was uns bei dem leckeren Essen und dem besten Blick auf die samstäglich betriebsame Marktstraße nicht wundert. Viele Ravensburger scheinen hier nach oder zwischen dem samstäglichen Marktbesuch und Stadtbummel einzukehren.

Ravensburg mit Kindern
Mittagessen im Humpis
Ravensburg mit Kindern
Danach geht es ins Museum

Nach dem Mittagessen besuchen wir das Museum Humpis-Quartier, wo wir einiges über die fast 1000-jährige Geschichte Ravensburgs erfahren. Familie Humpis war eine reiche Patrizierfamilie, die hier lebte. In verschiedenen Gebäudeteilen auf mehreren Etagen begreift man Tätigkeiten, Zusammenleben und Politik der langen Geschichte sehr gut. Wie Leder- und Fernhandel betrieben wurden, wie sich der Stadtrat zusammensetzte und wie die Menschen im Quartier lebten, das macht das Museum gut verständlich. Die Dauerausstellung bietet Audioguides und eine Rallye für Kinder. Außerdem gibt es Sonderausstellungen wie derzeit zum Thema Klima. Wir erfahren, wie Einwanderer aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Ostpreußen, Schlesien, Pommern und Siebenbürgen Gesellschaft und Religion Oberschwabens verändert haben. Auch das Stadtwappen des ostpreußischen Herkunftsortes meiner Oma, Goldap, finde ich hier in gestickter Form wieder. Was mich persönlich im Museum Humpis-Quartier am meisten beeindruckt hat, ist der Ausstellungsteil über die sogenannten Schwabenkinder, von denen wir zugegebenermaßen zuvor noch nie gehört hatten. Vom 17. bis ins 20. Jahrhundert wanderten Scharen 7-15-jähriger Kinder aus armen, kinderreichen Familien aus kargen Alpentälern in Österreich und der Schweiz jedes Jahr für 7 Monate nach Schwaben, um hier für wenig Geld, Kost, Logis und Kleidung ihre Arbeitskraft anzubieten. Geführt durch einen Erwachsenen gelangten die Kinder zu Fuß über die Alpen. Den Proviant mussten sie sich vor der Wanderung selbst zusammenbetteln. Die Eltern waren froh, von März bis November ein hungriges Kind weniger durchbringen zu müssen und froh über jeden Gulden, den sie mit zurückbrachten. Auf dem „Hütekindermarkt“ wurden die jungen Sklaven, so muss man sie wohl nennen, feilgeboten. In einer sehr interessanten SWR-Dokumentation, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen, wird darüber berichtet, zu sehen hier im Museum.

Ravensburg mit Kindern
Im Humpis-Quartier
Ravensburg mit Kindern
Ausstellung zum Thema Klima
Ravensburg mit Kindern
Alte und neue Gebäude unter einem Dach
Ravensburg mit Kindern
Wissenswertes über die Schwabenkinder

Zum Abschied bekommen die Jungs noch einen Humpis-Hund-Schlüsselanhänger geschenkt. So machen Heimatkunde und Stadtgeschichte auch Kindern viel Spaß!

Nachdem wir in einem Schreibwarenladen mitten in Ravensburg spontan noch einen Schulrucksack für Mato (für die weiterführende Schule ab August) erstanden haben, verlassen wir die schöne und interessante, kinderfreundliche Stadt Ravensburg leider schon wieder, und fahren mit dem Auto nach Waldburg.

Auf dem Schloss Waldburg

Das Schloss (vormals Burg) Waldburg thront hoch oben über dem Ort, ein Vorgängerbau vermutlich schon seit der Antike. Durch ein Tor gelangen wir in den schattigen Schlosshof, wo wir schon von der Schlossherrin und unserem Guide durch das Schloss erwartet werden. Etwas abgehetzt wie wir sind, dürfen wir erst einmal ankommen, etwas im angenehm ruhigen Schlosshof trinken und erste Infos zur Waldburg erfahren. Unser Guide bringt sein großes Wissen mit Spaß und Witz rüber. Das Schloss ist kein privates Museum, sondern eine mittelalterliche Erlebniswelt. Die Tour durchs Schloss ist ein Erlebnis, darüber hinaus gibt es viele verschiedene Veranstaltungen wie Familien- und Kindertage, Ritteressen (auch orientalische) und Gruselführungen. Die Gastronomie ist beliebt für Feste wie Kindergeburtstage und Hochzeiten. In der Kapelle des Schlosses lassen sich gerne Paare trauen. Die romantische Ferienwohnung Staufersuite ist ebenfalls beliebt für besondere Anlässe. Als „Gegenteil von Schloss Neuschwanstein“ beschreibt unser Guide die Waldburg, und das leuchtet uns sofort ein. Eher unscheinbar auf den ersten Blick, dafür mit sehr bedeutender Geschichte. Zunächst lernen wir etwas über das Thema Rechtsprechung im Mittelalter, wobei unser Guide auch mit einigen gängigen Klischees aufräumt. Rechtsprecher war der Grundherr. Die Leibeigenen verzichteten für ihre Sicherheit im Gegenzug auf eigene Bewaffnung. Wenn ein Verbrechen passierte, war der adlige Grundherr in der Pflicht, was zu einer schnellen und öffentlichen Bestrafung führte.

Wir betrachten geschwärzte Rüstungen aus dem 30-jährigem Krieg und erfahren, woher das Pappenheimer-Sprichwort kommt (die sind nämlich in einer wichtigen Schlacht einfach abgehauen). Im Rittersaal mit Ahnengalerie erfahren wir, dass Rittermahle im Gegensatz zu landläufiger Meinung gesittet abliefen und niemand mit Essen um sich warf (diese Dekadenz kam erst viel später!). Adel und Jagd sind ebenfalls Thema. Einige ausgestopfte Tiere finden sich hier wieder, darunter Braun- und Schwarzbär und ein Wolf.

Schloss Waldburg
Auf dem Weg zum Schloss Waldburg
Schloss Waldburg
Unterhaltsame und interessante Führung
Schloss Waldburg
Schandmaske
Schloss Waldburg
Reichskrone

Als Friedrich II. 1220 zum Staufenkaiser gekürt wurde, vertraute er seinem Kumpel Eberhard von Waldburg den Kaiserschatz an. Die Familie Waldburg verwaltete die Geschäfte Friedrichs fortan von der Waldburg aus und nahm das Wappen der Staufer an. Von hier aus wurden also europäische Geschäfte gelenkt. Reichskrone, Reichsapfel und Zepter Friedrich II. lassen sich bis heute in einer begehbaren Schatzkammer im Schloss bestaunen. Noch ein überraschendes Highlight, was einen ungläubig zurücklässt, warum die Waldburg nicht berühmter ist: Die 1507 gezeichnete Weltkarte mit den ersten bahnbrechenden Neuerungen: Zu sehen auf der hier hängenden Karte sind die neuentdeckte Küsten, die als erste von einem neuen Kontinent ausgehen. Es ist also die erste Weltkarte, wo der Pazifik drauf ist, die Namensgebung Amerika (nach vermeintlichem Namensgeber Amerigo Vespucci) stammt von hier. Die Originalkarte wurde in 90er Jahre in die USA verkauft. Das Geld dafür hat die Renovierung der Waldburg gerettet, die es sonst heute wohl nicht mehr gäbe. Das Original hängt heute in Washington. Zum Abschluss dieser kurzweiligen, geschichtsträchtigen Führung klettern wir noch hinauf auf den Aussichtspunkt, der 1878 für die Landvermessung gebaut wurde und mit 800 Metern über dem Meeresspiegel einen wunderschönen Blick auf Oberschwaben ermöglicht. Danach dürfen wir noch ein paar passende Gewänder anprobieren und uns als Schlossfamilie präsentieren, eine schöne Erinnerung! Zum krönenden Abschluss bekommen wir noch ein sehr leckeres Abendessen im Schlosshof serviert. Regionales Fleisch und Gemüse frisch vom Grill und dazu köstliches Baguette mit Kräuterbutter. Ein sehr besonderer Ort zum Genießen und Entspannen!

Danach schlafen wir gut in unserer Familiensuite auf Gut Hügle und freuen uns jetzt schon auf das Frühstück am nächsten Morgen.

Schloss Waldburg
Aussicht vom Burgturm
Schloss Waldburg
Wir als Ritter
Schloss Waldburg
Leckeres Abendessen im Schlosshof

Action im Ravensburger Spieleland

Wenn ihr mit der Familie in Oberschwaben unterwegs seid, darf ein ganz besonderes Highlight natürlich keinesfalls fehlen: Ein Besuch im Ravensburger Spieleland. Am Pfingstsonntag haben wir dort mit einigem Andrang gerechnet und stehen schon 15 Minuten bevor der Freizeitpark um 10 Uhr öffnet, vor den Eingangstoren. Schließlich zählt auch das Spieleland zu den familienfreundlich zertifizierten Freizeitparks in Baden-Württemberg und erfreut sich großer Beliebtheit. Zahlreiche Services für Familien werden hier angeboten, so zum Beispiel einen Trockner für den Fall, dass man bei der Wildwasserbahn etwas nass geworden ist. Auch eine tolle Idee: Geschulte Omas begleiten und unterstützen vor allem Großfamilien und Alleinerziehende kostenlos auf ihrer Tour durch das Spieleland. Das Gelände ist zum Glück so weitläufig, dass sich die Besucher gut verteilen und wir nirgends lange anstehen müssen.

Zunächst gehen wir nach Plan (und guter Beschilderung) dorthin, wo es die Jungs hinzieht. Doch bald lassen wir uns einfach treiben und bleiben, wo es uns gefällt. Und das ist vielfältig: Zuerst melken die Jungs eine Kuh, dann springen sie auf einem Hüpfkissen herum. Wir fahren auf der Wasserrutsche Wasserpolizei, sie schürfen Gold. Weiter geht’s zur Gravitrax-Bahn in der Future Erlebniswelt, und anschließend zum Jeepfahren auf den Mond. Mit 9 und 10 kann man ja schon mal lernen, Gas zu geben und den Wagen zu lenken! Klappt ganz gut. Ohne Pause üben Andi und Mato anschließend Torschüsse mit Geschwindigkeitsangabe. Ich hingegen schieße so lasch, dass der Bewegungsmelder im Tor noch nicht mal merkt, dass überhaupt jemand geschossen hat, während Andi scharf an der 100 km/h- Grenze kratzt. Nebenan sind wir plötzlich im Montafon auf dem Golm (den man von hier tatsächlich in einer Stunde erreichen kann!), klettern ein bisschen und rutschen. Dann entdecken wir das Nilpferd in der Achter- nein Wasserbahn und hier verweilen wir eine ganze Zeit lang, denn die Jungs wollen immer und immer wieder fahren. Sie haben den Dreh raus, sich nicht nur im Kreis, sondern zugleich auch schnell um die eigene Achse zu drehen. Selten so glückliche Kindergesichter gesehen! Jetzt ist es schon fast Zeit für ein Mittagessen. Zuvor wollen Ole und Mato aber noch das verrückte Labyrinth erkunden. Was den Labyrinthbesuch umso attraktiver macht, ist, dass sie mit Stempeluhr auf Zeit hindurch zu allen vier Ecken mit vier verschiedenen Figuren rennen können. Ihr Rekord liegt bei einer Minute, was mir sehr schnell vorkommt.

Ravensburger Spieleland
Es wird gemolken...
Ravensburger Spieleland
und Gold geschürft
Ravensburger Spieleland
Die Gravitrax-Bahn
Ravensburger Spieleland
Die Jungs cruisen durch den Park
Ravensburger Spieleland
Wie schnell wird der Ball geschossen?
Ravensburger Spieleland
Hier kann man Spaß haben!

Zu Mittag essen wir in der grünen Oase, wo man draußen sitzen und neben den üblichen Freizeitparkgerichten wie Pommes und Bratwurst auch schwäbische Spezialitäten wie Maultaschen und Schupfnudeln und auch Salate essen kann. Danach heißt es schon wieder Aufbrechen. Sicherlich hätten wir im Ravensburger Spieleland noch ein paar weitere Stunden verbringen können. Die Jungs sind für viele Attraktionen noch nicht zu alt. Unsere persönlichen Highlights haben wir aber gefunden und gut genutzt, sodass wir guter Dinge weiterziehen.

Ravensburger Spieleland
Power-Rutsche
Ravensburger Spieleland
Vor dem Labyrinth

Der Wackelwald in Bad Buchau

Nach dem Ravensburger Spieleland mit seinen lustigen Attraktionen für Kinder folgt nun ein Kontrastprogramm in der Natur, das den Kindern nicht weniger gut gefällt und worauf sie schon seit Tagen sehr gespannt sind. Denn wer war schon einmal in einem Wackelwald? Auch uns Erwachsene macht das neugierig. Vom Ravensburger Spieleland fahren wir eine Dreiviertelstunde in Richtung Norden bis nach Bad Buchau. Im NABU Naturschutzzentrum Federsee werden wird schon von Nele erwartet, die hier ihr freiwilliges ökologisches Jahr absolviert. Inzwischen hat sich der Starkregen, den wir kurz im Auto ausgesessen haben, wieder gelegt. Ole und Mato statten sich mit einem Lupenbecher aus, bevor es zusammen mit Nele und einem Wackelwald-Erkundungsrucksack auf Erkundungstour durch den Wackelwald geht. Das Gebiet rund um den hiesigen Federsee ist nicht nur Naturschutzgebiet, sondern auch UNESCO Weltkulturerbe. Unzählige (auch bedrohte) Vogelarten nisten hier. Von Weitem hören wir einen Kuckuck rufen und beobachten eine Storchenfamilie in ihrem Nest. Aber was ist ein Wackelwald, fragt ihr euch vielleicht. Der Untergrund ist moosig, ein Moor. Durch den feuchten Untergrund wackelt er, wenn man durch den Bannwald (ein Wald, der sich selbst bzw. der Natur selbst überlassen ist) schreitet. Dafür ist durch den Wald ein Weg aus Rindenmulch angelegt, den wir nun mit Nele entlanglaufen. Im Rucksack hat Nele interessantes Material für verschiedene Stationen der Strecke, was den Gang durch den Wackelwald vor allem für die Kinder umso spannender macht. An der ersten Station lösen sie ein Wer bin ich?-Tierquiz, an der nächsten probieren wir alle Blickwinkel verschiedener Tiere aus und blicken wie ein Raubvogel, eine Maus und ein Reh auf die Welt. Dann kommt der abenteuerlichste Teil der Strecke. Nele hatte uns schon vorgewarnt, dass „Billy Biber“ einen Staudamm gebaut und damit einen Teil des Weges überflutet hat. Zum Glück ist es nur nass und nicht kalt. Barfuß macht der Weg umso mehr Spaß und wir sinken nur bis zu den Knöcheln ein. So haben wir gleich noch eine erfrischende Kneippkur mitgenommen.

Wackelwald in Bad Buchau
Auf zum Wackelwald
Wackelwald in Bad Buchau
Mit dabei: Nele und der Wackelwald-Erkundungsrucksack
Wackelwald in Bad Buchau
Es gibt einige Aufgaben zu lösen
Wackelwald in Bad Buchau
Der Biber war aktiv
Wackelwald in Bad Buchau
Barfuß durch den überfluteten Wackelwald

Auf dem Federseesteg

Gleich neben dem Wackelwald beginnt der Federseesteg. Er führt auf Stelen durch das umliegende Moor zum Federsee. Dabei kommt man an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei und kann dabei einiges über hier brütende Vögel erfahren. Es ist wunderbar still und friedlich hier, mal abgesehen von Vogelgezwitscher, Rufen des Kuckucks und dem Quaken der Kröten. Auch eine junge Schwanenfamilie können wir beim Gang durch das Schilf und vorbei an Seerosen beobachten. Ohne den Steg bliebe diese Wunderwelt der Natur uns Menschen verborgen, da der morastige Untergrund und das dichte Schilf den Zugang zum See unmöglich machen würden. Wieder zurück am Parkplatz, fahren wir noch einmal auf die andere Seite des Sees hinüber. Auch hier in Tiefenbach gibt es eine Aussichtsplattform mit bestem Blick auf den Federsee und das Naturparadies rundherum. Für alle Infos könnt ihr den Smartphone-Familienguide und QR-Codes an den Infostationen nutzen.

Federseesteg
Auf dem Federseesteg
Federseesteg
Am Federsee
Federseesteg
Federseesteg
Federseesteg
Wir wandern über Stege und Plattformen
Federseesteg
Da ist der See!

Dieser ereignisreiche Tag neigt sich dem Ende und wir haben Hunger. Zum Abendessen kehren wir auf halber Strecke in Richtung Gut Hügle in das Gasthaus zum Rad im Hotel Artus ein. Das traditionsreiche Gasthaus mit seinen verschiedenen Sälen und Gewölben, in denen zum Beispiel auch Rittermahle im Rittersaal angeboten werden, liegt im beschaulichen Aulendorf. Hier essen wir sehr lecker (Steak mit Süßkartoffelpommes, Riesengarnelen mit hausgemachten Tagliatelle und Käsespätzle – die leckersten, die Ole je gegessen hat!) und zugleich gemütlich und fallen in unseren immer noch etwas nassen und nach dem Wackelwald-Federsteig auch nicht mehr ganz frischen Klamotten zum Glück nicht negativ auch. Wir mögen solche zugleich schicke und trotzdem entspannte Gasthäuser! Das Hotel Artus hat 2022 übrigens den ersten Preis Im Holiday Check 23 Special Award gewonnen als beliebtestes Hotel Baden-Württembergs, das nur am Rande.

Aulendorf Gasthof zum Rad
Gasthof zum Rad
Aulendorf Gasthof zum Rad
Wir genießen unser Abendessen

Im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben in Wolfegg

An unserem leider schon letzten Tag in Oberschwaben wollen wir noch etwas mehr über das oberschwäbische Landleben erfahren. Schon im Humpis-Quartier in Ravensburg habe ich ja das Thema Schwabenkinder für mich entdeckt und freue mich schon, darüber heute noch mehr zu erfahren im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben in Wolfegg, wo gerade ebenfalls auf das Thema hingewiesen wird in einer ebenfalls sehr interessanten Ausstellung. Die Jungs freuen sich außerdem auf Bauernhoftiere und wir alle auf den Besuch der Bauerhäuser, die zum Teil schon immer in Wolfegg standen, zum Teil naturgetreu in umliegenden Dörfern Oberschwabens ab- und hier wieder aufgebaut wurden. Am Pfingstmontag ist hier schon um 10 Uhr (dann öffnet das Museum) einiges los. Viele Mehrgenerationentreffen, Familien, Freunde und ältere Herrschaften flanieren durch das schöne, interessante Gelände, kehren auf dem Dorfplatz ein, kaufen im Lädele oder im Museumsshop ein. So wie wir auch. Im Eingangsgebäude ist die Ausstellung über die Schwabenkinder untergebracht. Auf dem Dachboden der Scheune werden wir durch verschiedene Räume geleitet und erfahren sowohl einige Interessantes über diese unrühmliche, vom 17. bis 20. Jahrhundert andauernde Geschichte Oberschwabens, als auch über die Schicksale einzelner Schwabenkinder, die als billige Arbeitskräfte als überzählige Kinder aus armen Alpentälern in Österreich und der Schweiz Jahr für Jahr hierherkamen. Was heutige Kinder, die die Ausstellung besucht haben, in die „Erinnerungsbücher“ dieser Kinder geschrieben haben, rührt uns sehr. Oft lesen wir „Du tust mir leid“. Außerdem „Ich hätte dich gerne als meine Schwester aufgenommen“ oder „Du warst auch ein tapferes Schwabenkind, Opa Max!“. Um noch mehr über die Geschichte der Schwabenkinder zu erfahren, kaufe ich mir gleich ein Buch im Museumsladen.

Bauernhaus Museum Wolfegg
Ausstellung über die Schwabenkinder
Bauernhaus Museum Wolfegg
Wir erfahren mehr über das Schicksal der Schwabenkinder
Bauernhaus Museum Wolfegg
Museumsbewohner
Bauernhaus Museum Wolfegg
Ein Blick in den Stall werfen

Durch Blumenwiesen gehen wir hinüber ins Dorf. Auf dem Weg sehen wir die typischen braunen Allgäukühe zufrieden grasen und ein frischgeborenes, sehr niedlichen Kälbchen. Wir besichtigen einige Bauernhäuser und erfahren einiges über die Geschichte der ehemaligen Bewohner dieser. Romantisch war das Leben mit 12 Kindern (wovon ja nicht immer alle das Kindesalter überlebten) auf diesen Höfen (auch im Falle wohlhabender Bauern) wohl eher nicht. Wir schauen uns im Lädele um, schauen beim Schafescheren zu und erleben auch, wie die Schafwolle gewaschen und getrocknet wird. Zum Mittagessen sitzen wir sehr romantisch im Garten des Fischerhauses und essen und trinken gutschmeckende regionale Produkte, während wir dem bunten Treiben auf dem Dorfplatz zuschauen. Die meisten anderen Gäste um uns herum scheinen keine Touristen wie wir zu sein, sondern Leute aus der Region, die sich hier mit Familie und Freunden treffen (was wir, wenn wir hier leben würden, sicher auch häufiger tun würden). Viele sind mit Babies und Kleinkindern unterwegs, aber auch für unsere älteren Schulkinder ist der Besuch der Bauernhaus-Museums noch interessant (für uns Erwachsene ebenso). Kleinere Kinder können ein Puppentheater besuchen, etwas ältere in verschiedenen Mitmachaktionen viel Spannendes über Ameisen erfahren. Auch andere (wechselnde) Ausstellungen gibt es hier. Neben der Schwabenkinder-Ausstellung momentan auch die Ausstellung „kommen – schaffen - bleiben“ über „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“ und deren Geschichten und Erfahrungen im ländlichen Oberschwaben. Anhand verschiedener realer Personen erfahren wir viel Interessantes über Erfahrungen von Integration und Heimweh, Familie und Arbeit. Ihr seht schon, im Bauernhaus-Museum Wolfegg wird es auch wenn man den ganzen Tag hier verbringt, sicher nicht langweilig!

Bauernhaus Museum Wolfegg
Wir spazieren zum Dorf
Bauernhaus Museum Wolfegg
Historische Bauernhäuser
Bauernhaus Museum Wolfegg
Wir besichtigen die alten Bauernhäuser
Bauernhaus Museum Wolfegg
In der Kammer
Bauernhaus Museum Wolfegg
Die Wäsche trocknet
Bauernhaus Museum Wolfegg
Mittagessen im Fischerhaus

Kaum aufgegessen, müssen wir leider schon wieder aufbrechen, denn unser Zug fährt um 14:18 Uhr in Ravensburg ab und wir müssen noch unseren Mietwagen zurückbringen. Die Rückreise im Regionalzug, heillos überfüllten Schienenersatzverkehr und dann wieder entspanntem ICE nutzen die Jungs (neben Quartett- und Switch-Spielen) dafür zu überlegen, was ihnen in der sehr familienfreundlichen und abwechslungsreichen Region Oberschwaben am allerbesten gefallen hat. Die endgültige Entscheidung steht noch aus!

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