10.05.2019 10:13
von Jenny
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Österreich

Skifahren und Sonne tanken

Unsere Osterferien im Montafon

Montafon
Wir wurden von der Golm Silvretta Lünersee Tourismus GmbH zu dem Rechercheaufenthalt eingeladen.
Wie immer berichten wir davon unbeeinflusst von unseren Erlebnissen.

Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, obwohl wir erst zum zweiten Mal hier sind. Beim Skiverleih Wilhelmer kennt man uns noch, unsere Daten sind noch gespeichert. Sogleich treffen wir Skilehrer Elmar, den wir noch vom letzten Jahr kennen und der uns freundlich in Empfang nimmt. Er ist Andis und mein Skilehrer für die nächsten drei Tage. Milan und Mato haben einen eigenen Lehrer, Benny, mit dem sie gleich losdüsen.

Aber von Anfang an: Silvester 2017/2018 haben wir schon einmal eine Woche im Montafon verbracht und waren sehr begeistert.

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Letztes Jahr im Montafon

Letztes Jahr schlossen wir damit, dass wir bestimmt wiederkommen. Nun ist es soweit und diesmal haben wir uns die Osterferien ausgesucht. Um 5 Uhr morgens geht es gleich am Samstag nach Ferienbeginn von Köln aus los. Eine weise Entscheidung, denn so kommen wir gut durch. Wir haben so viel Puffer eingeplant, um auf jeden Fall noch die letzte Bergfahrt auf den Golm, wo wir diesmal untergebracht sind, um 15.30 zu erwischen - was wir auch mit Pausen locker schaffen. Während im Tal die Kirsch- und Apfelblüte blüht, fahren wir mit der Gondel in eine Art Schnee- Parallelwelt nach oben.

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Blick von Latschau in die Berge

Wohnen auf der Piste - unsere Unterkunft im Berghof Golm

Das ist neu. Während wir letztes Jahr im Gästehaus Latschau im Tal untergebracht waren, logieren wir dieses Mal mitten im Skigebiet auf Höhe der Bergstation Grüneck. Morgens fallen wir quasi aus dem Bett bzw. vom Frühstückstisch auf die Piste, was sehr angenehm ist. Unser Familienzimmer im Berghof Golm ist sehr gemütlich. Hier haben bis zu 6 Personen Platz. Am tollsten ist der Blick direkt auf die Piste. Außerdem haben wir nachmittags die Sonnenseite, was wir auf dem Balkon lesend und spielend genießen. Unser Skikurs, der nachmittags bis 15 Uhr geht und den wir für die ersten drei Tage gebucht haben, lässt uns nachmittags noch genügend Zeit, die Ruhe auf dem Golm zu genießen. Wir fühlen uns sehr privilegiert, auch die Nachmittage und Abende hier oben zu verbringen, wenn alle anderen mit der letzten Talfahrt längst hinunter ins Tal gefahren sind und eine angenehme Stille hier oben einkehrt. Nachmittags nutzen wir auch den Tischtennis- und Kickerraum im Haus.

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Berghof Golm - hier wohnen wir!
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Mit Sonnenterrasse
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Unterkunft auf der Piste
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Der Jungsbereich
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Gigantischer Blick vom Balkon

Lecker-deftiges österreichisches Essen im Restaurant des Berghofs Golm

Abends gibt es im Restaurant unseres Berghofs Golm ein Vier-Gänge-Menü zu essen, das von der netten Anna, die wir gleich ins Herz schließen, serviert wird. „Wem das nicht schmeckt, der leidet an irgendeiner Krankheit“, ist Mato überzeugt. Nicht ganz abwegig, denn die Mischung aus Suppe, Salat, Hauptgang und Nachtisch ist tatsächlich sehr lecker. Zwischen den Gängen beobachten wir die Pistenraupen vorm Fenster, die alles für den nächsten Tag im Schnee wieder herrichten. So freut man sich gleich noch mehr auf den nächsten Morgen.

Morgens frühstücken wir im Frühstücksraum mit Panoramafenstern, genießen schon einmal den einmaligen Alpenblick und die ersten Sonnenstrahlen. Es ist ein wunderschönes Naturschauspiel, wenn sich der Morgennebel auflöst und immer mehr Bergspitzen zu erkennen sind.

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Frühstück im Berghof Golm
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Vier Gänge Abendessen mit Pistenblick

Skifahren- die ersten drei Tage mit Privat-Skilehrer

Da wir zwar letztes Jahr Skikurse besucht und dabei auch einiges gelernt haben, jedoch immer noch keine sicheren, technisch versierten Fahrer sind, haben wir auch dieses Mal Skikurse gebucht. Immerhin gelten wir nun alle vier schon als stolze „Fortgeschrittene Anfänger“ und müssen nicht mehr ins Golmiland auf den Minihügel.
Wir haben nur drei Tage gebucht, weil wir Sorge hatten, dass sich die Jungs bei einer längeren Dauer weigern könnten. Weit gefehlt, denn ihr Kurs macht ihnen genauso viel Spaß wie uns unserer.

Wir sind sehr zufrieden mit unserem Skilehrer Elmar, der viel Wert auf technisch korrektes Fahren legt und uns immer wieder korrigiert und vor allem eine sehr anschauliche Bildsprache spricht. Dass wir uns wie eine Banane vom Berg weglehnen und den Po zum Berg hin dabei so anheben sollen, als würden wir nur halb auf einem Barhocker sitzen, leuchtet uns direkt ein. An der Umsetzung hapert es noch etwas.

Das Tolle beim Skifahren als ziemliche Anfänger: Wir sind so konzentriert, die Bewegungsanweisungen, die Elmar nicht müde wird, immer wieder geduldig zu wiederholen, zu beherzigen, dass keine Zeit bleibt, über irgendetwas anderes nachzudenken. So schlittern wir die Pisten hinab, indem wir uns immer wieder erinnern: Wir sind eine vom Berg weggewandte Banane mit dem Po zum Berg, Belastung auf dem Talski, wir lehnen uns über den Außenski in die Kurve und versuchen, darauf zu vertrauen, dass der Ski durch die Gewichtsverlagerung so um die Kurve fährt, wie wir es geplant haben. Und alles andere, vor allem die Arbeit zuhause, ist ewig weit weg.

Die Jungs haben viel Spaß mit ihrem Skilehrer Benny, der sie außer mit guten Tipps zwischendurch auch mit kleinen Süßigkeiten versorgt, was sie sehr zu schätzen wissen. Nachdem Mato am ersten Tag ziemlich erschöpft war und den Nachmittag freiwillig im Golmi Kindergarten verbracht hat (und das als stolzes Schulkind!), ist er jetzt voll motiviert und will nachmittags nach Ende des Kurses am liebsten noch weiterfahren. Stolz berichten uns die Jungs, dass sie schon rote Pisten gefahren seien und schon ganz oft durch den Hexenwald, in dem als Attraktionen ein paar Hexen auf die Kinder warten.

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Die Jungs und "ihr" Benny
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Hexe im Hexenwald

Mittags treffen wir uns, um gemeinsam auf der Sonnenterrasse des Panorama-Restaurants Grüneck zu essen. Nicht nur das Essen ist frisch, lecker und sehr reichhaltig, sondern auch das Sonnetanken mit Alpenpanorama ist eine super Stärkung, bevor es noch für zwei Stündchen weitergeht mit dem Skifahren.

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Mittagessen auf der Sonnenterrasse

Die Bananen sind jetzt auf sich gestellt

Vierter Tag, Kurse vorbei, und jetzt? Ganz schön anstrengend, denn nun müssen wir selbst überlegen und uns mit den Jungs einigen, welche Abfahrten wir nehmen und sind plötzlich verantwortlich für uns alle allein. Nicht mehr einfach Elmar und Benny hinterherfahren! Die Jungs wollen am liebsten durch den Hexenwald Hubbelpisten fahren, während Andi und ich lieber weiter an unserer Bananentechnik feilen und die richtige senkrechte Haltung zum Horizont üben wollen. Irgendwie einigen wir uns. Ein Satz von Elmar ist uns im Gedächtnis geblieben und motiviert uns: Ihr könnt alle Pisten schon fahren (bis auf die schwarze Diabolopiste natürlich - wobei, ein weniger steiles Stückchen dieser sind wir sogar auch schon gefahren!).

Nach dem Mittagessen, der Schnee ist schon recht matschig, haben Andi und die Jungs keine Lust mehr. Ich will noch weiterfahren. Das ist die nächste Herausforderung: Zum ersten Mal ganz alleine Piste runterfahren, Rätikonbahn ganz nach oben nehmen und wieder Piste hinab zum Berghof Golm. Es klappt und macht sogar Spaß. Besonders sportlich und elegant fühle ich mich mit meiner leicht übertriebenen Bananenhaltung zwar (noch) nicht, aber was soll‘s, safety first!

Am nächsten Tag ohne Skilehrer sind wir schon ganz gut eingespielt zu viert. Die Kinder fahren vor, wir Erwachsenen hinterher, um notfalls bei Stürzen behilflich sein zu können, was zum Glück nur selten vorkommt. Eine gemeinsame Lieblingsroute hat sich inzwischen auch etabliert: Nach dem Frühstück mit dem Tellerlift auf den kleinen Familienberg, aus dem wir eigentlich schon herausgewachsen sind. Hier testen wir den Schnee und fahren uns ein (guter Tipp von Elmar!). Dann geht es weiter auf blauer und roter Piste bis zur Rätikonbahn, mit der wir zum Gipfel auf 2100 Meter hinauffahren. Vorbei am Gipfel des Golmer Jochs nehmen wir die lange Abfahrt, die wir Schuss fahren können. Diese Route bietet verschiedene Highlights für Kinder, den Golmi- und Hexenwald, mit Kurven, Hubbeln und kleinen Sprungschanzen abseits der Piste durch den Wald. Verloren geht hier niemand, der Golm ist eben ein echter Familienberg. Wir warten auf der Piste auf die Jungs, wo ihre Wege wieder auf die Piste treffen. Wobei, meistens warten die Jungs auf uns!

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Wir starten am Familienberg
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Bereit für die Abfahrt
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Und wieder hinauf mit der Rätikonbahn
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Blick von ganz oben (Golmer Joch)

Highlights außer dem Skifahren

Außer den vielen Skipisten verschiedener Schwierigkeitsgrade hat der Bewegungsberg Golm im Winter und Sommer auch sonst einiges zu bieten. Zwei Highlight probieren wir aus:

In einer nachmittäglichen Tour blicken wir hinter die Kulissen des Golms. Tourleiter Gernot versorgt uns zunächst mit einigen interessanten Infos zum Skigebiet und zu dessen Geschichte. Zum Beispiel erfahren wir, dass pro Saison etwa 300.000 Menschen den Golm besuchen, wie hoch die Instandhaltungs-, Energie- und z.B. auch die Beschneiungskosten sind und dass der Golm mittlerweile klimaneutral bewirtschaftet wird. Anschließend besichtigen wir die imposanten Pistenbullis in deren Garage und davor. Die Kinder dürfen sogar im Fahrerhaus Platz nehmen und eigentätig die Hebel für die Schneepflughydraulik etc. betätigen. Auch die Schneekanonen erklärt uns Gernot, und auch die Rohrtechnik der Illwerke, die die Betreiberin des gesamten Skigebiets ist, besichtigen wir. Anschließend fahren wir auf Skiern noch weiter hinab zur Rätikonbahn, wo wir gezeigt bekommen, wie die insgesamt 83 Gondeln in ihre nächtliche „Garage“ fahren. Um noch die letzte Gondel zur Station Grüneck zu bekommen, müssen wir uns danach sputen, um noch die letzte Bergfahrt von Matschwitz aus zu erreichen.

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Am Steuer des Pistenbullis
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Wie funktioniert eigentlich eine Schneekanone?

An unserem letzten Tag geben wir wehmütig nach dem Mittagessen unsere Skier beim Wilhelmer ab. Zum Glück haben wir noch ein Highlight zum Abschluss vor uns: Wir nehmen die Gondel bis ins Tal nach Latschau, wo der sowohl im Winter als auch im Sommer operierende Alpine Coaster startet. Über eine schöne, lange Strecke von 2,6 Kilometern brausen wir jeweils zu zweit über viele Kurven noch weite hinab ins Tal nach Vandans. Was für ein Spaß! Die Jungs würden am liebsten noch tausendmal fahren. Allerdings wollen wir unseren letzten Nachmittag und Abend auch noch auf dem Berg genießen. Von unserem sonnigen Balkon mit Blick auf die weißen, nun menschenleeren Berge können wir einfach nicht genug kriegen.

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Hier geht's mit dem Alpine Coaster ins Tal
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Los geht's!
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Ein Superhighlight zum Schluss: der Alpine Coaster

Und wieder ist unser Vorsatz: Wir kommen wieder. Vielleicht auch einmal im Sommer, denn auch dann möchten wir das Montafon einmal kennenlernen, durchs Gauertal wandern zur Lindauer Hütte und zum Lüner See, die Rutschen des Golms ausprobieren, den Erlebnispfad und vieles mehr. Auf jeden Fall ist dies kein Abschied für lange.

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Abschied vom Golm

Skifahren am Bewegungsberg Golm

Das Skigebiet am Bewegungsberg Golm liegt im Montafon und ist über den Skilift von Vandans oder Latschau zu erreichen. Oben an der Bergstation gibt es eine Skischule, Kinderbetreuung, den Skilverleih Wilhelmer, das Panorama-Restaurant Grüneck und den Berghof Golm. Auf den 44 Kilometer langen Pisten ist für jeden etwas dabei und besonders für Familien mit Kindern zu empfehlen. Weitere Infos gibt es auf der Website.

www.golm.at

Übernachten im Berghof Golm

Im Berghof Golm kann man nicht nur vor, während und nach dem Skifahren einkehren, man kann hier auch direkt auf dem Berg wohnen. Es gibt diverse Zimmerkategorien, 2-6 Bett-Zimmer mit Bad und Gruppenzimmer - alles nagelneu und in bestem Zustand. In unserem Familienzimmer hatten wir einen Balkon mit grandioser Aussicht. Morgens konnten wir direkt vom leckeren Frühstücksbuffet aus auf die Piste starten, die direkt vor der Haustür liegt - keine 10 Meter. Die Ski-Ausrüstung kann in eigenen Räumen gut gelagert werden. Abends gibt es ein leckeres 4-Gänge-Menü, das immer gut variiert. Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

www.berghof-golm.at

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