16.02.2014 22:14
von Jenny
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Thailand

Urlaub auf der Schwedeninsel

Mit Kindern auf Ko Lanta

Ko Lanta war für uns ein Kompromiss: Nicht völlig überlaufen, aber auch nicht total abgelegen, nicht schwer zu erreichen, schöne Strände und nicht ganz so urig, dass es keine Wasser-, Strom- und Krankenversorgung gibt. Außerdem hatten uns Freunde, die ebenfalls mit ihren kleinen Kindern dort waren, die Insel empfohlen. Die ideale Insel für einen netten Urlaub mit Kindern.

Die Anreise von Krabi ist idyllisch, die zwei kurzen Fährfahrten über die fast unbewohnte Nordinsel Ko Lanta Noi weiter auf die touristischere Südinsel Ko Lanta Yai eine gute Abwechslung zur Autofahrt (wenn auch recht zeitaufwändig).

Auf der Autofähre nach Ko Lanta

Unsere Unterkunft ist – wir hätten uns eigentlich denken müssen, dass das mit kleinen Kindern nicht so passend ist- ein für thailändische Verhältnisse völlig überteuertes Boutiquehotel im nördlichsten Strandabschnitt, Hat Klong Dao, dem ersten „Ort“ nach dem Fährort Ban Saladan. Wir müssen selbst über uns lachen. Wie sind wir darauf gekommen, uns hier gleich eine ganze Woche einzuquartieren? Nachdem wir nach mehrstündiger Anreise froh sind, endlich angekommen zu sein, begrüßt uns der Hausherr mit unzähligen Formularen, die wir zunächst ausfüllen müssen, bevor wir unser Zimmer beziehen dürfen. Auch für jedes Kind (Mato ist zu diesem Zeitpunkt 1!) müssen wir akribisch mehrere Seiten füllen. Als wir endlich das Zimmer betreten dürfen (ohne Schuhe natürlich), ist es geräumig und geschmackvoll, was allerdings merkwürdig anmutet, sind die unzähligen Ge- und Verbotsschilder, Info- und Warnhinweise, die überall angebracht sind.

Sämtliche Gegenstände im Hotelzimmer lassen sich außerdem für nicht ganz kleines Geld käuflich erwerben. Ob wir den Minikühlschrank in Deutschland gebrauchen könnten? Der Balkon geht zur Straße raus, was nicht ganz leise ist, dafür haben wir Meerblick (vielleicht ist das auch der Grund, weshalb man uns, die einigen Gäste mit Kindern hier, ganz oben im dritten Stock einquartiert hat). Das Frühstück (American Breakfast) ist lecker, der Hausherr Chai sehr bemüht um perfekten Service (nie würde er vergessen, uns persönlich anzusprechen, und zwar immer mit vollem Vornamen!), allerdings werden wir während unseres gesamten Aufenthalts im Mermaid Boutique Hotel den Eindruck nicht los, dass wir hier völlig fehl am Platze sind und dass wir hier viel zu viel Geld ausgeben (umgerechnet ca. 80,-/Nacht). Wenn wir vom Strand kommen, werden wir vom Hausherrn freundlich lächelnd damit begrüßt, dass wir doch jetzt sicher eine schöne Dusche nehmen und uns erstmal schön sauber machen wollen, bevor wir schlafen gehen. Als hätten wir nicht schon am Strand geduscht, um bloß nicht die Laken schmutzig zu machen (Hinweisschild, dass man doch bitte keine Sonnenmilch auf die Laken schmieren möge!). Die meisten anderen Gäste sind ältere, offenbar Ruhe suchende Schweden, die uns keines Blickes würdigen. Ob sie grundsätzlich schlecht gelaunt sind oder sich durch unsere Kinder, die sich hier eigentlich ganz gut benehmen, gestört fühlen, werden wir in dieser Woche nicht mehr heraus finden. 

Der VR-Minimart, ein kulinarisches Highlight

Der Strand, an dem wir die meiste Zeit unseres Aufenthalts hier verbringen, ist wirklich schön und praktischerweise direkt gegenüber gelegen. Wir brechen also nach dem Frühstück auf und suchen uns völlig unbedarft ein nettes Plätzchen unter Bäumen, um dann schwimmen zu gehen. Das hätten wir nicht tun sollen. Zwei andere Gäste, beide Bademeister aus Freiburg, wie sich später heraus stellt, die hier zusammen mit ihren Frauen offenbar jedes Jahr überwintern, weihen uns freundlicherweise ein, dass wir hier nicht einfach seit Jahren residierenden anderen deutschen Rentnern die Plätze wegnehmen können. Hätten sie doch mal besser die Wiese mit ihren Handtüchern markiert. Bei einem anderen Fauxpas (ich weiß schon gar nicht mehr, welchem) werden wir direkter angegangen. Ziemlich unangenehm, dieses Völkchen hier. Auch die andere große Touristengruppe hier, die unzähligen schwedischen Familien (mit jeweils mindestens drei Kindern) fallen uns eher unangenehm auf: Während Eltern unbeteiligt daneben stehen oder sich im Restaurant betrinken, springen Kinder wahlweise auf Tempeln oder auf Milans in stundenlanger Kleinarbeit liebevoll errichteten Sandburgen herum. Auf Milans Weinen verzieht keiner eine Miene. In (positiven) Kontakt mit den schwedischen Familien (Milan hätte es gefreut) kommen wir nicht. Noch nicht einmal ein stummes Anlächeln, wenn man mit gleichaltrigen Kindern direkt nebeneinander am Strand oder im Wasser steht, ist da drin. Wir versuchen, uns die Laune nicht komplett verderben zu lassen, was Dank des gleich nebenan gelegenen „VR Minimart“ ein leichtes ist. Völlig unspektakulär sieht der offene Minimarkt mit einfacher überdachter Terrasse und offener Terrasse zwischen Schatten spendenden Bäumen zum Strand hin aus. Das Essen ist sensationell. Es gibt einfach alles (für die Kinder z.B. mal Omelette oder belegte Baguettes als Alternative zu gebratenen Nudeln oder Reis) und super lecker. Wir essen dort fast täglich, manchmal sogar zweimal und lassen es uns gut gehen mit Meerblick, Platz für die Kinder zum Spielen drum herum und den weltbesten Frucht- und Milchshakes. Das Ganze ist super günstig. Die umstehenden Bungalows werden offenbar auch durch die Familie, die den VR Minimart betreibt, vermietet. Eine Internetseite oder sonstige Möglichkeit einer vorherigen Reservierung gibt es aber offenbar nicht. Und die Bungalows sind ausgebucht. Sonst hätten wir und noch geärgert, dass wir uns nicht hier statt im Boutiquehotel einquartiert haben.

Abendessen am Strand beim VR-Minimart

Am Strand kann man gut spazieren gehen oder auch mal joggen (die Bucht ist ca. 3 km breit). Es gibt viele gemütliche, unkomplizierte Strandbars, in denen man auch mit Kindern entspannt futtern und fläzen kann. Am besten hat uns das Asylum am südlichen Ende der Bucht gefallen, zu dem wir manchmal abend hin gelaufen sind. Dort sitzt man romantisch unter Lampions im Sand. Während man auf das nicht ganz günstige, aber dafür sehr leckere Essen wartet (es gibt auch westliche Kindergerichte. Ich kann den Som tam Salat wärmstens empfehlen!).

Rutschpartie im Asylum
Das Asylum am Ende der Bucht

Ein Tagesausflug über die Insel lohnt sich auf jeden Fall. In ein paar Stunden hat man alles gesehen. Das alte Städtchen Ban Ko Lanta (Old Town) ist nett, hat aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Dennoch ist es ein schöner Ort mit Atmosphäre zum Herumschlendern. Die auf Holzpfählen gebauten alten Holzhäuser sind hübsch anzusehen. Die meiste Zeit haben wir hier allerdings auf diesem sensationellen Spielplatz verbracht:

Spiel und Spaß in Ko Lanta Old Town
Ko Lanta Old Town

Der Ort hat irgendwie was, mit dem verfallenen Leuchtturm und dem Blick über das weit zurückgezogene Meer und ein paar kleine vorgelagerte Inselchen.

 Wir fanden es auch interessant, einfach die Küste mit dem Auto entlang zu fahren und die unterschiedlichen Ausblicke aufs Meer zu genießen. Vor allem am südlichsten Zipfel der Insel gibt es idyllisch gelegene, schöne kleine Resorts mit eigenen Strandabschnitten. Für unsere Zwecke wären sie allerdings zu einsam (z.B. keine Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants in der Nähe, sodass man komplett auf das –teuer wirkende- Angebot der Resorts angewiesen wäre).

Am Südende von Ko Lanta
Sonnenuntergang, im Hintergrund Ko Phi Phi
Shopping-Paradies Ko Lanta

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