29.08.2017 22:45
von Andi
(Kommentare: 2)
Italien

Die römische Stadt Pompeji

Eine Zeitreise in die Antike

Pompeji Italien

Man kommt nicht oft in das Vergnügen, sich im fortgeschrittenen Alter nochmal einen Kindheitstraum zu erfüllen. Dieses Jahr ist es endlich soweit, wir besuchen Pompeji. Es hat sich bisher einfach nicht ergeben, denn egal ob früher als Kind mit meinen Eltern, noch in späteren Jahren, ich war einfach nie in der Gegend. Dabei war es immer ein großer Wunsch. Ich hatte schon in der Grundschule alle möglichen Bücher aus der Stadtbücherei geliehen, die auch nur annähernd etwas mit der antiken, römischen Stadt zu tun hatten, von "Was ist Was" über alle möglichen Sachbücher bis hin zu Erzählungen und Romanen. Und der monumentale Sandalen-Epos "Die letzten Tage vor Pompeji" war natürlich damals mein Lieblingsfilm. 

Nach all den Jahren bietet uns unser Urlaub auf Ischia nun endlich die Chance, Pompeji zu besuchen. Unser Hotel Parco Smeraldo Terme bietet organisierte Tagesausflüge in Kombination mit einem Ausflug auf den Vesuv oder an die Amalfiküste an. Wir entscheiden wir uns aber trotz des Rundum-Sorglos-Pakets für eine selbstorganisierte Tour. Und die startet nach dem Frühstück an der Bushaltestelle am Maronti Strand vor unserem Hotel.

Mit dem Bus geht es zunächst nach Ischia Port, wo wir uns das nächste Schnellboot zum Festland schnappen. Nach gut 45 Minuten kommen wir im Hafen von Neapel an und besteigen einen Shuttle-Bus, der im Stundentakt nach Pompeji und wieder zurück zum Hafen fährt. Mit 40 € sind wir mit allen dabei. Eine Alternative ist die Regionalbahn Ferrovia Circumvesuviana, die von Neapel nach Pompeji eine gute halbe Stunde benötigt. Der Zug, der direkt vor dem Eingang in die antike Stadt hält, ist mit 4,50 € pro Ticket zwar deutlich günstiger als der Bus, dafür muss man aber auch erstmal vom Hafen aus zum Hauptbahn kommen - mit dem Taxi kostet das ungefähr 10 Euro pro Strecke.

Vesuv
Blick auf den Vesuv
Hafen von Neapel
Im Hafen von Neapel

Von der Bushaltestelle sind es nur wenige Meter bis zum Pompeji-Eingang Porta Marina. Der Anblick der langen Schlange vor den Kassenhäuschen lässt uns allerdings erstmal aufschrecken. Zum Glück hatte ich online Tickets gekauft, so dass wir fröhlich an den Wartenden vorbeiziehen und unsere Karten am leeren Online-Schalter abholen können - so war zumindest der Plan.
Unsere Karten hatte ich über die App Tiqets für den Donnerstag gebucht. Leider mussten wir unseren Besuch um einen Tag verschieben, da ich an eben jenem Donnerstag morgens mit einer dicken Bindehautentzündung aufgewacht bin und mein Auge nicht mehr öffnen konnte. Statt also Ruinen zu entdecken ging es für mich erstmal auf Ischia zum Arzt.
Am Freitag stehen wir also nun mit einem Tag Verspätung am Online-Schalter und es kommt wie es kommen musste (und wie es letztendlich auch im Kleingedruckten steht). Unsere Online-Buchung ist nicht mehr gültig und die bereits gezahlten 38 € für die Katz. Und dabei sind die Karten bei Tiqets auch noch 3 € teurer als beim anderen Anbieter ticketone.it wie ich später erst herausfinde - na super. Warum man die Tickets nicht einfach umdatieren kann, bleibt mir ein Rätsel und kann mir weder eine Mitarbeiterin der Hotline am Donnerstag noch die Dame am Ticketschalter vor Ort am Freitag erklären. Immerhin haben wir die Schlange so umgangen, müssen uns aber neue Karten kaufen.

Basilika in Pompeji
Basilika in Pompeji
Pompeji Italien
Statue am Forum
Forum von Pompeji Italien
Das Forum von Pompeji

Bis zum verherrenden Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus war Pompeji eine blühende Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern. Bei der Naturkatastrophe kamen viele Bewohner durch Ersticken oder herabfallendes Gestein ums Leben, die Stadt selbst wurde unter einer bis zu 25 Meter dicken Schickt aus vulkanischer Asche und Bimsstein begraben. Über 1500 Jahre war Pompeji verschollen bis es im 18. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Bis heute wurden von dem 66 ha großen Stadtgebiet knapp zwei Drittel freigelegt, die wir und unzählige andere Besucher, vor allem auch Kreuzfahrttouristen und Schulklassen nun besichtigen können.

Pompeji
Apollo-Tempel

Das Gelände von Pompeji, das man anschauen und begehen kann, ist also relativ groß. Von daher sollte man sich vorher einen groben Plan machen, was man alles anschauen möchte. Am Eingang liegen Karten aus, es gibt aber auch eine Karte und einen deutschsprachigen Flyer zum Download, die man sich auf das Handy packen kann.
Natürlich gibt es auch Führungen und Audioguides, die man am Eingang mieten kann. Wir entscheiden uns jedoch, Pompeji auf eigene Faust und im eigenen Rhythmus zu erkunden.

Kurz nach dem Eingang bleibt es erstmal recht voll. Im allgemeinen Zuschauerstrom passieren wir die Basilika und den Tempel des Apollo ehe wir auf das Forum kommen. Vom zentralen Platz hat man einen schönen Blick auf den Vesuv. Am Rand entdecken wir einen eingezäunten Bereich mit Hunderten von Amphoren, die man in Pompeji bei den Ausgrabungen gefunden hat. Auch einige Gipsabdrücke von Bewohnern und eines Hundes sind hier ausgestellt, die vor allem unsere Jungs besonders spannend und faszinierend finden.

Pompeji Italien
Gipsabdruck eines Bewohners
Pompeji Italien
Gipsform und Amphoren

Im Juli ist es in Pompeji schon gut heiß und die Sonne knallt ganz schön. Für solche Temperaturen ist für unsere Jungs die Ausstattung von Jack Wolfskin* genau richtig. Sandalen kommen schon seit Längerem bei den Jungs nicht mehr so gut an, daher ist der luftige und leichte Freizeitschuhe Monterey Air Low K eine ideale Alternative. Bequem zu tragen und mit dem Klimasystem ideal für heiße Tage geeignet. Auch die leichten und schnell trocknenden Shorts, die robusten T-Shirts und die schnelltrocknenden und atmungssaktiven Caps mit UV-Schutz bilden ein ideales Outfit für aktive Entdecker und Nachwuchsarchäologen.

Jack Wolfskin
Perfekte Klamotten für Entdecker
Pompeji
Durch die Straßen Pompejis
Mit Kindern in Pompeji
Unterwegs in der antiken Stadt

Die Besuchermassen verlaufen sich im weiteren Verlauf auf dem großen Gelände ganz gut, gerade in den Seitenstraßen wird es ruhiger, so dass wir uns an rar gesähten Schattenplätzen kleine Pausen gönnen und das Ambiente einfach mal in Ruhe genießen können. Hin und wieder gibt es an den Straßen auch Brunnen, die für eine kleine Erfrischung sorgen. Dennoch scheint der Besuch für manche Besucher eine körperliche Herausforderung zu werden. Wir sehen einige, bei denen der Kreislauf nicht mitspielt und die sich hinlegen und erstmal die Beine hochlegen müssen.

Pompeji
Ganze erhaltene Straßenzüge
Garten in Pompeji
Garten in Pompeji
Pompeji
Häuser in Pompeji
Pompeji Italien
Korinthische Säulen

Der Besuch in Pompeji ist wirklich eindrucksvoll und begeistert uns. Als Kölner sind wir ja mit der römischen Geschichte und antiken Bauwerken fast schon groß geworden. In unserer Heimatstadt und dem Rheinland haben wir schon zahlreiche Ausgrabungen besichtigt. Aber in Pompeji ist es nochmal etwas ganz anderes. Wir wandern hier durch eine komplette Stadt, benutzen die hohen Bordsteine und springen über die Trittsteine, um die Straßen zu überqueren. Die Straßenzüge und die Grundmauern vieler Gebäude sind so gut erhalten, dass wir uns das Leben in der Antike und die Baukunst und Stadtplanung der Römer bestens vorstellen können.
In fast jeder Straße finden wir zahlreiche prachtvolle Villen, deren Fresken und Mosaike durch die Asche teilweise noch sehr gut erhalten sind. Sie haben meist ein schönes Atrium und großzügige Gärten, durch deren Säulengänge wir heute spazieren.
Und natürlich hatte Pompeji wie es sich für eine ordentliche römische Stadt gehört auch einiges an Unterhaltung für seine Bewohner zu bieten. Ein großes Amphitheater sowie ein großes und ein kleines Theater können angeschaut werden, ebenso wie eine Vielzahl an Tempeln, Tavernen und ein richtiges Rotlichtviertel soll es auch gegeben haben.

Pompeji
In den Straßen Pompejis

Pompeji ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe und sicherlich die größte Attraktion rund um Neapel. Jährlich zieht die antike Stadt über zwei Millionen Besucher an. Auch bei unserem Besuch ist es recht voll, was uns aber nicht sonderlich stört. Zum einen haben wir schon mit solch einem Andrang gerechnet, zum anderen kann man abseits der Hauptstraßen noch ruhigere Gegenden finden.
Besorgniserregender ist dagegen die Tatsache, dass die bereits ausgegrabende Stadt weiterhin gefährdet ist. Aufgrund von Einsparungen im Kulturhaushalt fehlen Gelder für die weitere Sanierung des Geländes. Viele Gebäude sind in einem schlechten Zustand, einige sind in den letzten Jahren nach starken Regenfällen sogar in sich zusammengefallen. Man kann sich vorstellen, was für eine Arbeit es ist, die größte Stadtruine der Welt weiterhin für die Nachwelt zu erhalten. Auch heute sieht man überall Archäologen und Restaurateure auf dem Gelände arbeiten. Immerhin hat die EU vor einigen Jahren die Gefahr erkannt und einen hohen Millionenbetrag für die weitere Restaurierung zur Verfügung gestellt.

Bäckerei in Pompeji
Bäckerei
Pompeji
In Pompeji
Haus in Pompeji
Haus in Pompeji
Säulengarten in Pompeji
Säulengarten
Mosaik in Pompeji
Mosaik in Pompeji

Unsere Tipps für Euren Pompeji-Besuch

1. Online Tickets kaufen
Um die langen Warteschlangen zu umgehen, empfehlen wir die Tickets vorher online zu buchen. Die App Tiquets ist etwas teurer, daher empfehlen wir die Buchung über ticketone.it. Da die Tickets fest an ein Datum gekoppelt sind, würde ich zukünftig diese erst kurz vor einem Besuch kaufen. Kommt irgendetwas dazwischen, so wie bei uns, verfallen sie.

2. Gute Planung
Gute Planung ist viel wert, denn das Gelände ist groß und man verpasst womöglich die persönlichen Highlights. Es werden aber auch deutschsprachige Führungen und Audioguides angeboten.

3. Zeit mitbringen
Für einen Besuch ohne große Hetze sollte man sich für Pompeji einen Tag Zeit nehmen. Wer es besonders eilig hat, der kann auch eine etwas schnellere Runde drehen, die 2-3 Stunden dauert. 

4. Sonnenschutz
Es kann ziemlich heiß werden und auf dem Gelände gibt es wenig Schatten. Von daher sollte man ausreichend Sonnenschutz wie eine Kopfbedeckung und Sonnencreme mitnehmen.

5. Verpflegung
Ausreichend Wasser und Proviant kann ebenfalls nicht schaden. In der Nähe des Forums gibt es ein Restaurant, in dem man Pizza, Salate und andere Snacks kaufen kann. Die Preise sind relativ hoch, der Besucherandrang noch höher.

6. Toiletten
Toiletten gibt es auf dem Gelände nicht besonders viele und nicht in jeder Ecke. Von daher sollte man vorher auf dem Plan nachschauen und vorausschauend planen.

Garten in Pompeji
Garten in Pompeji
Pompeji
Erinnerung an "Das Leben des Brian"
Tempel der Isis Pompeji
Tempel der Isis
Vesuv
Blick auf den Vesuv
Amphitheater von Pompeji
Amphitheater

Link-Tipp

Alle wichtigen Infos wie Anfahrt, Preise, Öffnungszeiten und Sonderausstellung findet ihr auf der englischsprachigen Pompeji-Website. 

www.pompeiisites.org

*Werbung

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Kommentar von Fabian |

Hervorragender Bericht! Klar, informativ, gut geschrieben.Danke!
Wir waren vor zwei Jahren in Pompeji und auch so begeistert.
Grüße von Pompeji Fans

Kommentar von Ruth |

Vielen Dank für den sehr interessanten Bericht und die Fotos. Die vielen Tipps sind klasse.
Freundliche Grüße
Ruth

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